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Borussia Mönchengladbach
Borussia mit blutiger Nase nach Glasgow

Adler springt in Hahn rein und verletzt ihn an der Lippe
Adler springt in Hahn rein und verletzt ihn an der Lippe FOTO: ap, mm
Mönchengladbach. Zwei Elfmeter und eine Fülle guter Möglichkeiten reichen Gladbach nicht zu einem Tor gegen den HSV. André Hahn wird mit seiner Platzwunde zum Gesicht des Spiels. Am Mittwoch treten die Borussen bei Celtic Glasgow an. Von Karsten Kellermann

Der Maestro hat gestern erneut individuell geübt. Er hatte einen Muskelfaserriss und ist noch im Aufbautraining. Raffael, der Taktgeber von Borussia Mönchengladbach, fehlte daher beim 0:0 gegen den Hamburger SV. So war es auch zuvor beim 0:4 auf Schalke. Zwei Spiele ohne Tor - das ist ein Trend, der belegt, dass es eminent wichtig wäre, dass der beste Gladbacher Torjäger der vergangenen Jahre am Mittwoch wieder mitwirken kann, wenn die Borussen in der Champions League bei Celtic Glasgow antreten.

"Natürlich fehlt uns ein Spieler wie Raffael", gibt Gladbachs Trainer André Schubert zu. Aber nicht nur wegen seiner Tore und Vorlagen, sondern vor allem als kreativer Geist. Und wenn dann auch noch, wie am Samstag, der Kronprinz des Maestros, Thorgan Hazard, nicht spielen kann, geht viel Kreativität verloren. Dass die Borussen, die es daher weit handwerklicher als sonst angingen, dennoch den HSV hätten besiegen müssen, sagt die Statistik: Allein zwei Elfmeter wurden verschossen, zudem landete der Ball am Pfosten, und zwei Gladbacher kriegten ihn aus wenigen Metern nicht im Ziel unter. "Uns fehlte die Überzeugung vor dem Tor", gab einer der beiden, der 20 Jahre alte Verteidiger Nico Elvedi, zu.

Ob mehr Eleganz, die wohl mit Raffael und Hazard da gewesen wäre, die Torschusspanik gelindert hätte, ist ein theoretischer Denkansatz. Und auch, dass Raffael oder Hazard einen der Elfmeter, die André Hahn und Lars Stindl nicht im Tor unterbrachten, verwandelt hätte. Ein Treffer hätte jedenfalls wohl gereicht, um den angriffslosen HSV zu besiegen. Doch er fiel nicht. So wurde der blutverschmierte André Hahn, der sich bei einem Zusammenprall mit HSV-Torhüter René Adler eine Platzwunde an der Oberlippe zuzog, die mit drei Stichen in der Pause (ohne Betäubung) genäht wurde, zum Gesicht des Spiels.

Warum es nichts wurde mit dem elften Heimsieg in Folge, konnten die Gladbacher schwer erklären. Hahn definierte sein Team immerhin als gefühlten Sieger und sprach von einem "sehr guten Spiel". In einer Englischen Woche, die sich am Mittwoch fortsetzt, geht es auch darum, das Selbstvertrauen nicht anzutasten. Dass sie auch ohne Raffael den Weg zum Tor finden, haben die Borussen gegen den HSV nachgewiesen. Den Weg hinein jedoch, den fanden sie nicht. Dass es trotz aller Überlegenheit nicht so leicht vom Fuß ging, dieses Spiel, war unübersehbar. Und dass es zwischenzeitlich Pfiffe gab, war nicht zu überhören. Sportdirektor Max Eberl warnte aber vor zu hohen Ansprüchen: "Dass Köln jetzt vor Gladbach steht, kann passieren. An jeden, der jetzt murrt und fragt: Was ist hier los im Borussia-Park?: Es ist eben auch mal mühsam, und gegen den HSV war es eine mühsame Aufgabe, die wir mit Bravour gelöst haben, bei der wir uns aber nicht belohnt haben."

Internationale Spiele wie das am Mittwoch in Glasgow beschreibt der Manager für gewöhnlich auch als Belohnung. Für das, was die Borussen aufgebaut haben, seit sie 2011 in der Relegation soeben dem Abstieg entronnen sind. Allerdings sind mit den Erfolgen auch die Ansprüche gestiegen. Raffael ist einer, der hilft, diese zu bedienen. Darum hoffen die Borussen, dass er fit wird bis Mittwoch - und auch Thorgan Hazard. Es wird eng, aber noch ist es offen. Wenn es nicht klappt, müssen es die anderen richten. "Wir erwarten einen ganz großen Kampf", vermutet Hahn. Er hat sich eine blutige Lippe geholt gegen den HSV, doch den Mut hat er nicht verloren. "Ich bin bereit", stellt Hahn klar.

Quelle: RP
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