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Borussia Mönchengladbach
Jetzt Big Points machen

Schubert über das Spiel gegen Frankfurt
Meinung | Mönchengladbach. Es ist wie so oft in den vergangenen Wochen: Die Borussia kommt mit Schwung aus einem Heim-Spieltag und hat auswärts die Chance, einen großen Schritt zu machen im Kampf um die Europapokal-Plätze. Schafft sie es diesmal? Von Karsten Kellermann

Hans Meyer war der große Erneuerer nach Borussias erstem Abstieg 1999, er war Aufstiegstrainer, später Last-Minute-Retter. Nun ist er ein Stück fußballerische Kompetenz in der Chefetage des Klubs. Nebenbei hat er die "Meyer-Tabelle" eingeführt.

In der werden Heim- und Auswärtsspiele gegeneinander aufgerechnet. Max Eberl, Borussias Sportdirektor, hat sich zuletzt nochmal auf diesen Ansatz bezogen, als er, auf die derzeitige Auswärtsmisere angesprochen, sagte: "Wenn du nur alle deine Heimspiele gewinnst, steht du schon ganz gut da", sagte er. Das war vor dem Treffen mit Eintracht Frankfurt, das 3:0 gewonnen wurde. 51 Punkte kommen zusammen, wenn alle Spiele im eigenen Stadion gewonnen werden, und damit ist man normalerweise im Dunstkreis der Europaplätze.

Wehe aber, wenn daheim Punkte verloren gehen. Die wieder reinzuspielen, ist nicht so leicht. Das zeigt auch die aktuelle Situation der Borussen. Sie haben die letzten vier Partien im Borussia-Park gewonnen und dabei 13:1 Tore erzielt. Das 3:0 gegen Frankfurt war der dritte Zu-Null-Sieg in Folge. Und doch ist die Heimbilanz laut der Meyer-Rechnung in der Rückrunde negativ. Denn es gab das 1:3 gegen Borussia Dortmund am ersten Rückrundenspieltag. Gegen den starken BVB kann das passieren, doch die drei nicht geholten Heimpunkte gehen voll ins Minus. Nur drei Punkte, die in der Fremde eingesammelt werden, können das ausgleichen.

Gegen Frankfurt haben die Borussen nach der Meyer-Rechnung nichts getan, als ihre Pflicht zu erfüllen. Sie haben daheim gewonnen – zumal gegen einen Gegner aus dem Krisenbereich. Borussia erledigte indes die Pflicht mit Bravour. Statistische Daten wie 61 Prozent Ballbesitz und 16:4 Torschüsse unterstreichen, dass das klare Ergebnis hoch verdient ist. Trotzdem: Den Malus, der aus dem BVB-Spiel nachhängt, ist damit nicht zu beheben.

Einen Punkt hat Borussia in der Rückrunde bisher bei ihren vier Dienstreisen eingesammelt – also das Minus auf 2 reduziert. Die nächste Gelegenheit, die Meyer-Tabelle der Rückrunde weiter zu verbessern, kommt am Freitag, wenn Gladbach zum FC Schalke 04 reist. Es würde ein bisschen passen, wenn es ausgerechnet dort gelingt.

Denn ein Team aus dem Ruhrgebiet, der BVB, hat Borussia das Minus "beschert", Schalke ist ein anderes aus dem "Pott", bei dem aus dem Malus theoretisch sogar ein Bonus werden kann – gewinnt Gladbach, stünde es in der Meyer-Tabelle bei plus 1. Dass in der realen Tabelle dann nebenbei der Vorsprung auf den derzeit direkten Nachbarn auf vier Punkte anwachsen würde, wäre mehr als ein hübscher Nebeneffekt.

Was einen Sieg in Gelsenkirchen angeht, kann sich Gladbach selbst das Vorbild sein: Im Pokal gab es ein 2:0 bei den Schalkern. Psychologisch sollte André Schuberts Team gegenüber dem von André Breitenreiter, wie Schubert früher in Paderborn tätig, im Vorteil sein: Es hat einen Sieg im Rücken in der Schalker Arena, während der Gegner verloren hat, 0:2 in Berlin nämlich. Und zu verlieren hat nur Schalke etwas, zumindest was die Meyer-Arithmetik angeht. War der Sieg gegen Frankfurt Pflicht, gibt es nun auf Schalke Big Points zu holen – für jedwede Tabelle. Es wäre ein nahezu optimaler Zeitpunkt, sie mitzunehmen.

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