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Borussia Mönchengladbach
Raffael: "Die anderen haben mich aufgemuntert"

Raffael verschießt Elfmeter nach Schwalbe
Raffael verschießt Elfmeter nach Schwalbe FOTO: dpa, ve sab
Mönchengladbach. Borussias Brasilianer machte gegen Manchester ein starkes Spiel, vergab aber gute Chancen und einen Elfmeter. Nun trifft er am Samstag, wenn Wolfsburg kommt, auf seinen früheren Sturmpartner Max Kruse. Mit seinem neuen Mit-Angreifer Lars Stindl war die Zusammenarbeit zuletzt ertragreich. Von Karsten Kellermann

Raffael machte beim 1:2 gegen Manchester City ein starkes Spiel. Er war das geistige Zentrum des Borussen-Teams, war ideenreich und tatendurstig. Doch er verpasste es, sich zu belohnen. Zweimal tauchte er vor Joe Hart, dem Torhüter von "City", auf, in beiden Fällen machte sich Englands Nummer eins ganz groß und hielt. Hart wehrte auch Raffaels Elfmeter ab. Den schoss der Borusse, obwohl das ungeschriebene Gesetz des Fußballs besagt, dass der Spieler, der gefoult wurde, besser nicht schießen sollte. Patrick Herrmann hatte auch Interesse bekundet, den Job zu übernehmen, doch Raffael schritt zur Tat, mit bekanntem Ausgang. Er grämt sich jedoch nicht und tut, was er immer tut: "Positiv sein", sagte er im Gespräch mit Journalisten nach dem Abpfiff des Spiels gegen City. Zudem sprach er über die Gründe für die Niederlage im ersten Champions-League-Heimspiel und schaute auf Treffen mit dem VfL Wolfsburg am Samstag voraus.

Alle Elfmeter gegen Borussia in der Saison 15/16 FOTO: ap, mm

Sie haben mit Borussia ein starkes Spiel gemacht gegen Manchester City. Warum hat es nicht zu einem Punkt gereicht?

Raffael Es ist schade, oder? Wir hatten in der ersten Halbzeit sehr gute Chancen und haben sie leider nicht genutzt. Dann passiert noch der Elfmeter für City – einfach schade.

Sie selbst haben auch einen Elfmeter bekommen. Es wurde darüber diskutiert. War es einer?

Raffael Ich denke, es war kein Elfmeter. Ich bin gefallen – aber der Schiedsrichter hat gepfiffen.

Sie haben sich den Ball geschnappt und verschossen.

Raffael Ich war mir sicher, dass ich ihn reinmache, es lief ja gut bei mir und ich hatte Selbstvertrauen. Aber es hat nicht geklappt. Ich hätte besser schießen müssen. Ich habe im letzten Moment den Fuß noch ein wenig gedreht, dann hat er gut gehalten. So etwas passiert im Fußball. Die anderen haben mir keine Vorwürfe gemacht, sie haben mich aufgemuntert, das ist wichtig für mich.

CL 15/16: Borussen-Fans zeigen tolle Choreo FOTO: Dirk Päffgen

Haben Sie an Bielefeld gedacht? Da haben Sie in der vergangenen Saison im Pokal im Elfmeterschießen auch nicht getroffen.

Raffael Nein, daran habe ich nicht gedacht. Und ich werde auch wieder antreten, wenn wir einen Elfmeter bekommen.

Mit einem Tor hätten Sie Ihre starke Leistung krönen können. Sie wirken total befreit im Vergleich zu den ersten fünf Spielen der Saison.

Raffael Wir haben gegen City alle gut gespielt, das ist sehr positiv. Das können wir aus dem Spiel mitnehmen. Wir müssen jetzt nach vorn schauen. Am Samstag ist ein wichtiges Spiel, da werden wir alles geben.

Samstag kommt Wolfsburg. Gegen City haben Sie und Ihr Kollegen wie schon gegen Augsburg und in Stuttgart früh attackiert. Ist das auch der Ansatz gegen Wolfsburg?

Raffael Klar. Es wird sicherlich schwer, aber wir wollen weiter gewinnen in der Bundesliga. Das Spiel gegen Manchester war trotz der Niederlage kein Rückschlag. Wir haben gut gespielt und so wollen wir weitermachen.

Einzelkritik: Borussias Innenverteidigung überzeugt FOTO: afp, pst/dg

Wenn die Wolfsburger in der Borussia-Park kommen, trifft Raffael auch seinen kongenialen Sturmpartner der vergangenen zwei Spielzeiten wieder: Max Kruse, der im Sommer zu den Niedersachsen wechselte. Die beiden waren für Ex-Trainer Lucien Favre das Sturmduo par exellence: Raffael als Inkarnation der Neuneinhalb, dem Mischwesen zwischen Mittelfeldspieler und Stürmer, und Kruse als stets umtriebiger Mann ganz vorn. 50 Tore und 29 Vorlagen produzierten die beiden in der gemeinsamen Schaffenszeit, und Raffael gab zu Beginn der Saison zu, dass er den Partner und seine Spielweise doch sehr vermisse.

Nun hat er in den vergangenen drei Spielen in Lars Stindl einen an seiner Seite, mit dem es auch zu passen scheint. Immer, wenn die beiden das Angriffsduo bildeten, war es ertragreich. In Bremen, beim 1:2, traf Stindl, beim 4:2 gegen Augsburg ebenfalls, und Raffael war an allen vier Toren beteiligt. In Stuttgart schaffte der Brasilianer seinen ersten Saisontreffer und legte ein Tor auf. Gegen Manchester war wieder Stindl erfolgreich. Nun will sich Borussia neue Angriffs-Kombination auch gegen Wolfsburg beweisen.

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