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Bonhof von Stürmer überzeugt
"Villalba wird sich durchsetzen"

Borussia Mönchengladbach: Rainer Bonhof von Julio Cesar Villalba überzeugt
Gut aufgepasst: Julio Villalba (rechts) schaut genau hin, wenn Talent-Coach Otto Addo eine Übung erklärt. Der junge Stürmer aus Paraguay hat im Trainingslager die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Vizepräsident ist überzeugt vom neuen Stürmer. Er attestiert dem jungen Mann aus Paraguay ein Näschen für die gefährlichen Räume. Der 18-Jährige soll, wie die anderen jungen Spieler, von Talent-Coach Otto Addo profitieren. Von Karsten Kellermann, Rottach-Egern

Rainer Bonhof ist sich sicher: Der junge Mann mit dem wohlklingenden Namen Julio Cesar Villalba wird Borussia noch viel Freude machen. "Er wird sich meiner Meinung nach durchsetzen, und zwar eher über kurz als über lang", sagt Borussias Vizepräsident über den neuen Stürmer aus Paraguay.

Villalba ist der erste Paraguayer, der für Gladbach spielt. Dass es auch nicht allzu lange dauern wird, bis er für das erste Tor eines Paraguayers für Borussia sorgen wird, davon geht Bonhof aus. "Er hat ein Näschen, wo der Ball hinkommt, und dann ist er da, und man wundert sich, wie er dahin gekommen ist. So macht er seine Tore", sagt Bonhof. Ein solches Talent sagt man in der Bundesliga insbesondere Thomas Müller von den Bayern nach: diesen Instinkt für die gefährlichen Räume. Villalba ist erst 18, doch "für sein Alter hat er schon eine große Übersicht", lobt Bohnof.

Dass Villalba schon eine gewisse Coolness vor dem Tor hat, belegt ein fast dreiminütiges YouTube-Video. Zu hämmernden Rhythmen schießt der junge Mann da Tor um Tor, im Strafraum, aus der Distanz, per Fuß, per Kopf, quasi aus allen Lebenslagen. Nun, mit Stürmer- und Werbe-Videos ist es ja so eine Sache in Gladbachs Historie (Stichwort: Damian Mori). Doch es sind andere Zeiten.

"Es kommt einiges nach bei Borussia", hat Trainer Dieter Hecking zuletzt gesagt - und meinte damit auch Villalba. Nach dem K.o.-Schuss, den ihm Mickael Cuisance im Training versetzte, verpasste er ein paar Vorbereitungs-Tage, beim Telekom Cup zeigte er gegen Hoffenheim, dass er schon recht selbstbewusst ist. Erst geriet er mit Fabian Schär aneinander und sah Gelb, dann trat er im Elfmeterschießen an und versenkte den Ball. Zudem hat er durchaus Erfahrung, schließlich spielte er in Paraguay schon in der Ersten Liga.

Im Januar bereits hatte sich Borussia mit Villalba auf einen Wechsel geeinigt. "Wir haben ihn noch ein halbes Jahr zu Haus gelassen, auch um daheim Spielpraxis zu sammeln", sagt Bonhof. Villaba ist nun mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen. "Die Herausforderung Bundesliga wird er hinkriegen, aber es gibt noch die Herausforderungen neben dem Fußball, die er meistern muss", sagt Bonhof.

Dabei wird ihm auch Otto Addo helfen. Der Ex-Profi ist nun als Trainer für die Toptalente in Gladbach tätig. "Julio ist ein sehr offener Typ und wie alle unsere jungen Spieler schon sehr weit", sagt Addo. "Es ist stark, was er im Training macht. Jetzt gilt es, konstant zu werden. Die jungen Spieler müssen immer dranbleiben. Und wichtig ist die Anpassung, an die Kultur, an die Sprache, an die Mentalität." Er analysiert immer wieder einzelne Szenen mit den Nachwuchskräften, spricht viel mit ihnen, gibt Tipps, zeigt Schwächen auf. Und er ist da, wenn jenseits des Fußballs Gesprächsbedarf ist. Davon soll auch Villalba profitieren.

Als der die Rahmenbedingungen im Borussia-Park sah, das Stadion, die vielen Trainingsplätze, bekam Villalba "leuchtende Augen", berichtet Bonhof, der früher in Valencia spielte und daher Spanisch spricht. Die Sprache ist für Villalba derzeit das größte Hindernis. "Aber der Deutschkurs hat schon begonnen", sagt Hecking. Die intensiven Tage am Tegernsee sind ebenfalls hilfreich, um im Team anzukommen. "Ich glaube, dass wir es jedem leicht machen", sagt Torwart Yann Sommer.

In Gladbach trifft Villaba den Mann wieder, dem er indirekt den Job in Deutschland verdankt. 2015 fuhren Borussias Scouts zum U17-WM-Spiel zwischen Frankreich und Paraguay, um sich Mamadou Doucouré, den französischen Verteidiger anzusehen. Villalba machte ein starkes Spiel und traf beim 3:4. So war er bei Borussia auf dem Zettel. Nun sind Doucouré und er Borussen. Weil Doucouré die vorige Saison wegen Verletzungen komplett verpasste, beginnt nun für beide zeitgleich das Abenteuer Borussia. Beide müssen auch geduldig sein. Doucouré ist (wie Nico Elvedi) erst seit gestern wieder im Teamtraining, und Villalba muss sich einleben in der für ihn neuen Welt. "Es ist jetzt ein Schnupperkurs für ihn in seiner ersten Saison hier. Aber ich bin mir sicher, dass er seine Chancen schon bekommen wird. Paraguay hat immer wieder außergewöhnliche Spieler hervorgebracht. Julio gehört dazu", sagt Bonhof.

Quelle: RP
 
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