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Rechtsverteidiger wechselt die Seite
Borussias Elvedi hat auch den Interims-Wendt drauf

Borussia Mönchengladbach: Nico Elvedi überzeugt als Linksverteidiger
Nico Elvedi. FOTO: dpa, mb nic
Mönchengladbach. Borussias Schweizer Nico Elvedi stellt sich darauf ein, mehrere Spiele hinten links auszuhelfen. Trotz der Niederlage gegen Leipzig klappte das schon gut. Von Jannik Sorgatz

Ein paar Synapsen hat Nico Elvedi neu verknüpfen müssen. Was vorher rechts war, ist jetzt schließlich links, Außen ist das neue Innen. Und es ehrt den Schweizer, dass er Probleme eingesteht, die kaum sichtbar waren beim 0:1 gegen RB Leipzig am vergangenen Samstag. "Anfangs habe ich etwas Zeit gebraucht, um reinzukommen. Aber schlussendlich war es ganz okay", sagt Borussias Stamm-Rechtsverteidiger, der wegen Oscar Wendts Ausfall nun Interims-Linksverteidiger ist, über seinen neuen Job.

Nach jedem Bundesligaspiel bittet unsere Redaktion die User von RP Online, den Borussen Noten für deren Leistung zu geben. Gegen Leipzig fanden sie Elvedi trotz der Niederlage deutlich besser als "ganz okay", mit einem Schnitt von 2,7 war er erstmals in dieser Saison der beste Gladbacher Feldspieler. Hinten ließ Elvedi kaum etwas anbrennen, einmal rutschte er aus, Marcel Sabitzer konnte flanken und in der Mitte vergab Naby Keita die eigentlich größte Chance des Spiels.

Lediglich nach vorne unternahm Elvedi nicht so viel wie sonst. "Rechts traue ich mich offensiver noch mehr. Wenn ich jetzt öfter links spiele, wird das aber auch werden", zeigt er sich zuversichtlich. Soll heißen: Die Synapsen hat er nicht nur für ein Spiel neu verknüpft? "So wie es aussieht, fällt Oscar noch ein paar Spiele aus. Der Trainer hat mit mir gesprochen, dass ich jetzt wohl öfter links spielen werde. Für mich ist das kein Problem", sagt Elvedi, der schon in Dreier- bis Sechserketten sowie links, innen und rechts in der Abwehr für Borussia gespielt hat.

Trainer Dieter Hecking hält große Stücke auf den Mann, der 2015 für vier Millionen Euro vom FC Zürich kam. Seitdem verbessert sich Elvedi kontinuierlich, nicht ohne Rückschläge, aber aus denen scheint er stets die richtigen Schlüsse zu ziehen. "In der Rückrunde", sagte Hecking einmal, also in der Anfangszeit des Trainers in Gladbach, "ist er nach Ballverlusten noch etwas zusammengesackt, jetzt ist er sofort wieder bereit, den Fehler auszubügeln, wenn ihm mal einer unterläuft."

Elvedi hat sich langfristig an Borussia gebunden

Durch seine zahlreichen Einsätze hatte sich Elvedis Vertrag automatisch bis 2020 verlängert, vor kurzem legte Borussia noch ein Jahr drauf, so dass der Schweizer Nationalspieler bis 2021 gebunden ist. Gegen Leipzig hatten nur fünf Borussen mehr Einsätze für den Klub auf dem Konto, Elvedi im Erfahrungs-Mittelfeld. Bei der ersten Trainingseinheit der Woche galt das sogar altersmäßig: 21 Spieler waren dabei, neun waren jünger als der 21-Jährige. Die jüngste Niederlage hat er verdaut, seit gestern liegt der Fokus auf dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. "Wir wissen, was für eine Qualität wir haben und dass wir vorne mitspielen können. Das müssen wir in den nächsten Spielen zeigen", sagt Elvedi über die aktuelle Lage. Dass er dabei sein und erneut den Wendt-Vertreter geben wird, gehört zu den sichersten Personalien.

Ansonsten schweben vier Tage vor dem nächsten Spiel einige Fragezeichen über Borussias Kader. Thorgan Hazard pausierte gestern aufgrund von Schienbeinproblemen, soll heute aber wieder mittrainieren. Mehr Ungewissheit herrscht bei Yann Sommer (kleiner Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) und Raffael (Wadenverhärtung).

Mindestens sieben der neun Profis, die gegen Leipzig ausgefallen sind, werden auch in Stuttgart passen müssen. Zwei davon produzierten gestern mal gute Nachrichten: Mamadou Doucouré konnte sein Pensum steigern und Laszlo Bénes erstmals seit fast fünf Monaten überhaupt am Mannschaftstraining teilnehmen. Im Spiel auf zwei Tore war der Slowake gleich mehr involviert als erwartet: Er musste einspringen, weil sich U23-Mann Florian Mayer am Knie verletzt hatte.

Quelle: RP
 
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