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Borussia Mönchengladbach
Nicht nur für Herrmann ein grausamer Abend

Herrmann verletzt sich am Knöchel
Herrmann verletzt sich am Knöchel FOTO: dpa, rje lof
Mönchengladbach. Borussias Flügelspieler verletzt sich beim 0:3 gegen Hertha BSC. Für seinen Kumpel Jonas Hofmann läuft es rein sportlich schlecht in Berlin. Von Karsten Kellermann

Patrick Herrmann und Jonas Hofmann haben zumindest abseits des Rasens einiges erlebt in ihrer Zeit bei Borussia Mönchengladbach. Sie haben Riesenschildkröten auf den Seychellen gefüttert, am Strand mit einheimischen Kindern Fußball gespielt und sind im Phantasialand Wildwasserbahn gefahren. Und dann war da noch der Tag, an dem Herrmann mit Hilfe von Julian Korb im Trainingslager das Bett eines Zimmerkollegen Hofmann auseinandernahm. All das haben die beiden Freunde im sozialen Bildernetzwerk Instagram ausgiebig dokumentiert.

Auf den einschlägigen Fußballseiten im Internet waren bislang nur wenige gemeinsame Erlebnisse überliefert. Herrmann war oft verletzt, Hofmann oft außen vor seit seinem Wechsel nach Gladbach. Beide von Beginn an? Das gab es am Freitag beim 0:3 gegen Hertha BSC erst zum zweiten Mal in der Bundesliga nach dem 2:0-Sieg beim SV Darmstadt Mitte Mai. Schnell stand jedoch fest, dass Herrmann und Hofmann diesen Abend im Berliner Olympiastadion wohl schnell aus ihrem Gedächtnis löschen wollen.

Als Hertha in der 33. Minute das 2:0 erzielte, war Herrmann schon gar nicht mehr auf dem Platz. Gestützt von den Mannschaftsärzten, humpelte er gerade in die Kabine, als der Angriff seinen Lauf nahm, den Salomon Kalou zu seinem zweiten Treffer nutzte. Sturmkollege Vedad Ibisevic war unglücklich auf Herrmanns rechtes Bein gefallen. Das Sprunggelenk knickte so übel weg, dass jeder Beobachter das vor Schmerzen hochrote Gesicht des 25-Jährigen nachempfinden konnte. Als Christoph Kramer kurz vor der Pause auch noch die Gelb-Rote Karte sah, wurde Herrmann gerade für den Transport ins Krankenhaus vorbereitet. "Er meinte, es hat geknackt", sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel.

Herrmann konnte am Samstag mit seinem Team die Heimreise antreten. In der Nacht war bei einer Untersuchung in einem Berliner Krankenhaus ein Knöchelbruch ausgeschlossen worden. Nach dem Flug nach Düsseldorf soll eine MRT-Check Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Schubert geht "mit Sicherheit" von einer "schweren Bänderverletzung" aus. "Für uns war es ein absolut gebrauchter Tag", sagte der Coach.

Angesichts des weiteren Spielverlaufs erscheint es absurd, aber Borussia hatte eine Viertelstunde lang ein wirklich gutes Auswärtsspiel gemacht. Sie bespielte konsequent die linke Berliner Abwehrseite, wo Marvin Plattenhardt verletzt fehlte. Mehrmals lief Herrmann dem Ersatzmann Maximilian Mittelstädt davon. In der 10. Minute suchte er im Rückraum noch einen Phantom-Mitspieler, in der 15. Minute missriet Lars Stindls Abschluss aus guter Position. Und dann ging es bergab.

Für die Tatsache, dass er zu den Lichtblicken gezählt hatte, wird sich Herrmann nichts kaufen können. "Für Patrick ist es schwierig", hatte sein Trainer André Schubert noch vor gut einer Woche nach dem DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart gesagt. "Diese Situation kennt er nicht. Eigentlich bräuchte er jetzt mal vier, fünf Spiele hintereinander, um den Rhythmus wiederzufinden." Deshalb wird es Schubert ein besonderes Anliegen gewesen sein, dem Flügelflitzer vor der Länderspielpause noch etwas Spielpraxis zu verschaffen. Es wurde nur eine halbe Stunde.

Und Jonas Hofmann? Der stand 85 Minuten auf dem Rasen. Schubert hatte ihm eine Position im Offensivdreieck mit Stindl und Raffael gegönnt. Dort produzierte Hofmann nichts Nennenswertes, im Zweikampf mangelte es ihm einmal mehr an Durchsetzungsvermögen. So wird es trotz Herrmanns Verletzung schwer mit mehr Einsatzzeit.

Quelle: RP
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