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Borussia Mönchengladbach
Eberls Fazit: "Eine sehr gute Hinrunde"

Die Schubert-Tabelle
Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw
Mönchengladbach. Borussias Trainer André Schubert will Punkte. Am besten drei aus dem letzten Spiel des Jahres gegen den Aufsteiger Darmstadt 98. Von Karsten Kellermann

"Uns erwartet eine komplizierte Aufgabe, aber wir gehen das Spiel sehr gut vorbereitet an. Wir sind sehr froh, dass wir mal ein paar Tage mehr Zeit hatten und den Jungs auch mal frei geben konnten. Das war nach den Belastungen der zurückliegenden Wochen enorm wichtig und hat sehr gut getan. Dementsprechend gehen wir die Partie positiv gestimmt an. Unser Ziel ist es, diese ereignisreiche Hinrunde mit einem Sieg abzuschließen. Das gilt zwar für alle Vereine in der Bundesliga, aber dennoch wäre es natürlich sehr schön, wenn uns ein Erfolgserlebnis gelingen würde", sagte Borussias Trainer am Freitag.

Die 3:4-Niederlage im DFB-Pokal gegen Bremen am Dienstag "ärgert uns noch heute sehr", gestand Schubert. Dass das Aus im Pokal seine Spieler indes umwerfen könne, befürchtet Schubert nicht. "Wir sind gut gelaunt und frohen Mutes. Das liegt daran, dass wir die Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate sehr realistisch und sachlich einschätzen können. Wir haben die Niederlage gegen Bremen aufgearbeitet und wissen, dass wir in diesem Spiel einige Dinge nicht gut gemacht haben. Die Mannschaft ist physisch nochmal ans Limit gegangen, hat aber insgesamt zu viele Fehler gemacht. Zudem hatten wir an diesem Abend auch das nötige Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite. Denn, wenn man sich den Spielverlauf anschaut, sieht man, dass wir genügend Chancen hatten, die Partie für uns zu entscheiden. Die Niederlage war unnötig, aber wir sind eben nur Menschen und so läuft es im Fußball manchmal. Wenn man nur Siege sehen möchte, muss man ein bisschen weiter nach Süden fahren. Und selbst die Bayern gewinnen ja nicht immer", sagte Schubert.

"Intensiv und Skurril"

Schubert und auch Sportdirektor Max Eberl resümierten vor dem abschließenden Hinrunden-Spiel am Sonntag gegen den sicherlich unangenehmen Aufsteiger aus Hessen die Hinrunde. "Es war eine unfassbar intensive und skurrile Hinrunde genauer: ein ganzes Jahr, denn wir haben uns ja im Sommer zum ersten Mal für die Champions League qualifiziert, das vergisst man ja fast. Am 20. September standen wir plötzlich ohne Trainer und Punkte da. Ich habe mich darauf eingestellt, dass es in dieser Saison sehr, sehr hart werden könnte", sagte Eberl. Und gestand, sogar ein wenig Angst gehabt zu haben, in den Abstiegskampf abzurutschen: "Die Situation kannten wir. Wir sind schlecht gestartet und Leistungsträger fehlten. Da habe ich kurz an die Saison 20110/2011 gedacht, als Gladbach in einer Ähnlichen Konstellation am Abgrund stand. Jetzt haben wir in der Winterpause mindestens 26, vielleicht aber auch 27 oder 29 Punkte, das wir das Spiel am Sonntag zeigen. Da muss ich sagen: Es ist eine großartige Leistung, die die Mannschaft bis hierhin gebracht haben. Zudem konnten wir in der Hammergruppe bis zum Ende mitspielen. Wir haben nichts verloren, sondern Reputation gewonnen. Nur der DFB-Pokal gegen Bremen hat uns weh getan. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft nun zum Abschluss gegen Darmstadt noch einmal belohnt für die sehr gute Hinrunde, die wir gespielt haben", sagte Eberl.

Schubert erklärte, wie er und sein Team den Aufschwung nach dem Fehlstart bewerkstelligt haben – und auch, warum es zuletzt drei Niederlagen gab. "In den ersten fünf Saisonspielen lief es überhaupt nicht gut bei uns. Ab dem sechsten Spieltag haben wir die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, ein wenig verändert, ohne dabei größere Trainingsprozesse zu haben. Diese hatten wir auch in der Folgezeit nicht, haben aber dennoch versucht, uns in vielen Dingen Stück für Stück zu verbessern. Das hat die Mannschaft herausragend gelöst und eine sensationelle Erfolgsserie hingelegt. In dieser Zeit waren wir aggressiv, offensiv ausgerichtet, haben ein starkes Gegenpressing gespielt und dadurch viele Tore erzielt. Zudem haben wir über viele Wochen auch kaum Torchancen zugelassen. Wir haben also tolle Fußballfeste gefeiert, weil wir es offensiv wie defensiv herausragend gemacht haben", so Schubert.

"Dass dann bei unserer Belastung irgendwann der Tag kommt, an dem gewisse Dinge nicht mehr greifen, ist keine Überraschung. Wenn man sich die Spiele anschaut, in denen wir Probleme hatten - wie gegen Ingolstadt, in Hoffenheim oder Leverkusen - ist offensichtlich, dass wir für unsere Spielweise körperliche und geistige Frische brauchen, die uns nach intensiven Wochen in diesen Spielen etwas gefehlt hat. Dennoch haben wir eine sehr gute Hinrunde gespielt, der wir jetzt im letzten Spiel mit einem Sieg die Krone aufsetzen wollen."

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