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Borussia Mönchengladbach
Raffael ist noch kein Impulsgeber

Borussia Mönchengladbach: Raffael ist noch kein Impulsgeber
Raffael hat zuletzt gegen Dortmund und Hannover zwei ungewohnt frühe Auswechslungen erlebt. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Der "Maestro" kommt bei vielen Fans von Borussia Mönchengladbach momentan nicht gut weg. Findet Raffael gegen Werder Bremen seine Form wieder? Von Jannik Sorgatz

An guten Tagen ist eine Auswechslung für Raffael eine Auszeichnung. Dann erheben sich die Borussia-Fans, applaudieren wie für einen Oscar-Gewinner, der auf die Bühne geht, und wohl nur die Silbenaufteilung seines Namens verhindert, dass er mit Sprechchören gefeiert wird. Am vergangenen Samstag gab es nichts zu feiern, als der Brasilianer in der 64. Minute beim Stand von 0:0 gegen Hannover 96 vom Platz ging. Der Applaus hatte das Attribut "höflich", und beim Abklatschen mit Dieter Hecking war ein leichtes Kopfschütteln zu vernehmen. "Der Trainer hatte Recht mit seiner Entscheidung", sagt Raffael ein paar Tage später. "Ich war sauer auf mich, weil ich es besser kann."

Der Brasilianer ist einer der Borussen, deren Saison bislang unter dem Motto "noch nicht richtig angekommen" firmiert. Gegen Köln wirbelten die Nebenleute auffälliger. In Augsburg schaltete er den Gegner vor dem zwischenzeitlichen 2:1 mit einem einzigen Hüftschwung aus. Gegen Frankfurt fiel ihm wie all seinen Kollegen nichts ein. In Leipzig war ihm in einem intensiven Spiel zumindest das Engagement nicht abzusprechen. Gegen Stuttgart wurde er mit zwei Toren zum Matchwinner. Und dann kamen die beiden Auftritte in Dortmund und gegen Hannover, die Hecking jeweils nach gut einer Stunde beendete.

"Es ist doch logisch, dass man durch einen Personalwechsel etwas anderes versucht, wenn er nicht so drin ist im Spiel", erklärte der Trainer. "Das haben wir gemacht, und es ist aufgegangen. Er hat in den 60 Minuten etwas unglücklich gespielt und nicht so die klaren Aktionen gehabt." Die Joker (neben Raúl Bobadilla kamen Vincenzo Grifo und Denis Zakaria) gaben dem Spiel neue Impulse, Borussia gewann noch 2:1, während Raffael draußen saß.

Manch einer fragt sich, ob das nicht mal von Beginn an eine Lösung wäre. In den Foren und den sozialen Netzwerken kommt der 32-Jährige alles andere als gut weg. Von unserer Redaktion erhielt er in der Einzelkritik gegen Dortmund und Hannover jeweils eine glatte Fünf, die die User bei RP Online einmal auf eine 5,37 herabstuften und einmal mit einer 4,86 leicht aufwerteten. Raffaels Produktivität indes stimmt trotz der Phasen, in denen er scheinbar untertaucht. Pro 90 Minuten gab er in seinen Borussia- Spielzeiten 2,2 bis 2,8 Torschüsse ab. Mit 2,7 liegt er absolut im Rahmen, doch es hapert noch an der Effektivität. 8,5 Versuche benötigt er für einen Treffer, und der Elfmeter gegen Stuttgart schönt die Quote.

Jetzt in der Länderspielpause freut sich Raffael auf die "Zeit zum Arbeiten", wie er sagt. Immerhin: Er zählt zum inzwischen schon wieder erlesenen Kreis der Spieler, die noch kein Spiel verletzungsbedingt verpasst haben. Die Extraarbeit mit Fitnesstrainer im Sommer scheint sich ausgezahlt zu haben.

"Ich finde, bis jetzt ist es in Ordnung. Wir haben elf Punkte, spielen zwar nicht so gut, aber das wissen wir", sagt er über die Gesamtausbeute. "Jetzt müssen wir uns steigern." Wie fast jeder Beobachter betont er die Ausgeglichenheit der Liga. "Es ist für keine Mannschaft einfach, momentan selbst für die Bayern nicht", sagt Raffael. Auch die noch sieglosen Bremer seien in einer Woche kein Selbstläufer, weil sie schon enorm unter Druck stünden, warnt der Brasilianer.

2015 schoss er Borussia mit zwei Toren zum ersten Sieg an der Weser seit 28 Jahren. Und damals - es war der Tag, an dem Borussia die Champions League klarmachte - feierten ihn die mitgereisten Fans genau so, wie anfangs beschrieben. Ausgewechselt wurde er in der 90. Minute.

Quelle: RP
 
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