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Borussia Mönchengladbach
Oxford tritt in Christensens Fußstapfen

Borussia Mönchengladbach: Reece Oxford tritt in Christensens Fußstapfen
Große Spannweite mit 1,90 Metern: Borussia hat Reece Oxford von West Ham United für ein Jahr ausgeliehen. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Borussia leiht den 18-jährigen Verteidiger Reece Oxford aus England aus. Diesen Weg ging auch der Däne Andreas Christensen, der zurück zum FC Chelsea muss. Von Georg Amend

Dass sich die britische Premierministerin Theresa May für die Verhandlungen um den Austritt aus der Europäischen Union Tipps bei Max Eberl holt, ist eher unwahrscheinlich. Dabei ist Borussias Manager ein Fachmann für Geschäfte mit dem Königreich. Jüngstes Beispiel: Er leiht Reece Oxford für ein Jahr von West Ham United aus. Der 18-jährige Verteidiger tritt damit zumindest in puncto Geschäftsmodell in die Fußstapfen von Thorgan Hazard und Andreas Christensen, die Eberl ebenfalls per Leihe aus England holte.

Im Falle Oxfords wird es aber vermutlich eher das Modell Christensen geben, der anders als Hazard, den Borussia von Chelsea kaufen konnte, wieder zu den Londonern zurück musste. Gleiches soll für den neuen 1,90-Meter-Abwehrmann gelten. Sein Vertrag bei West Ham läuft noch bis zum Jahr 2021, die Engländer halten demnach große Stücke auf ihn. Gleiches gilt für Eberl: "Reece Oxford hat in England alle Jugendnationalmannschaften durchlaufen. Er ist eines der größten Verteidigertalente auf der Insel", sagt er. "Für uns ist diese Ausleihe die Möglichkeit, unserem Kader einen hochinteressanten Spieler hinzuzufügen - zumal wir mit der Verpflichtung von Nachwuchsspielern aus der Premier League zuletzt sehr gute Erfahrungen gemacht haben."

In der höchsten englischen Liga debütierte Oxford noch vor seinem 17. Geburtstag - damit war er der zweitjüngste Spieler aller Zeiten, der in einer Startelf stand. In West Hams Reserve war er zudem bei neun seiner elf Einsätze Kapitän - Führungsspielerqualitäten scheint der Youngster schon zu haben.

Bislang hatte sich Oxford - auch bedingt durch eine langwierig Knöchelverletzung - zwar noch nicht entscheidend in der Premier League durchsetzen können, das soll aber nur eine Frage der Zeit sein, findet West Ham, wie der langfristige Kontrakt zeigt. Nachdem der Klub ihn an den FC Reading verliehen hatte, wo Oxford allerdings lediglich auf fünf Einsätze in der höchsten englischen Liga kam, soll er nun in der Bundesliga Spielpraxis sammeln. Über Gladbach konnte er sich bei West Ham informieren, denn dort stand bis vor Kurzem in Håvard Nordtveit ein Ex-Borusse unter Vertrag, der jedoch nach nur 22 Einsätzen zu 1899 Hoffenheim zurück in die Bundesliga gewechselt ist. Da gibt es dann wohl ein Wiedersehen.

Eberls nächster Teenager

Bei Borussia ist Oxford der nächste Teenager, den Eberl geholt hat: Mickaël Cuisance (AS Nancy) ist erst 17 Jahre jung, Julio Villalba, dessen Ausleihe an den Club Cerro Poteño am 30. Juni endet, ist 18. Denis Zakaria (Young Boys Bern) ist mit seinen 20 Jahren nur so gerade kein Teenager mehr, Vincenzo Grifo (SC Freiburg) ist auch erst 24. Auf dem Sektor der Talente ist Borussia zuvor auch anderweitig tätig geworden, und hat in Otto Addo einen Trainer eigens für sie angestellt. Er erhält nun in Oxford, der am Montag in Gladbach den Medizincheck erfolgreich absolvierte, einen weiteren Spieler, der gefördert werden soll.

Ob es dem Rechtsfuß mit den jamaikanischen Wurzeln gelingt, sich in der weiter ordentlich besetzten Borussen-Defensive durchzusetzen, muss sich zeigen. In einem ersten Interview auf der vereinseigenen Homepage lässt Oxford aber bereits durchblicken, dass er sich einiges zutraut: "Ich denke, dass ich ein guter Anführer auf dem Platz bin. Obwohl ich noch recht jung bin, kann ich eine Mannschaft antreiben. Außerdem gebe ich in jedem Spiel 100 Prozent", sagt er. Und weiter: "Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Ich habe schon einige Spiele der Mannschaft gesehen. Borussia hat viele junge Spieler im Team und schenkt diesen großes Vertrauen. Ich denke daher, dass es hier der nächste wichtige Schritt in meiner Karriere ist."

Den Weg von Andreas Christensen habe er verfolgt, berichtet Oxford weiter: "Ich habe ihn oft spielen sehen, als er noch in der Premier League bei Chelsea gespielt hat. Ich glaube, ich habe im Alter von etwa 15 Jahren sogar schon einmal gegen ihn gespielt. Er ist ein sehr guter Spieler, schade, dass er Borussia verlässt. Ich hoffe, dass ich in seine Fußstapfen treten kann." Was das Modell Leihe angeht, hat er das immerhin schon getan.

Quelle: RP
 
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