| 08.11 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Als Pressing-Profi zum Traum-Comeback

Borussia Mönchengladbach: Mit André Hahn zum 5:0 gegen Hertha BSC
Lauf- und zweikampfstark: André Hahn (links), hier im Duell mit Herthas Fabian Lustenberger, feiert beim 5:0 gegen Berlin ein gelungenes Startelf-Comeback und erzielt das wichtige 2:0. FOTO: DIRK PÄFFGEN
Mönchengladbach. André Hahn steht nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder in Borussias Startformation und steuert zum 5:0 gegen Hertha BSC einen Treffer bei. Seine Spielweise passt genau zur Marschroute seines Trainers André Schubert. Von Stefan Klüttermann

Dass André Hahn motiviert sein würde, davon war auszugehen. Dass er in den ersten zehn Minuten des Spiels gegen Hertha BSC dann aber sogar mehr Meter abriss, als Dauerläufer Mo Dahoud, zeigte, dass Hahn Vollgas zur Prämisse seines Startelf-Comebacks nach mehr als fünf Monaten Verletzungspause auserkoren hatte. Mit diesem Vollgas-Modus traf er dann auch genau die Marschroute seines Trainers André Schubert. "Wir wollten Berlin früh pressen. Ich denke, deswegen habe ich auch gespielt, weil ich eben ein sehr guter Pressing-Spieler bin", sagte Hahn nach dem beeindruckenden 5:0 gegen den Tabellendritten.

Hahn spielte also, weil er ein Pressing-Prototyp ist, er spielte aber eben auch, weil Raffael verletzt passen musste. Manch einer hatte im Vorfeld Zweifel, ob Borussia bei aller Qualität im Kader den Ausfall ihrer brasilianischen Offensivwaffe würde kompensieren können. Sie konnte. Nicht nur wegen Hahn, aber eben auch wegen Hahn, der seine Stärken - Laufstärke, Kampfkraft, Durchsetzungsvermögen - optimal ins Gesamtkunstwerk seines Teams einbrachte und schließlich mit dem Drehschuss zum 2:0 einen für ihn perfekten Tag krönte.

Einzelkritik: Note 1 für Hazard und Christensen FOTO: dpa, bt hak

"Für mich persönlich war es natürlich ein Traum-Comeback", sagte Hahn, und angesprochen auf seinen Treffer in den Winkel sagte er: "Dass er so reinfliegt, ist natürlich auch ein bisschen Glück, aber das habe ich mir nach so vielen Monaten auch verdient." Es waren harte Monate für ihn, nachdem ihn Schalkes Johannes Geis Ende Oktober so gefoult hatte, dass die folgende Diagnose lautete: Bruch des Schienbeinkopfes und Riss des Außenmeniskus. Aber ehrlich gesagt, waren es auch zuvor schon harte Monate für den 25-Jährigen gewesen. Denn nach seinem fulminanten Start als Neuzugang in der Hinrunde 2014/15 war es 2015 mit der Hahnschen Herrlichkeit in Form von Stammplatz und Erfolgserlebnissen vorbei. Der Ex-Augsburger musste oft mit der Rolle als Joker vorliebnehmen.

Bis zum Hertha-Spiel hatte Hahn in der laufenden Spielzeit zweimal in Borussias Startelf gestanden: beim 0:3 in Sevilla am 15. September, und zuvor beim 0:3 gegen den HSV am 11. September. Beim 5:1 in Frankfurt am 15. Oktober erzielte er als Einwechselspieler zwei Tore und hatte Schuberts Zusage, im Pokalspiel auf Schalke von Beginn an ran zu dürfen. Doch das Liga-Spiel gegen Schalke zuvor und Geis' Tritt veränderten alles.

Hahn erzielt erstes Tor nach Horror-Verletzung FOTO: Dirk Päffgen

Gestern aber war all das für Hahn vergessen, da zählte nur das Erlebte auf dem Rasen an diesem 3. April - wenngleich er nicht zu viel Aufhebens um seine Person gemacht haben wollte. "Ich freue mich natürlich sehr, aber wichtiger ist, dass wir in so einem wichtigen Spiel die drei Punkte geholt haben", sagte er. Und er lüftete auch das Geheimnis, was Schubert den Seinen nach dem Abpfiff im Mannschaftskreis auf dem Platz mitzuteilen hatte: "Der Trainer hat uns einfach dafür gelobt, wie wir heute gespielt haben. Das wollte er einfach loswerden", sagte Hahn.

Gestern durfte Hahn genießen, doch in Ingolstadt am Samstag droht vielleicht schon wieder die Bank. Dann, wenn Raffael zurückkehrt. Schon gegen Berlin quoll die Ersatzbank mit Tobi Sippel, Martin Hinteregger, Patrick Herrmann, Ibo Traoré, Jonas Hofmann, Julian Korb und Tony Jantschke ja vor Qualität über. Hahn ist sich der Lage bewusst. "Wir haben einen Riesen-Kader und eine sehr hohe Qualität", sagt er. Hahn will diese Qualität mit hochhalten. Mit Vollgas.

Fotos: Gladbach - Hertha FOTO: afp, PST
Quelle: RP
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