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Borussia Mönchengladbach
Herrmann: "Ich habe in der Champions League Blut geleckt"

Das ist Patrick Herrmann
Das ist Patrick Herrmann FOTO: afp, agz
Mönchengladbach. Patrick Herrmann greift nach einer schwierwiegenden Verletzung jetzt wieder so richtig an. Im Interview spricht der Flügelflitzer über seine Ziele, das schwierige letzte Jahr und die EM in Frankreich. Von Karsten Kellermann

Herr Herrmann, die vergangene Saison war für Sie eine zum "Abhaken". Sie haben sich das Kreuzband gerissen und sind monatelang ausgefallen.

Patrick Herrmann Das ist richtig. Darum tut es jetzt gut, von Beginn an wieder auf dem Platz zu stehen und nicht irgendwann am Ende der Saison wieder einzusteigen als Verletzter, der lange nicht trainiert hat. Es ist für mich wichtig, die Vorbereitung mitzumachen.

Trainer André Schubert will in der neuen Saison auf viel Flexibilität setzen. Sie können im Zentrum stürmen, Außen spielen und auch Außenverteidiger sein in der Variante mit der Dreierkette.

Herrmann Außenverteidiger habe ich im letzten Spiel in Darmstadt gespielt. Und vorher auch in einem Testspiel. Es hat ganz gut funktioniert – ich wusste aber, dass ich den Job machen kann. Es ist gut, wenn man als Spieler mehr als nur eine Position anzubieten hat.

Ganz vorn sind wohl Raffael und Lars Stindl gesetzt rangeln Sie mit André Hahn und Thorgan Hazard um den dritten Platz im Angriff? Hazard als Option für das Tiki-Taka mit Stindl und Raffael, Hahn als beweglicher, aber "echter" Neuner und Sie als Konterspieler.

Herrmann Sicher bin ich für vorne eine Option, aber ich denke, dass meine erste Position außen ist ob jetzt im normalen 4-4-2 weiter vorne oder als vorgezogener Außenverteidiger mit einer defensive Dreierkette. Aber wenn der Trainer mich im Zentrum braucht, bin ich natürlich bereit. Auch da habe ich schon gute Spiele gemacht, denke ich.

Was erwarten Sie für sich von dieser Saison, nachdem die letzte so misslich gelaufen ist?

Herrmann Erst mal hätte ich es gern, dass wir in die Champions League kommen. Ich habe in der vergangenen Saison ein Champions League-Spiel hier gemacht, da habe ich natürlich Blut geleckt und würde mich freuen, wenn das eine oder andere noch dazu kommt.

Sie haben sich immer schon gewünscht, mit Borussia ein Europapokal-Spiel auf der britischen Insel zu machen. Wäre es nur gerecht, wenn es nun in Play-offs das Treffen mit Manchester City geben würde?

Herrmann (grinst) Kann man so sagen. Aber von mir aus können wir auch gerne erst in der Gruppenphase auf ein britisches Team treffen. Aber so oder so: In den Play-offs müssen wir, egal gegen wen, alles dafür tun, weiterzukommen.

In der Bundesliga startet Borussia mit dem Heimspiel gegen Leverkusen. Das ist Ihr Lieblingsgegner.

Herrmann Stimmt. Gegen Bayer habe ich fast immer getroffen und ein paar Tore vorgelegt. Vor allem ist toll, dass das erste Spiel zu Hause ist. Es ist immer etwas Besonderes im Borussia-Park zu spielen vor unseren eigenen Fans.

Die EM haben Sie vermutlich ausführlich verfolgt. Wie gefällt Ihnen das DFB-Team bisher?

Herrmann Selbstverständlich. Ich würde sagen, ich habe 80 Prozent der Spiele gesehen. Ganz ehrlich: Wenn ich die Jungs spielen sehe, denke ich natürlich auch daran, dass ich letztes Jahr noch dabei war und vielleicht eine Chance gehabt hätte, wenn ich mich nicht verletzt hätte. Aber ich kann es nicht ändern und fiebere eben vor dem Fernseher mit, bin voll und ganz Fan. Ich hoffe natürlich, dass wir den Titel holen.

Gegen Italien wird es im Viertelfinale nicht leicht.

Herrmann Wenn man den Titel holen will, muss man eh jeden schlagen. Bei der WM haben wir auch gegen Brasilien gewonnen. Die Jungs haben das Zeug dazu, sie müssen es nur abrufen auf dem Platz.

Abrufen müssen auch Sie alles: Wie wichtig sind die sieben Wochen Vorbereitung für Sie?

Herrmann Ich will richtig reinkommen, darum ist es eine wichtige Phase für mich. Ich bin fit und will zeigen, dass ich bereit bin, auch auf dem Platz da zu sein. Es war schön, dass ich im letzten Spiel mich zeigen konnte, jetzt will ich da anknüpfen.

Quelle: RP
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