| 20.14 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Wendt beschert die Borussia in Unterzahl

Einzelkritik: Bestnote für Wendt, 6 für Xhaka
Einzelkritik: Bestnote für Wendt, 6 für Xhaka FOTO: ap
Mönchengladbach. Trotz einer Roten Karte für Kapitän Granit Xhaka hat sich Borussia mit dem 3:2 gegen Darmstadt 98 den anvisierten positiven Jahresabschluss beschert und überwintert nun auf einem Champions-League-Platz. Von Stefan Klüttermann

Granit Xhaka war wohl noch nicht auf besinnliche Tage eingestellt. Der Schweizer leistete sich gegen Peter Niemeyer Ende der ersten Halbzeit eine klare Tätlichkeit und damit bereits seinen dritten Platzverweis in dieser Spielzeit, aber auch in Unterzahl behielten die Gladbacher beim turbulenten 3:2 am Ende die Oberhand und überwintern damit als Tabellenvierter mit 29 Punkten.

Über die Art von Spiel, die ihnen da zum Hinrundenabschluss ins Haus stehen würde, hatten sich die Borussen bereits zuvor wenig Illusionen gemacht. Darmstadt agierte dann auch als die erwartet körpertont, ja hart zu Werke gehende Mannschaft, die ob ihrer nachgewiesenen Stärke bei Kopfbällen den Ball so oft und so lange wie möglich in der Luft halten wollte. Für die Gastgeber hingegen ging es darum, geduldig das eigene Kombinationsspiel gegen die engmaschige Defensive des Aufsteigers durchzubringen. So weit also die taktische Marschroute in einem Duell, das es in der Bundesliga zuletzt 1981/82 gegeben hatte.

Xhaka tritt nach und sieht die Rote Karte FOTO: Screenshot Sky

Den ersten Wirkungstreffer in Form der 1:0-Führung setzen die Gäste nach 24 Minuten – und ganz entsprechend ihrer Spielanlage fiel dies, weil sich Lilien-Stürmer Sandro Wagner im Gladbacher Sechzehnmeterraum im Kopfballduell gegen den 19-jährigen Schweizer Nico Elvedi durchsetzen konnte, und Flügelflitzer Marcel Heller so aus kurzer Distanz wenig Mühe mit einem erfolgreichen Torabschluss hatte. Es war bereits das 14. Gegentor von André Schuberts Borussen in den vergangenen vier Spielen.

Was folgte, war der nächste in einer Reihe unrühmlicher Auftritte Granit Xhakas im Trikot der Borussen: Als sich sein Laufweg in der Vorwärtsbewegung mit dem von Gegenüber Niemeyer kreuzte, verlor Gladbachs Schweizer mal wieder die Beherrschung und trat nach. Schiedsrichter Benjamin Brand, seit dieser Saison in Liga eins tätig, zeigte Xhaka Rot – es war für diesen bereits Platzverweis Nummer sechs, seitdem der 23-Jährige 2012 aus Basel an den Niederrhein gekommen war. Die fünf Feldverweise zuvor waren indes Gelb-Rote Karten gewesen – so auch die bisherigen in dieser Spielzeit in Bremen und gegen Ingolstadt.

Borussia feiert den knappen Sieg gegen Darmstadt FOTO: ap

Ohne Xhaka, den Schubert bei Dienstantritt zum Zwecke gesteigerten Verantwortungsgefühls extra im September zum Kapitän gemacht hatte, und in einer naturgemäß nun endgültig hektisch-hitzigen Atmosphäre im Borussia-Park fanden wütende Gastgeber dann tatsächlich nochmal ins Spiel zurück, als Lars Stindl einen schlecht abgewehrten Ball von der Strafraumkante mit links zum 1:1 ins Darmstädter Tor zirkelte.

Wenn Borussias so wechselvolle Hinrunde eines fast immer zu bieten hatte, dann Spektakel – so also auch am Sonntagabend zum Abschluss. Und den nächsten Spektakel-Treffer landeten diesmal erneut die zehn verbliebenen Hausherren: Havard Nordtveit, sonst er als Vertreter brachialer Freistöße bekannt, zirkelte diesmal einen solchen gefühlvoll zur 2:1-Führung um die Mauer. Das Spiel und das Stadion mit ihm standen Kopf.

Darmstadt musste nun seine abwartende Haltung endgültig ablegen, was dem Team a) sichtlich nicht behagte und b) umschaltstarken Gladbachern immer wieder Räume zum Kontern bot. Dass Darmstadt schließlich doch noch zum Ausgleich kam, war dann wenig überraschend erneut das Ergebnis ihrer Lufthoheit: Wagner köpfte aus kurzer Distanz ziemlich unbedrängt das 2:2.

Doch der Schlussakt in diesem Drama war wieder den Borussen vorbehalten: Linksverteidiger Oscar Wendt schloss in den Schlussminuten eine sehenswerte Kombination zum 3:2 ab und bescherte damit ganz Gladbach schöne Weihnachten. Bis auf Granit Xhaka wahrscheinlich.

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