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Borussia Mönchengladbach
Eberl will im Winter "sinnvoll" einkaufen

Borussia-Noten: Xhaka ließ jegliche Souveränität vermissen
Borussia-Noten: Xhaka ließ jegliche Souveränität vermissen FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Nach dem 3:4 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen haben Borussias Spieler einhellig geschwiegen. Sportdirektor Max Eberl äußerte sich dagegen wie gewohnt – und kündigte an, im Winter auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Von Karsten Kellermann

Herr Eberl, Borussia ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Wie enttäuscht sind Sie?

Eberl Wir hatten uns natürlich im Pokal zu Hause mehr vorgestellt. Man merkt, das muss man fairerweise sagen, dass es eine harte Hinrunde war, sowohl physisch als auch mental. Und man muss auch sagen, dass es auch in den Wochen davor einige Spiele gab, in denen wir Glück hatten. Gegen Bremen haben wir sehr viel investiert, haben uns aber nicht belohnt. Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, in dem wir Bremen mit Fehlern die Tore ermöglicht haben. Diese Fehler haben auch mit geistiger und körperlicher Frische zu tun. Das soll keine Ausrede sein, aber es ist ein Fakt. Wir haben eine unfassbare und skurrile Hinrunde gespielt. Jetzt heißt es, im letzten Spiel nochmal anzupacken. Es wäre der gesamten Hinrunde nicht angemessen, wenn wir nicht punkten würden.

Ein Tor wie das 2:3, das doch sehr unnötig war, ist eine Folge fehlender geistiger Frische?

Eberl Wir können vor dem 1:2 das 2:1 machen, da trifft Thorgan Hazard nur den Pfosten. Dann kriegen wir das 1:2, machen aber mit viel Aufwand das 2:2. Granit Xhaka will anschließend das Spiel schnell machen, was in unserer körperlichen Verfassung vielleicht nicht optimal war. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Ball in Ruhe in den eigenen Reihen zu halten und alles etwas sacken zu lassen. Wir waren ja psychologisch im Vorteil. Wir werden bestraft – und danach war es verdammt schwer.

Bremer Doppelschlag ist zu viel für Borussia FOTO: dpa, rwe hak

13 Gegentore in drei Spielen – hat das allein mit Frische zu tun?

Eberl Ich würde das jetzt nicht als Urteil nehmen. Denn in den Spielen in Manchester und gegen Bremen ging es am Ende darum, weiterzukommen – da mussten wir auf Tore spielen. Das birgt die Gefahr, hinten auch Tore zu bekommen. In beiden Spielen machte es aber keinen Sinn, das Risiko ganz rauszunehmen. Auch wenn wir 1:2 verloren hätten, wären wir draußen gewesen. In Leverkusen haben wir nach dem 0:2 sehr schlecht verteidigt und verdient die fünf Tore bekommen.

Gegen Darmstadt 98 am Sonntag soll es nun einen versöhnlichen Abschluss geben, nachdem es nun binnen einer Woche das Aus im Europapokal, das 0:5 in Leverkusen und das Aus im Pokal gab?

Eberl Richtig. Da appelliere ich an alle. Natürlich sind alle müde, doch man sollte das nicht zu sehr strapazieren. Alle haben gesehen, was wir geleistet haben. Es geht jetzt aber darum, das Spiel möglichst gut zu gestalten. Wir haben das im Pokal auch versucht, das ist uns aber nicht so gut gelungen. Gegen Darmstadt hoffe ich, dass unsere Fans die Mannschaft bis zur letzten Minuten unterstützen werden. Auch das wird ein extrem mühsames Spiel. Darmstadt ist äußerst unangenehm zu bespielen, es wird, denke ich, sicher kein Fußballfest geben. Es wird harte Arbeit nötig sein. Und da gilt es für uns alle, für die Mannschaft, für die Fans, für das Umfeld, dass wir Gas geben, um das Ergebnis positiv zu gestalten.

Die Verletztensituation ist schwierig. Nun fällt auch Tony Jantschke mit einem Kreuzbandriss lange aus. Kommen Sie nun gar nicht darum herum, im Winter den Kader zu ergänzen?

Eberl Wir überlegen, etwas zu tun, was sinnvoll ist, was uns weiterhilft. Das ist aber gar nicht so leicht. Wir stehen auf dem Markt in großer Konkurrenz, der Winter ist nicht gerade die Zeit, wo die besten Spieler abzugeben sind, jeder Verein ist mitten in der Saison und möchte sie bestmöglich gestalten. Wir werden versuchen, den Kader so zu verändern, dass es uns bestmöglich hilft. Wie und in welchen Mannschaftsteilen – solche Spekulationen sollten wir im Moment aber noch bei Seite lassen.

Welche der verletzten Spieler sind zum Trainingslager in der Türkei im Januar wieder dabei?

Eberl Martin Stranzl wird zurückkommen und hoffentlich dann auch gesund bleiben. Ibo Traoré, der jetzt angeschlagen ist, wird auch wieder da sein. Ob er schon gegen Darmstadt wieder spielen kann, müssen wir abwarten. Mit André Hahn und Patrick Herrmann ist eigentlich erst im Februar zu rechnen – wenn alles optimal läuft. So ist es auch bei Alvaro Dominguez. Tony Jantschke wird frühestens Ende März wieder da sein, mit ihm können wir wohl nicht mehr wirklich rechnen in dieser Saison. Nico Schulz wird sicher bis zum Saisonende nicht zur Verfügung stehen. So ist der Stand der Dinge. Aber nochmal: Wir werden im Winter nichts machen, nur um ein paar Monate zu überbrücken, sondern etwas, was langfristig Sinn macht.

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