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Borussia Mönchengladbach
Neun Borussen haben realistische WM-Chancen

Borussia Mönchengladbach: Neun Borussen haben realistische WM-Chancen
Borussia-Torwart Yann Sommer in den Farben der Eidgenossen. FOTO: rtr, IK/MJB
Mönchengladbach. Während die Weltmeisterschaft in Russland ohne Ibrahima Traoré und Guinea stattfinden wird, dürfen sich zahlreiche Borussia-Spieler Hoffnungen auf eine Nominierung machen – falls ihr Team die Qualifikation schafft. Am besten sieht es für Gladbachs Schweizer aus. Von Jannik Sorgatz
  • Schweiz

Neun Länderspiele in Folge hat die Schweiz gewonnen. Folgt Anfang Oktober gegen Ungarn ein zehntes, würde am letzten Spieltag der Quali-Gruppe B sogar ein Unentschieden in Portugal reichen. Aufgrund ihrer Stabilität sollte man die Eidgenossen dann bei der WM in Russland mindestens als Viertelfinal-Kandidat auf dem Zettel haben – das wäre der größte Erfolg seit 64 Jahren.

Yann Sommer hat seinen Kasten in der "Nati" nun fast ein Jahr lang sauber gehalten, er ist die klare Nummer eins – vor der starken Bundesligakonkurrenz um Roman Bürki (Dortmund), Marwin Hitz (Augsburg) und Yvon Mvogo (Leipzig). Bleiben sie in Gladbach Stammspieler, dürften Nico Elvedi und Denis Zakaria ihr WM-Ticket ebenfalls sicher haben. Letzterer war zuletzt sogar als Startelf-Kandidat gehandelt worden und wurde zweimal für Granit Xhaka eingewechselt.

Auch wenn der Schweizer Verband zuletzt noch ein aufmunterndes Video twitterte, kann Josip Drmic die WM wohl schon abhaken – für ihn geht es allein um die Fortsetzung seiner Karriere.

  • Deutschland

Beim 2:1 gegen Tschechien durften beide beginnen, beim 6:0 gegen Norwegen saßen beide 90 Minuten lang auf der Bank. Daraus die WM-Chancen von Lars Stindl und Matthias Ginter abzuleiten, ist schwierig. Beide sind im Pool der 30 bis 40 Namen, die realistische Chancen haben. Doch da die beiden Borussen nicht zum Stamm gehören, wird es letztlich auch ein wenig darauf ankommen, welche ihrer Konkurrenten gesund sind. Ihre Vielseitigkeit spricht auf jeden Fall für beide.

Patrick Herrmann wurde 2015 als Kandidat für die EM im folgenden Jahr gehandelt, diesmal müsste er sicherlich wieder eine Wahnsinnssaison mit zweistelliger Trefferzahl hinlegen, um in den Fokus zu geraten. Stand jetzt gehört er wie Christoph Kramer zur virtuellen B-Nationalmannschaft mit geringen Chancen.

  • Belgien

Die "roten Teufel" werden oft unterschlagen, wenn es um Favoriten auf den WM-Titel geht. Dabei kommen die Superstars um Eden Hazard, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku alle in die besten Jahre, zudem hat Belgien als erstes europäisches Team neben Gastgeber Russland das Ticket gelöst. Von einem Stammplatz muss Thorgan Hazard angesichts der Wucht in der Offensive wohl gar nicht erst träumen, aber eine Nominierung an sich wäre bereits eine große Auszeichnung. Die Chancen stehen gut, wenn der 24-Jährige in Gladbach sein Potenzial abruft – Tore sind letztlich das beste Argument.

  • USA

Enttäuschender hätten die beiden Qualispiele für die USA kaum laufen können. Nach der Niederlage gegen Costa Rica sorgte HSV-Stürmer Bobby Wood mit seinem 1:1 in Honduras wenigstens dafür, dass die direkte Qualifikation aus eigener Kraft noch möglich ist. Bei noch zwei ausstehenden Spielen droht den USA aber nicht nur ein Play-off-Duell gegen ein asiatisches Team, sondern auch das komplette Aus. Fabian Johnson erhielt nach seinem Einsatz gegen Costa Rica schlechte Kritiken und saß in Honduras nur auf der Bank. Im Falle einer WM-Teilnahme wäre er 2018 trotzdem im Kader gesetzt.

  • Dänemark

Jannik Vestergaard neben Andreas Christensen – sowohl für Borussia- als auch für Dänemark-Fans war das in der vergangenen Saison ein gewohntes Bild. Allerdings hatten die beiden Innenverteidiger ihren Platz auf dem Rasen, nicht auf der Bank. Nun mussten sie bei den überzeugenden Siegen der Dänen gegen Polen und in Armenien jeweils 90 Minuten zusehen. Gladbachs Dauerbrenner Vestergaard kommt also ausgeruht zurück. Schafft Dänemark die WM-Quali, ist es kaum vorstellbar, dass Age Hareide auf ihn verzichten würde im Kader. Vom ersten bis zum dritten Platz ist noch alles drin in der Gruppe. Eine Vorentscheidung kann im nächsten Spiel bei den punkt- und torgleichen Montenegrinern fallen, Polen ist drei Zähler voraus.

  • Slowakei

Laszlo Bénes ließ die Slowaken jubeln mit seinem Siegtreffer zum 1:0 gegen Nordirland – allerdings war es die U21. Die führt die Qualifikationsgruppe mit sechs Punkten nun an, 2019 findet die EM in Italien und San Marino statt. Doch Bénes träumt nach seinem Debüt für die A-Nationalmannschaft im Juni natürlich auch von der WM in Russland. Er wird nächste Woche erst 20 Jahre alt, hat aber noch genügend Zeit, um sich als Perspektivspieler bei den Großen ins Gespräch zu bringen. Die Slowakei kämpft um den Play-off-Platz hinter England und muss noch nach Schottland reisen, das genau wie Slowenien nur einen Punkt hinter ihnen liegt.

  • Guinea

Nach der Diagnose Muskelbündelriss gab es für Ibrahima Traoré auch von der Nationalmannschaft Guineas keine guten Nachrichten. Die verlor am Montagabend ohne ihren Kapitän 0:1 in Libyen und kann das Turnier in Russland bereits abhaken. 2022 in Katar wäre Traoré 34 Jahre alt – es wird eng mit einer WM-Teilnahme.

 
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