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Borussia Mönchengladbach
Jetzt hilft nur ein Derbysieg gegen Köln

Einzelkritik: Elvedi völlig von der Rolle
Einzelkritik: Elvedi völlig von der Rolle FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Im Frühjahr standen Borussia und Trainer André Schubert in der Liga schon einmal mit dem Rücken zur Wand. Es folgte eine Serie. Die muss Gladbach im Derby in zwei Wochen beginnen, wenn das Vertrauen der sportlichen Leitung in Schubert nicht überstrapaziert werden soll. Von Jannik Sorgatz

Die nächste "Woche der Wahrheit" steht schon im Kalender: Heimspiel gegen den 1. FC Köln (19. November), Heimspiel gegen Manchester City (23. November), Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (26. November). Dass sich eine "Woche der Wahrheit" an die andere reiht, liegt daran, dass Borussia Mönchengladbach auf die drängenden Fragen des Fußballlebens zwar Antworten liefert, zuletzt aber kaum noch zufriedenstellende.

Kurzer Rückblick: Zu Beginn der letzten Länderspielpause, nach dem 0:4 gegen den FC Schalke, ging es darum, warum Borussia andauernd episch auseinanderfällt und wie das in Zukunft zu verhindern ist. Es folgten sechs Pflichtspiele mit nur drei Gegentoren, die Stabilität schien gefunden, und selbst nach dem 0:3 gegen Hertha BSC am Freitag geht der allgemeine Defensivtrend in die richtige Richtung. Der Abend geriet insgesamt so katastrophal, dass die Fehler in der Abwehr neben der Harmlosigkeit vorne, der Wahl des Personals, Christoph Kramers Platzverweis und Patrick Herrmanns grenzenlosem Verletzungspech nur ein Mosaikstein waren.

Während Gladbach die Gegentorflut im Großen und Ganzen eingedämmt hat, sind die Sandsäcke offenbar auch vor dem gegnerischen Tor gestapelt worden. Seit dem 24. September, seit Oscar Wendts 2:0 gegen den FC Ingolstadt, hat Borussia in der Bundesliga nicht mehr getroffen. In dieser Hinsicht sind Tage irrelevant, der Minutenzähler liefert die erschreckende Zahl: 464 Minuten sind vergangen, nur einmal in der Gladbacher Erstligahistorie waren es mehr.

"Wir müssen schon aufpassen. Wir sollten mal anfangen, zu punkten und Tore zu schießen. Die Etappe war richtig beschissen", sagte Max Eberl am Freitag. Bei aller Liebe zum Tanz auf mehreren Hochzeiten ist die Bundesliga immer noch das "Hauptgeschäft" (Kapitän Lars Stindl), und dort weist Gladbach die zum jetzigen Zeitpunkt schlechteste Bilanz seit der Relegationssaison 2010/2011 auf.

Max Eberl schaut nach unten

Am Sonntag fand zwischen Schalke und Werder Bremen so etwas wie ein Verfolgerduell statt. An allen drei Standorten, auch bei Borussia, würde man sich wünschen, die gegenseitige Jagd fände im oberen Tabellendrittel statt, zumindest aber in der oberen Hälfte. Stattdessen ist der Relegationsplatz nun näher als die Europa League. "Manche träumten vielleicht noch intern und extern, dass wir vielleicht noch den Anschluss nach oben finden. Aber jetzt geht es darum, nicht noch weiter unten reinzurutschen", sagte Eberl.

Sein Trainer André Schubert ist deutlich in die Kritik geraten. Zu allen Ausprägungen des Angezähltseins und der Rückendeckung finden sich Stimmen. Auch wenn für zwei der letzten drei Borussia-Trainer, die innerhalb einer Saison gingen oder gehen mussten, ein Derby gegen den 1. FC Köln das letzte Spiel war (Jos Luhukay 2008 und Lucien Favre 2015), wird Schubert ihr Schicksal nicht teilen müssen. "Wir waren und sind von Schubert überzeugt. Und um der Trainerfrage vorzubeugen, haben wir seinen Vertrag vorzeitig verlängert", sagte Eberl präventiv.

Im April, nach niederschmetternden Auswärtsniederlagen gegen den FC Ingolstadt und Hannover 96, gab der Sportdirektor dem Trainer in einer schwierigen Phase schon einmal Rückendeckung. Es folgten zehn Punkte aus den letzten vier Bundesligaspielen und der Sprung auf den vierten Platz. Bislang hat sich der Vertrauensweg bewährt, nur darf es natürlich auch nicht überstrapaziert werden.

Somit wird das Derby gegen Köln zum vorerst wichtigsten Spiel der Saison – weil Niederlagen gegen den FC generell nicht erlaubt sind am Niederrhein, weil die Torflaute im Erfolgsfall automatisch Geschichte wäre und nur so die Rückkehr auf einen einstelligen Tabellenplatz gelingen kann.

 
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