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Borussia Mönchengladbach
Offene Fragen im Sturm und in der Abwehr

Fotos: Stindl trifft bei Pflichtspiel-Debüt doppelt
Fotos: Stindl trifft bei Pflichtspiel-Debüt doppelt FOTO: dpa, ahe kno
Mönchengladbach. Gladbachs Spielweise und Josip Drmics Qualitäten müssen weiter an einem konstruktiven Kompromiss arbeiten, und angesichts der Verletzungsprobleme von Martin Stranzl und Alvaro Dominguez bereitet der personelle Ist-Zustand in der Defensive durchaus Sorgen. Von Stefan Klüttermann

Es ist ein zweischneidiges Schwert mit Borussias Innenverteidigern in diesen Tagen. Zum einen gab und gibt es reichlich Anerkennung für die Premiere des jungen Gespanns aus Andreas Christensen (19) und Marvin Schulz (20) beim Pokalauftakt auf St. Pauli. Zum anderen wachsen die Sorgen, was die vermeintliche Wunschbesetzung auf diesen beiden Positionen anbelangt. Gestern wurde bekannt, dass Alvaro Dominguez definitiv zwei weitere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Der Spanier und Borussias medizinische Abteilung ziehen die Reißleine der bisherigen Behandlung und lassen den 26-Jährigen auf dessen Wunsch in Spanien selbst eine ausgiebige Reha durchlaufen.

Der bisherige Mix aus Entlastung und schrittweiser Wiederbelastung schlug offensichtlich nicht mehr an, zumal die Rückenprobleme ein inzwischen monatelanges Thema sind. Dass Dominguez sich eine Behandlung in der Heimat gewünscht hat, dürfte in diesem Zusammenhang übrigens weniger für ein Misstrauen in Borussias Mediziner als viel mehr für die Erkenntnis des Vereins sprechen, dem Spieler auch mental eine Reha-Phase zu gönnen, denn Dominguez' Körpersprache in der Vorbereitung strotzte zuweilen nicht gerade vor Optimismus und Zufriedenheit ob seiner Situation.

Porträt: Josip Drmic: Schafft er es noch bei Borussia? FOTO: Dieter Wiechmann

Dominguez fällt also aus, und Martin Stranzl muss nach seiner Sehnenreizung im Oberschenkel auch erst mal wieder ins Mannschaftstraining zurück. Womöglich wird dem 35-Jährigen künftig eine Rolle zufallen, wie sie ein Sami Hyypiä in seiner letzten Saison in Leverkusen unter Jupp Heynckes hatte: Der Finne musste beileibe nicht mehr jedes Mannschaftstraining mitmachen, die Belastung wurde angepasst reduziert.

So stehen also momentan "hinter" Christensen und Schulz nur Tony Jantschke, Roel Brouwers oder ein Nico Elvedi ohne Bundesligaerfahrung bereit, und hinten links muss man Oscar Wendt in Watte packen, weil er der einzig verbliebene Linksverteidiger ist. Gut möglich also, dass Max Eberl doch noch mal tätig werden muss in Sachen Abwehrspieler: Erfahren und Linksfuß dürften bei einer Suche als Attribute dominieren.

Ganz vorne gibt es nicht wirklich Sorgen, aber die Eindrücke von St. Pauli zeigten dennoch klar auf, dass Gladbachs Spielweise und Josip Drmics Qualitäten weiter an einem konstruktiven Kompromiss arbeiten müssen. Drmic kann nicht den Max Kruse 2.0 geben als aus der Tiefe mitkombinierender Stürmer. Drmic ist auch laufstark, aber er ist eben stärker, wenn er erst später während einer Angriffsaktion an den Ball und so binnen weniger Kontakte zum Abschluss kommt. Dies kann auch durchaus nach einer Flanke passieren, doch Flanken waren bislang eher ein "No go" auf Borussias Flügeln, nun muss auch dort situativ ein Umdenken stattfinden, um Drmics Stärken in Gänze ins Spiel einbauen zu können. Josip müsse sich erst an Borussia gewöhnen, Borussia aber eben auch an Josip, hatte Eberl bei der Vorstellung des Schweizers gesagt. Das Pokalspiel bestätigte da nur seine Einschätzung.

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Weil in Lars Stindl aber der zweite Sechser eh mehr Offensivdrang besitzt als noch ein Christoph Kramer, ist die Kruse-Rolle im System nun eh weniger gefragt. Gar nicht gefragt war im Kader am Montag indes Branimir Hrgota, und das, obwohl Sturm-Konkurrent André Hahn fehlte.

Quelle: RP
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