| 16.21 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Raffael Köppel und Xhakas Erbe

Borussia feiert mit den Fans in Bern
Borussia feiert mit den Fans in Bern FOTO: dpa, ps sam
Mönchengladbach. Raffael und Tony Jantschke arbeiten sich in Gladbachs Rekordlisten vor. Die Reisefreudigkeit der Borussia-Fans ist da schon lange oben angelangt. In Bern konnte man sie gar nicht richtig zählen. Von Jannik Sorgatz

Den FC Augsburg auf der Ersatzbank

  • Tobias Sippel und Fabian Johnson: U21-Europameister von 2009
  • André Hahn und Patrick Herrmann: eines und zwei Länderspiele für Deutschland
  • Mo Dahoud: aktueller U21-Nationalspieler
  • Jonas Hofmann: zehn Einsätze für die U21
  • Jannik Vestergaard: fünf Länderspiele für Dänemark

Diese sieben Profis saßen am Dienstagabend in Bern auf Borussias Bank, während es die beiden ehemaligen U21-Nationalspieler Julian Korb und Nico Schulz nicht einmal in den Kader geschafft hatten. Gleich im ersten Pflichtspiel gab André Schubert eine Kostprobe ab, über welch ein erlesenes Personal er in dieser Saison verfügt. Die Bank hatte einen genauso hohen Marktwert wie der gesamte Kader des FC Augsburg. Und dann standen ja noch sieben Spieler von Beginn an auf dem Kunstrasen, die schon für die A-Nationalmannschaft ihres Landes im Einsatz waren.

Nur Granit Xhaka hat mehr

Tony Jantschke war einer der vier (neben Lars Stindl, Tobias Strobl und Raffael) ohne Länderspielerfahrung. Dafür hatte er seinen Kollegen etwas anderes voraus: Als 2012 gegen Dynamo Kiew zum ersten Mal bei einem Gladbach-Spiel die Champions-League-Hymne ertönte, fing die Kamera bereits sein Gesicht ein. Jantschke stand zwischen Martin Stranzl und Álvaro Dominguez. Damals war er Rechtsverteidiger in einer Viererkette, in Bern spielte er links in einer Dreierkette. In der Rangliste der Borussen mit den meisten Europapokalspielen der Gladbacher Neuzeit liegt Jantschke weit vorne:

  • 23: Xhaka
  • 20: Jantschke, Wendt, Nordtveit
  • 19: Herrmann, Dominguez

Auf den Spuren von Hacki Wimmer

Woanders arbeitet sich Raffael weiter nach vorne. 45 Pflichtspieltore für die Borussia bedeuten Platz 20 in der Vereinsgeschichte, am Dienstag hat er Horst Köppel eingeholt. Den 46. Treffer verhinderte Alain Rochats Fuß, der den Direktschuss des Brasilianers unhaltbar abfälschte. Behält Raffael die Quote aus seinen ersten drei Jahren in Gladbach bei, könnte er sich am Ende der Saison Hacki Wimmer und Christian Hochstätter vorknöpfen. Beide trafen 60-mal für die Borussia.

Den Spieß umgedreht

Es war schon beeindruckend, in Bern auch die internationale Weiterentwicklung zu beobachten. Zur Erinnerung: 2012 verlor Gladbach das Play-off-Hinspiel gegen Dynamo Kiew noch 1:3 im eigenen Stadion. Mit dabei waren ein abgefälschter Treffer und ein Eigentor, diesmal hatte die Borussia selbst das nötige Glück, war angesichts aller Umstände aber die deutlich reifere und souveränere Mannschaft. Das meinte auch die Neue Zürcher Zeitung. Dort hieß es: "Alltags-Form genügt YB gegen Gladbach nicht."

Mehr als Wolfsburg und Hoffenheim zusammen

10.000 Fans in Rom, 8000 in Zürich – kurz dahinter reiht sich Bern ein mit mindestens 6000 im Stadion (die Schätzungen gehen etwas auseinander), und 8000 in der Stadt. Das sind in drei Partien mehr Gästefans, als der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim zusammen in einer Bundesligasaison haben. Wenn man so will, ist das der einzige Wermutstropfen, den die Gruppenphase der Champions League mit sich bringen würde: In der Königsklasse (78 Prozent) sind die Stadien deutlich besser ausgelastet als in der Europa League (46 Prozent).

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