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Borussias Edeltechniker
Raffael und die Kunst des Doppelpacks

Mönchengladbach. Zweimal schon hat Raffael in dieser Saison doppelt getroffen. Und nun kommt mit Schalke ein Gegner, der ihm liegt, seit der Brasilianer für Borussia Mönchengladbach spielt. Von Karsten Kellermann

Raffael grinst. Ja, dieser rote Faden der Geschichte gefällt ihm durchaus. Und die griffige Schlagzeile dazu auch: "Raffael kann den Doppelpack." Es ist eine Geschichte, die sein Privatleben ebenso einbezieht wie das Berufliche, seinen Job als Torjäger bei Borussia. Jenseits des Fußballs waren die Zwillinge Liz und Lays Raffaels schönster "Doppelpack" in diesem Jahr. Im April kamen die beiden Mädchen zur Welt. "Jetzt ist unsere große Familie komplett", ließ der nun vierfache Papa Raffael via Twitter die Welt an seinem Glück teilhaben.

Inzwischen sind die beiden Damen schon richtig groß geworden. Und sie gehen offenbar, das belegte jüngst ein Foto von der Weihnachtsfeier der Borussen bei Instagram, wie der Papa im Fußball, gern in die Offensive. Jedenfalls saß Raffael neben dem Kollegen Julio Villalba, der seinen Sohn Maximiliano auf dem Arm hatte, und eine der Raffael-Töchter neckte den Spross des Paraguayers. Gefeiert wurde im Business-Bereich des Borussia-Parks. Weiter unten, auf dem Rasen, will Raffael am liebsten schon morgen gegen seinen Ex-Klub Schalke den nächsten Doppelpack realisieren.

Diese Kunst hat der Brasilianer in dieser Saison schon zweimal vorgeführt. Erst beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart im heimischen Stadion und dann beim 4:2 in Berlin in der Arena, die viereinhalb Jahre seine Heimat war. "Ich würde mich freuen, wenn es so weitergeht", sagte er gestern.

Dass er gegen die Schalker etwas Zählbares produziert, ist aus statistischer Sicht nahezu wahrscheinlich. Zum einen hat er in dieser Saison schon einmal gegen einen Ex-Verein zugeschlagen, eben gegen die Hertha. Zum anderen hat er in allen vier Liga-Heimspielen als Borusse gegen Schalke ein Tor gemacht, zweimal bereitete er dazu noch einen Treffer vor. Und: Alle vier Spiele wurden gewonnen. 2:1, 4:1, 3:1 und zuletzt 4:2, das ist Raffaels Schalke-Bilanz. "Auch das kann von mir aus so weitergehen", stellte er klar. Nur einmal war er ganz, ganz traurig im Gladbacher Stadion nach einem Schalke-Spiel. Das war in der vergangenen Saison beim 2:2 in der Europa League, bei dem auch Raffaels Torvorlage nicht verhindern konnte, dass die Borussen aufgrund der Auswärtstor-Regelung ausschieden.

Doch jetzt ist Bundesliga. Und da gilt nur, was binnen 90 Minuten passiert. "Das Spiel ist wichtig. Wir können an Schalke vorbeiziehen", sagte Raffael. Das war schon in der vergangenen Woche so, doch in Wolfsburg verhinderte die verschlafene Anfangsphase den Sprung auf Platz zwei. So etwas soll nicht noch einmal passieren. "Jeder muss 100 Prozent geben. Wir müssen von der ersten Minute an voll konzentriert sein", sagte Raffael.

Das ist eine klare Ansage an die Mannschaft. Raffael gehört zu den Borussen, die ihre Sehnsucht nach Europa klar formuliert haben, und er weiß, dass man sich nicht allzu viele Wolfsburgs erlauben kann, gerade in einer so engen Spielzeit wie der aktuellen.

Darum will er auch keine Rücksicht nehmen auf den "Ex", der in seinen sieben Jahren in Deutschland nur eine kurze Episode war, zugleich aber eine wichtige. "Ich war ja davor in der Ukraine bei Dynamo Kiew. Ich war verletzt und unglücklich. Darum bin ich den Schalkern sehr dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, in die Bundesliga zurückzukehren", sagte Raffael. Das war im Januar 2013.

In seinen 16 Spielen als Schalker produzierte er zwei Tore und fünf Vorlagen. Eine davon tat Borussia besonders weh. Am 3. Mai 2013 legte Raffael Julian Draxler den 1:0-Siegtreffer auf, Schalke wurde Vierter. Borussia hingegen verlor am drittletzten Spieltag quasi ihr "Endspiel" um Europa und wurde letztendlich Achter. Ein solches Endergebnis würde Raffael in dieser Saison gar nicht gefallen.

Quelle: RP
 
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