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Borussias Außenverteidiger
Elvedi ist wie Wendt jetzt ein Dauerbrenner

Borussia Mönchengladbach: Nico Elvedi ist wie Oscar Wendt jetzt ein Dauerbrenner
Treffen sich auf dem Rasen meist nur beim Jubeln: Linksverteidiger Oscar Wendt (links) und Rechtsverteidiger Nico Elvedi. FOTO: imago
Mönchengladbach. Borussias Außenverteidiger wollen nach dem guten Auftritt in Bremen auch gegen Bayer Leverkusen die Balance in ihrem Spiel finden. Von Jannik Sorgatz

Dass aus Nico Elvedi mal ein richtiger Rechtsverteidiger werden würde, war beileibe nicht abzusehen. In den letzten 25 Tagen seines Schaffens mutete Trainer André Schubert dem Schweizer gleich sechs verschiedene Positionen zu: rechts vor einer Dreierkette, in der Mitte in einer Fünferkette, als Zweiter von links in einer Sechserkette, links in einer Viererkette, rechts in einer Viererkette und links in einer Dreierkette. Dieter Hecking dagegen hat Elvedi bislang auf genau einer Position beginnen lassen: rechts in einer Viererkette, und das inzwischen 20-mal. Kein Wunder, dass Elvedi im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: "Ich fühle mich da von Spiel zu Spiel wohler."

Mehr Torbeteiligungen hatte er sich vor der Saison vorgenommen, mit je einem Treffer und einer Vorlage ist der 21-Jährige auf einem ganz guten Weg. "Ich bin froh, dass es so gut läuft und mir der Trainer vertraut", sagt Elvedi, der bislang jede Minute absolvieren durfte, und fügt hinzu: "Ich glaube aber, dass ich auch etwas zurückgegeben habe."

Elvedis starke Leistung am ersten Spieltag gegen den 1. FC Köln war für jeden "Sportschau"-Gucker ersichtlich, weil sein Tor und seine große Rettungstat in jeder Zusammenfassung auftauchten. Gegen Werder Bremen gewann Jannik Vestergaard das TV-Duell, weil sein Kopfball reinging. Herausgeholt hatte die Ecke allerdings Elvedi, ebenfalls per Kopf.

Womit der Bogen vom Rechts- zum Linksverteidiger geschlagen wäre: Die Ecke zum 2:0 brachte Oscar Wendt herein und heimste den ersten Assist der Saison ein, nach Toren hatte er schon am zweiten Spieltag mit Elvedi gleichgezogen. Auch Wendt überzeugte nicht durch Spektakel-Fußball, sondern durch disziplinierte und meist fehlerfreie Arbeit auf seiner Seite. "Wir waren defensiv gut, sehr aggressiv und haben gut von hinten raus gespielt. Und dann haben wir vorne natürlich Jungs, die den Unterschied machen können", verteilt er im Gespräch mit unserer Redaktion Lob an die gesamte Mannschaft.

Für Wendt hatte sich der gute Auftritt angedeutet. "Nach der Trainingswoche hatten alle ein gutes Gefühl, als wir uns in den Bus gesetzt haben und nach Bremen gefahren sind", sagt der Schwede. Nun sei es wichtig, die guten Eindrücke morgen zu bestätigen. "Gegen Leverkusen im Borussia-Park sind es immer geile Spiele, zwei Mannschaften, die gewinnen wollen, dazu volles Haus - wir freuen uns", sagt Wendt. Seinen Stammplatz hat er so sicher wie kaum ein anderer, allein schon, weil die Alternativen im Kader eher theoretischer Natur sind. Fabian Johnson gilt offiziell als Backup, Mamadou Doucouré auch, ist aber noch lange nicht fit. In dieser Woche hilft Mandela Egbo aus der U 23 im Training aus.

Wendt ist seit 2011 bekannt dafür, einen Außenverteidiger mit Hang zum Außenstürmer zu mimen. Elvedi dagegen musste sich in diese Rolle reinarbeiten, er und Wendt stehen so hoch, dass die durchschnittlichen Positionen der Gladbacher ein 2-4-4 ergeben. "Ich schalte mich gerne nach vorne ein, Scorerpunkte zu machen, ist schön", sagt Elvedi. "Das verlangt der Trainer auch von uns. Nur muss das Gesamtpaket natürlich stimmen." Was das angeht, war Elvedi bislang ein Spiegelbild der Mannschaft. Hinten stabil stehen, gut kombinieren, viel bewegen, Ideen haben - das klappte mal zehn Minuten (beim 1:6 gegen Borussia Dortmund), mal 70 (in Bremen).

Als Dilemma will Elvedi seine Umschulung zum Rechtsverteidiger aber nicht bezeichnen - obwohl der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic ihn eher innen sieht. "Darüber haben wir gesprochen, und das spiele ich auch im Training", sagt Elvedi. Zuletzt beim Quali-Endspiel in Portugal erhielten aber wieder einmal Johan Djourou und Fabian Schär den Vorzug. Auch wenn es ihm anders lieber wäre: So erhielt Elvedi eine selten gewordene Pause. Denn bei Borussia ist er seit dieser Saison ein Dauerbrenner.

Quelle: RP
 
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