| 23.01 Uhr

Borussia Mönchengladbach
In Mainz liegt's diesmal an der Chancenverwertung

EInzelkritik: Christensen hat Abwehr im Griff – Traoré neben sich
EInzelkritik: Christensen hat Abwehr im Griff – Traoré neben sich FOTO: dpa, fve fdt
Mainz. Ein anderes System, zwei Startelf-Debütanten, aber wieder eine Niederlage: Borussia Mönchengladbach hat am Freitag beim FSV Mainz 05 0:1 verloren. Damit ist die Mannschaft von Trainer André Schubert mit zwei Niederlagen in die Rückrunde gestartet, vor einer Woche hatte es ein 1:3 gegen Borussia Dortmund gegeben. Insgesamt war es die fünfte Niederlage in den letzten sechs Pflichtspielen. Die Tendenz ist wenig erbaulich. Von Karsten Kellermann

In Mainz baute Trainer André Schubert sein Team nicht nur personell, sondern auch im System um. Weil die Erstbesetzung für die Doppelsechs, Granit Xaka (gesperrt) und Mo Dahoud (Handverletzung) komplett fehlte, formierte er seine Mannschaft im ungewohnten 4-1-4-1-System.

Den einsamen Part zwischen den beiden Viererketten übernahm der Norweger Havard Nordtveit. In der Innenverteidigung kam Martin Hinteregger zu seinem ersten Startelf-Einsatz, Jonas Hofmann, der auf dem linken Flügel spielte, gehörte ebenfalls zum ersten Mal zum Anfangs-Aufgebot.

Schubert hatte trotz der vielen Gegentore zuletzt angekündigt, weiter offensiv spielen zu lassen. Fünf seiner Feldspieler waren der Fraktion "offensiv ausgerichtet" zuzuordnen. Chancen gab es durchaus. Lars Stindl hatte dreimal die Gelegenheit, zu treffen, zweimal scheiterte er am Mainzer Torwart Karius, einmal verfehlte er knapp das Tor. Nach einem schönen Pass von Hofmann vereitelte Karius auch Raffaels Großchance.

Mainz - Gladbach FOTO: ap

Borussia war also bemüht, sich die ersten Punkte des Jahres 2016 zu verdienen. Doch es fehlte die Konsequenz. Und dies war auch so, als es in der Rückwärtsbewegung entscheidend wurde: Ibrahima Traoré verlor den Ball an Christian Clemens, der danach recht unbehelligt zur Strafraumgrenze laufen durfte, um den Ball von dort über Yann Sommer hinweg ins Tor zu schießen. Beim 19. Gegentreffer der vergangenen sechs Spiele sah der Schweizer nicht allzu gut aus.

Wie vor einer Woche gegen Dortmund waren die Gladbacher bei diesem Tor nicht gut genug organisiert in der Rückwärtsbewegung. Eben dies indes hatte Schubert unter der Woche üben lassen – mindestens in dieser Szene fehlte der Lerneffekt.

Nach vorn versuchte es Borussia wie gewohnt mit schnellen Kombinationen – die jedoch oftmals zu hektisch vorgetragen wurden. Trotzdem waren die Borussen am Drücker, sie drängten Mainz in dessen Hälfte. Schubert versuchte, mit Thorgan Hazard (60. für Traoré) und Branimir Hrgota (70. für Hofmann) neue Impulse ins Spiel zu bringen. In der 72. Minute hätte es einen Treffer geben müssen, doch irgendwie schafften es Karius und seine Abwehrmänner die Schüsse von Stindl und Raffael vor dem Tor zu stoppen. Die Gladbacher rauften sich die Haare, die Anhängerschaft der Gastgeber jubelte erleichtert.

Clemens' Flatterball fliegt über Sommer hinweg ins Tor FOTO: ap

Schubert hat gerade darauf hingewiesen, dass die Punkte, die sein Team trotz vieler Gegentreffer ergattert hat, das Wesentliche sind. Doch nun haben die Gladbacher nach zwei Spielen der Rückrunde noch keinen Punkt eingesammelt und sind dabei, aus der Spitzengruppe zu purzeln.

Das anstehende Programm liest sich kompliziert, weil es kaum berechenbar ist: Erst kommt Werder Bremen, das die Gladbacher schon aus dem Pokal warf, dann geht es zum Hamburger SV, bevor das Derby gegen Köln ansteht. Da müssen Schuberts Ideen besser greifen als zuletzt.

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