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Borussia Mönchengladbach
Entscheidend umgeschaltet

Borussia Mönchengladbach schaltet entscheidend um
Mo Dahoud durfte gegen Stuttgart von Beginn an ran. FOTO: dpa, fg jai
Mönchengladbach. Die Eigengewächse Tony Jantschke, Mo Dahoud und Patrick Herrmann kehren beim 2:0 im Pokalspiel gegen Stuttgart ins Team zurück. Alle drei sind am wichtigen 1:0 beteiligt. Der Schweizer Djibril Sow kommt zu seinem Pflichtspiel-Debüt. Von Thomas Grulke

Es war ein eher einfaches Zuspiel die Linie entlang, mit dem Mo Dahoud den Angriff einleitete. Aber mit dem Pass über wenige Meter spielte der 20-Jährige Patrick Herrmann frei, der André Hahn bediente, und dieser wiederum gab per Hacke an Fabian Johnson weiter. Der US-Amerikaner verwandelte schließlich zum 1:0, das Gladbachs verdienten, aber glanzlosen Sieg gestern Abend in der zweiten Pokalrunde gegen den VfB Stuttgart sicherte. Borussia gewann letztlich 2:0 (1:0) - womit auch Dahoud mal wieder ein persönliches Erfolgserlebnis für sich verbuchen konnte.

Seine Beförderung in die erste Elf war eine von drei Änderungen André Schuberts. Zudem rotierten Patrick Herrmann und Tony Jantschke in die Startformation. Alle drei Eigengewächse waren am vorentscheidenden Treffer beteiligt. Denn es war Jantschke, der den Ball eroberte und an Dahoud weiterreichte, der sogleich entscheidend umschaltete. Das Trio hatte schon im Erstrundenmatch in Drochtersen von Beginn an gespielt. Für Dahoud war es damals der persönliche Saisonstart, nachdem er zum Auftakt im Play-off-Hinspiel zur Champions League in Bern nicht eingesetzt worden war. Doch selbst jetzt noch, gut zwei Monate nach dem Beginn der Spielzeit, wirkt es bisweilen so, dass er noch gar nicht so recht in die Saison gefunden hat.

Gewiss hat Dahoud auch schon in 2016/17 überzeugende Partien gezeigt. Sowohl gegen Barcelona (1:2) als auch gegen Ingolstadt (2:0) bewies er Spielwitz und Übersicht bei Gladbachs Toren. Konstanz brachte er jedoch noch nicht in seine Leistungen. "Mo wird noch viele große Spiele für Borussia machen", sagte Max Eberl jüngst beim Bezahl-Sender Sky. Große Spiele, wie er sie im Vorjahr vor allem im eigenen Stadion geboten hatte, wo seine feine Technik, sein Auge und seine Kreativität bei den heimstarken Borussen besonders gut zur Geltung kamen. Auswärts indes fehlte es zuweilen an Konzentration, Konsequenz und Durchsetzungsvermögen.

Gestern gegen den Zweitligisten waren seine Offensivqualitäten aus der Zentrale wieder gefragt. "Es wird vielleicht nicht leicht, Lücken zu finden. Da müssen wir Spielfreude entwickeln und den Druck hochhalten", hatte Trainer Schubert gefordert. Eine Aufgabe, die wie zugeschnitten auf U21-Nationalspieler Dahoud ist. Doch Gladbachs Nummer 8, die den offensiven Part neben Christoph Kramer auf der Doppelsechs übernahm, tat sich vor den 40.452 Zuschauern wie seine Kollegen schwer, in Fahrt zu kommen. In einem statischen Aufbauspiel fehlten zumeist die Ideen und das Tempo. Mit dem ersten vernünftigen Angriff gelang aber der Führungstreffer, als Dahoud an der rechten Seitenlinie Herrmann schickte (31.). Gladbachs Flügelflitzer hatte gute Erinnerungen an den VfB. Im März feierte er gegen Stuttgart ein glänzendes Heim-Comeback nach seinem Kreuzbandriss, steuerte beim 4:0 ein Tor und eine Vorlage bei. Gestern Abend agierte er jedoch - wie schon gegen Hamburg - zunächst ohne Fortune, ehe er sich mit seinem Anteil am 1:0 etwas freispielte. Tony Jantschke hätte kurz darauf auf 2:0 erhöhen können, er scheiterte jedoch an Mitchell Langerak. Lars Stindl erlöste in der 84. Minute die Teamkollegen.

Danach ermöglichte André Schubert einem jungen Mann aus der Schweiz sein Pflichtspieldebüt im Profiteam: Djibril Sow kam in der Schlussphase zu ein paar Einsatzminuten. Für Borussia war es ein Pflichtsieg, für den 19-jährigen Sow der nächste wichtige Schritt in seiner Karriere. So war es kein spektakulärer, aber in einiger Hinsicht zufriedenstellender Pokalabend.

Quelle: RP
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