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Borussia Mönchengladbach
Eberl zieht an Rüssmann vorbei

Das ist Max Eberl
Das ist Max Eberl FOTO: Dieter Wiechmann
Belek. Über sieben Jahre ist Max Eberl schon im Amt: Im Sommer wird Borussias Sportchef die zweitlängste Amtszeit nach Helmut Grashoff haben. Von Stefan Klüttermann

Max Eberl signalisiert in diesen Tagen von Belek wieder mal Nähe zur Mannschaft. In Trainingsoutfit und Laufschuhen trickst Borussias Sportdirektor mit dem Ball, während die Profis mit Trainer André Schubert ein paar Meter weiter ihr Pensum absolvieren. Das Handy ist Eberls ständiger Begleiter - selbst wenn er die Hausaufgaben dieser Winterpause schon erledigt hat, weil er in Jonas Hofmann und Martin Hinteregger seine Wunschkandidaten verpflichten konnte. Doch das Fußballgeschäft ruht nie - und es registriert Eberl 2016 als Gladbachs starken Mann.

Mehr als sieben Jahre lang ist der 42-Jährige nun schon Borussias Sportdirektor, im Juni wird Eberl Rolf Rüssmann in punkto Amtzeit überholen, dann rangiert er direkt hinter Gladbachs Manager-Legende Helmut Grashoff (1966 - 1991). Auch von den Kollegen in der Liga haben nur Dortmunds Michael Zorc, Mainz' Christian Heidel und Leverkusens Rudi Völler länger ihren Job beim selben Verein.

In seinen ersten Jahren als Sportdirektor wurde Eberl von vielen als Greenhorn belächelt, ja verspottet, es gab 2011 gar eine Opposition, doch Eberl ist immer noch da und kann mit Blick auf Borussias Aufschwung vom Kellerkind zum Champions-League-Teilnehmer unwidersprochen behaupten: "Wir haben eine interessante Entwicklung genommen und eine Identität gefunden als ein Verein, in dem sich junge Spieler entwickeln können."

Gemeinsam mit Trainer Lucien Favre führte er den ewig in Erinnerungen an die goldenen 70er verhafteten Verein seit 2011 zu einer famosen Renaissance. Als Favre im September überraschend zurücktrat, zeigte sich, über welch gefestigte Strukturen das einst so konfuse Gladbach mittlerweile verfügt - Strukturen, die selbst Favres Abgang auffangen konnten. Eberl selbst steht dabei im Zentrum dieser Strukturen. Das verdeutlicht nicht zuletzt seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2020.

Eberl hat ein Präsidium, das von seiner Arbeit bedingungslos überzeugt ist, er weiß in Stephan Schippers einen Finanzexperten als Geschäftsführer neben sich, der sich aus dem Sportlichen heraushält, er hat in Steffen Korell einen Vertrauten als Scouting-Chef und in Roland Virkus einen Nachfolger als Nachwuchsdirektor, der seine Idee von Borussias Talentförderung zu 100 Prozent teilt. Und weil diese Entourage die Öffentlichkeitsarbeit nicht sucht, konnte sich Eberl parallel zur sportlichen Erfolgsgeschichte der Borussia ein Profil aufbauen.

Er versteht es, Medienpräsenz zu nutzen, und er machte sich durch Transfers einen so guten Namen, dass Schalke 04 ihn gerne verpflichtet hätte. Auf dem Transfermarkt sind Eberl und Borussia nun eine andere Hausnummer. "Wir merken es, wenn wir mit den Kollegen verhandeln, dass wir anders wahrgenommen werden. Auf der einen Seite werte ich das als Respekt, auf der anderen Seite nervt es", sagt er.

Kritiker hat Eberl nach wie vor - auch im Gladbacher Umfeld. Aber sie verspotten ihn längst nicht mehr als Fehlbesetzung, sondern verweisen nun auf zweistellige Millionentransfers wie Luuk de Jong oder jetzt Josip Drmic, die nicht einschlagen.

Quelle: RP
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