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Borussia Mönchengladbach
"Samurai" Herrmann greift wieder an

Das ist Patrick Herrmann
Das ist Patrick Herrmann FOTO: afp, agz
Mönchengladbach. Patrick Herrmann hat seinen Sommerurlaub in Japan verbracht, um den Kopf freizukriegen. Nun hat der Trainingsalltag ihn wieder – und Herrmann will nach zwei schwierigen Jahren wieder angreifen. Von Karsten Kellermann

Für gewöhnlich geht es bei Fußballern, wenn von Asien die Rede ist, in diesen Tagen um China. Da ist der Anlass dann aber zumeist ein beruflicher. Patrick Herrmann war auch in Asien, doch erstens nicht aus beruflichen Gründen, sondern im Urlaub, und zweitens war sein Reiseziel Japan. Fast zwei Wochen tourte er dort umher, war in Kyoto, Osaka, Okinawa und Tokio. "Ich war schon öfter in Asien, aber das war ein ganz neues Erlebnis", berichtete Herrmann nun im Gespräch mit unserer Redaktion nach seiner Rückkehr.

Der Alltag hat Borussias Flügelspieler längst wieder, die Vorbereitung auf die neue Saison hat am Sonntag begonnen. Doch die Eindrücke seiner Reise, die sind noch da. "Ich habe viel vom Land gesehen. Die Menschen dort sind zurückhaltend und sehr gastfreundlich", sagt Herrmann, der zuvor auch schon auf Bali, in Thailand, in Malaysia und Singapur war. Fern der Heimat, "das ist genau das Richtige, um mal den Kopf freizukriegen", sagt Herrmann.

Via Instagram hat er seine Fans an seiner Zeit in Japan teilhaben lassen. Besonders beliebt war das Foto, das ihn im traditionellen Kimono zeigt. Herrmann grinst. "Eine schöne Geschichte. Es gibt einige Borussia-Fans aus Japan, die auch schon hier in Gladbach waren. Als ich nun da war, haben sie das mitgekriegt und mich angeschrieben, ob wir uns mal treffen könnten. Das haben wir gemacht. Sie fragten, ob ich mal den Kimono anziehen würde – warum nicht? Steht mir doch, oder?", sagt Herrmann

Was sein Vorhaben für die neue Saison angeht, hätte indes die Rüstung eines Samurai besser gepasst. "Ich will wieder richtig angreifen nach zwei Jahren, in denen ich fast nur verletzt war", sagt Herrmann. Mit Trainer Dieter Hecking hat er schon einige ausführliche Gespräche geführt, "wir kommen gut klar", sagt Herrmann. Das 4-4-2-System, auf das Hecking wieder umgestellt hat, liegt ihm mehr als das 3-5-2 von Ex-Trainer André Schubert. Herrmann ist einer vom Typ klassischer Flügelstürmer. Die Rolle will er bei Hecking mehr als zuletzt spielen. "Mein Ziel ist es, wieder regelmäßig auf dem Rasen zu stehen und natürlich auch mehr Tore zu machen als in der letzten Saison. Ein Tor ist schon wenig", sagt Herrmann. Dass die Konkurrenz gerade auf den Flügeln groß ist, stört ihn nicht, "das gehört dazu und macht uns noch flexibler".

Mit seinen 26 Jahren und fast 200 Bundesligaspielen ist er ein "alter Hase" im Team, Tony Jantschke und er sind neben Torwart Christofer Heimeroth die letzten aus der "Generation Relegation". Und sie sind wichtige Identifikations-Spieler, echte Fohlen sozusagen. Jantschke ist seit elf Jahren Borusse, Herrmann sei neun Jahren. "Das macht mich schon stolz. Und ich denke, die Fans wissen, dass ich Borusse bin", sagt Herrmann. Eine Stammplatz-Garantie bringt Vereinstreue jedoch nicht. Dafür braucht es Leistung. Er will wieder der alte Herrmann sein, wie vor zwei Jahren, als er mehr Tore schoss als je zuvor. Oder wie in der Favre-Ära, als er zum magischen Viereck gehörte.

Was Japan angeht, kann er sich durchaus vorstellen, mal dort zu spielen, "warum nicht?". Aber das ist ein eventueller Plan für irgendwann, für eine ferne Zukunft. In der Gegenwart ist Borussia. Und da will Herrmann mit dem Herzen eines Samurai um seinen Platz im Team kämpfen. Die Ausgangslage ist optimal. "Ich fühle mich richtig gut und bin fit", sagt er. Das war in den vergangenen Jahren meist nicht der Fall.

Quelle: RP
 
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