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Borussia Mönchengladbach
Herrmanns belastete Rückkehr nach Biel

Das ist Patrick Herrmann
Das ist Patrick Herrmann FOTO: afp, agz
Mönchengladbach. In Biel erleidet der Borusse im vergangenen Jahr seinen Kreuzbandriss. In Biel spielt Borussia am Freitag wieder ein Testspiel. Von Stefan Klüttermann

Biel. 53.000 Einwohner, die zehntgrößte Stadt der Schweiz. Sie gilt als Uhren-Weltmetropole, Swatch hat hier seinen Sitz, Rolex einen Produktionsstandort, und auch der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie ist dort zu finden. Der älteste 100-Kilometer-Lauf der Welt findet hier alljährlich statt, und Anfang Juni verteidigten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Biel ihren Titel bei den Beachvolleyball-Europameisterschaften. Aber dass Biel in der Karriere eines deutschen Profifußballers eine irgendwie besondere Stellung einnimmt, gilt dann doch als sehr unwahrscheinlich. Bei Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach ist genau das aber der Fall.

Es war der 4. September 2015. Borussia spielte an diesem Freitagabend ein Freundschaftsspiel im Rahmen des - natürlich - Uhren-Cup in der Bieler Arena, die - natürlich - den Namen einer Uhrenmarke trägt. 2:1 schlug Gladbach den FC Sion, aber Herrmann musste nach 35 Minuten "vorsorglich", wie es zunächst hieß, nach einem Zusammenprall ausgewechselt werden. Was erst eine Kapselverletzung war, wurde einen Monat, drei Bundesligaeinsätze und einen Champions-League-Auftritt später als Kreuzbandriss diagnostiziert. Herrmann musste fast ein halbes Jahr lang pausieren. Am Freitag nun kehrt der 25-Jährige mit Borussia nach Biel zurück. Im zweiten Spiel des Uhren-Cup - das erste bestreiten die Fohlen heute um 19.30 Uhr in Grenchen gegen die Young Boys Bern - geht es um 20 Uhr gegen den FC Zürich. Eine Rückkehr mit gemischten Gefühlen für Herrmann. "Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr genau, wie der Ort hieß, aber an das Spiel kann ich mich noch ganz genau erinnern. Und ich erinnere mich noch genau, wie es passiert ist, und dass es dort passiert ist. Es wird also bestimmt nicht so schön für mich, dort wieder zu spielen", sagt er dieser Tage.

Biel im September 2015 - das war der Anfang der wohl schwierigsten Phase in Herrmanns Karriere. Erst die schlimme Diagnose, dann die Entscheidung "Operieren oder nicht?", dann die konservative Behandlung. Seitdem ist er frei von Rückschlägen im Knie, das ist die gute Nachricht. "Die Ärzte haben gesagt, wenn ich mich gut fühle, wird auch nichts mehr untersucht, weil es mich dann einfach auch nur unsicherer machen würde", sagt Herrmann. In sich hinein horchen, ins Knie, das macht "Flaco" eh schon lange nicht mehr. Und so will er in dieser Vorbereitung angreifen, wieder mehr Spielanteile haben als zuletzt - auch im neuen 3-4-3. "Auf der Außenposition vor der Dreierkette habe ich in Testspielen jetzt ja schon oft genug gespielt, auch gerade in Darmstadt. Das ist überhaupt kein Problem für mich", sagt er.

Die Konkurrenz bei diesem Vorhaben ist so groß wie nie in Herrmanns Gladbacher Zeiten. Der Kader ist qualitativ gut, gerade auch in der Breite. "Wenn ich so in der Kabine sitze auf meinem Platz, auf dem ich ja schon ewig sitze, und dann in die Runde gucke und sich dann fast alle Plätze ausgetauscht haben, dann ist das schon krass. Und es zeigt natürlich auch, was für eine Qualität wir im Kader inzwischen haben", sagt Patrick Herrmann.

Es ist eine Qualität, bei der einen selbst kleinere Verletzungen erst einmal in der Rangfolge zurückwerfen können. Deswegen ist Herrmanns oberstes Ziel, fit zu bleiben. Das gilt insbesondere für die Rückkehr nach Biel. "Ich sage im Scherz immer, mein Kreuzband liegt wahrscheinlich immer noch dort auf dem Platz. Ich könnte den Platzwart ja mal fragen, ob er was gefunden hat", sagt Herrmann und lacht.

Quelle: RP
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