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Borussia Mönchengladbach
Eine neue Zeitrechnung für Stindl und Korb

Borussia Mönchengladbach: Neue Zeiten für Julian Korb und Lars Stindl
Julian Korb sah in Gladbach keine Perspektive mehr und geht zu Hannover 96, dem Ex-Klub von Borussias Kapitän Lars Stindl. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Borussias Kapitän Lars Stindl ist der 39. Nationalspieler seines Klubs und bereitete das 1:1 in Dänemark vor. Rechtsverteidiger Julian Korb geht derweil zu Hannover 96. Von Karsten Kellermann

Es gibt Menschen, die mögen die 13 nicht. Sie gilt als Unglückszahl. Lars Stindl sieht das gänzlich anders. Die 13 ist seine Zahl, er trägt sie bei der Arbeit auf dem Rücken. Dass das Portal transfermarkt.de just seinen Marktwert als Fußballspieler auf 13 Millionen Euro taxiert, passt da irgendwie zur Geschichte. Und auch, dass Thomas Müller nicht dabei ist bei der aktuellen Spielreise des Nationalteams. Denn so konnte Stindl die sonst dem Bayern-Star vorbehaltene Nummer auch bei seinem Länderspiel-Debüt tragen. Dabei tat er, was er sehr oft auch bei Borussia tut: Er war beim 1:1 des deutschen Teams in Dänemark am späten Ausgleichstor beteiligt.

Ein bisschen war er wegen seiner Rückennummer diesbezüglich in der Pflicht. Denn die 13 trug früher der Bomber der Nation, Gerd Müller. Und zuvor auch Max Morlock im WM-Endspiel von 1954, in dem er das deutsche Anschlusstor erzielte. Nun ja, und die Torjäger-Verdienste von Thomas Müller in den vergangenen Jahren sind bekannt. Stindl traf zwar nicht selbst, doch legte er Joshua Kimmich seinen Treffer auf.

Mit 28 Jahren ist Stindl im wahrsten Sinne des Wortes ein Spätberufener im Nationalteam, in Gladbach ist er der 39. Nationalspieler des Vereins. Er bildete mit einem weiteren Neuling, Sandro Wagner, das deutsche Angriffsduo und machte einen ordentlichen Job. Zwar gab er keinen Torschuss ab, fädelte aber immer wieder Aktionen seines Teams ein. "Lars hat die Gabe, gut zwischen den Linien zu spielen. Er ist technisch sehr gut, spielt immer klare Bälle und findet gute Lösungen", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Stindl selbst war mit dem Beginn seiner ganz persönlichen neuen Zeitrechnung, der als Nationalspieler, zufrieden. "Bin sehr glücklich mein erstes Länderspiel gemacht zu haben! Freue mich auf die nächsten Wochen", teilte er am Mittwoch via Twitter mit, daneben stellte er einen hochgereckten Daumen, eine Deutschlandflagge und einen Fußball. Auf dem Foto dazu ist er im Zweikampf mit seinem Gladbacher Teamkollegen Jannik Vestergaard zu sehen. Auch Andreas Christensen spielte mit, aber nur eine Halbzeit. Für Stindl geht seine Nationalmannschafts-Karriere wohl gleich am Samstag weiter. Wenn das deutsche Team in der WM-Qualifikation in San Marino spielt, steht wohl der erste Pflichtspieleinsatz des Gladbacher Kapitäns an.

Als früherer Hannoveraner wird Stindl trotz seiner nationalen Verpflichtungen verfolgt haben, dass ein Borussen-Kollege künftig für seinen Ex-Verein spielt. Für Julian Korb beginnt in der niedersächsischen Hauptstadt auch eine neue Zeitrechnung. Bei Borussia sah der Rechtsverteidiger keine Perspektive mehr, nachdem er in der Rückrunde der vergangenen Saison gerade mal 38 Einsatzminuten hatte. Deswegen entschied er sich zum Wechsel zum Aufsteiger. Sicherlich wird er sich die eine oder andere Info bei Stindl einholen, was das neue Leben an der Leine angeht, schließlich spielte der fünf Jahre für 96.

Korb will Führungsspieler werden

"Die Ziele von Hannover 96 stimmen sehr gut mit meinen überein. Ich will dabei helfen, mit dem Verein den nächsten Schritt in der Bundesliga zu gehen, wo er meiner Meinung nach absolut hingehört", sagte Korb. Er will in Hannover werden, was Stindl dort war, bevor er nach Gladbach ging: ein Führungsspieler. Bei Borussia hatte er unter André Schubert seine Hochphase, schaffte aber nie richtig den Sprung zur Stammkraft. Das ist nun sein Ziel bei 96, er wechselt dorthin mit der Erfahrung von 101 Pflichtspielen und dem Anspruch, sich zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

Lars Stindl ist, was das angeht, im Nationalteam schon einen Schritt weiter. Seine Vorlage für Kimmich sorgte mit dafür, dass die Experimentier-Freudigkeit von Joachim Löw nicht gleich mit einer Niederlage quittiert wurde. Stindl unterstrich damit, dass auf ihn in der Offensive Verlass ist. Und, dass die 13 für ihn definitiv keine Unglückszahl ist - nicht in Gladbach und auch nicht im Nationalteam.

Quelle: RP
 
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