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Borussia Mönchengladbach
Kein Borusse im EM-Kader? Nachvollziehbar!

Überblick: Joachim Löws EM-Kader
Überblick: Joachim Löws EM-Kader FOTO: dpa, woi lof
Meinung | Mönchengladbach. Am Niederrhein hat Joachim Löw am Dienstag keine neuen Freunde gefunden. So viel steht fest. Denn insgeheim hatte in Gladbach wohl so mancher gehofft, dass doch noch ein Borusse als große Überraschung den Weg in den vorläufigen deutschen EM-Kader finden würde. Daraus wurde nichts. Allein: Ein Skandal ist das Ganze jetzt nicht. Im Gegenteil: Es ist durchaus nachvollziehbar, dass kein Borusse dabei ist. Von Stefan Klüttermann

Mo Dahoud, André Hahn, Patrick Herrmann und Lars Stindl galten als Gladbacher Kandidaten für eine Überraschungsnominierung, aber bei allen Vieren gibt es eben vertretbare Gründe, sie nicht nach Frankreich mitzunehmen, ohne dem Bundestrainer unterstellen zu müssen, er möge Spieler aus Gladbach nicht, weil Gladbach nicht in Baden-Württemberg liegt.

Herrmann war ein halbes Jahr lang verletzt und kam seitdem – auch wegen der Systemumstellung von André Schubert  – nur zu Kurzeinsätzen. Hahn war ein halbes Jahr lang verletzt, kam zwar danach wie Phoenix aus der Asche zurück und hatte mit seinen Toren und Leistungen im Saisonendspurt großen Anteil am Gladbacher Einlaufen auf Rang vier, aber Konstanz in der Leistung über einen langen Zeitraum kann er eben (verständlicherweise) bis jetzt nicht vorweisen, und für Löws Tiki-Taka-Offensive ist er einfach auch nicht der passende Spielertyp.

Stindl war bislang kein Thema für die DFB-Elf, und ist es also weiterhin nicht. Der Grund liegt nicht zuerst in seinem Alter von 27 Jahren, sondern vor allem darin, dass er sich als Offensivspieler der wohl qualitativ größten Konkurrenz über alle Mannschaftsteile hinweg ausgesetzt sieht. Die Überraschungsnominierung ließ Löw hier Talenten wie Leroy Sané (20) oder Julian Brandt (20) zukommen.

Und Dahoud? Der hätte doch dabei sein können oder gar müssen, wenn doch ein Julian Weigl auch dabei ist, oder? In der Tat dürfte Dahoud in Löws Überlegungen wohl die größte Rolle aller vermeintlichen Gladbacher Kandidaten gespielt haben, aber seine Nichtnominierung ist wohl eher ein Signal, dass man dem U20-Nationalspieler noch Zeit zur Entwicklung zugesteht – Zeit, die er im Übrigen gut gebrauchen kann, denn bei aller nachgewiesenen Qualität fehlt es dem 20-Jährigen, zum Beispiel im Vergleich mit Weigl, eben noch an Konstanz.

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