| 18.20 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Zwei Schweizer bringen die Dreierkette in Verruf

Analyse: Ging die Dreierkette in Wolfsburg nach hinten los?
Analyse: Ging die Dreierkette in Wolfsburg nach hinten los? FOTO: Dieter Wiechmann
Wolfsburg/Mönchengladbach. Allheilmittel gegen den VfB Stuttgart, Niederlagen-Verursacher gegen den VfL Wolfsburg? In der englischen Woche wurde viel über Borussia Mönchengladbachs Dreierkette diskutiert. Am Samstag war sie nur bedingt ein Problem, wie unsere Analyse zeigt. Von Jannik Sorgatz

Lächelnd saß André Schubert nach dem 4:0 gegen Stuttgart vor den Medienvertretern. Zu dem klaren Sieg hatte der Trainer mit seiner Aufstellung sicherlich noch etwas mehr beigetragen als sonst, hatte die Dreierkette in der Abwehr den sonst so stürmischen Schwaben doch ziemlich deutlich die Zähne gezogen. "Mehr Spieler hinter dem Ball", "schwer zu greifen" – das waren Teile des Impulsreferats, das Schubert sichtlich genoss. Es war ihm nicht zu verübeln.

Gegen Wolfsburg brachte der Trainer jene Elf, die drei Tage zuvor zwischen der 28. und 68. Minute auf dem Platz gestanden hatte – von Oscar Wendts verletzungsbedingter Auswechslung bis zur Hereinnahme Patrick Herrmanns. Im Übrigen war es mit einem Schnitt von 23,9 Jahren die jüngste der Saison. Dass Martin Hinteregger wieder im linken Mittelfeld unterwegs sein sollte und vorne ein variabler Dreiersturm agierte, wurde bereits beim Anpfiff deutlich. Die 3-4-3-Grundausrichtung war für jeden sichtbar.

Nico Elvedi und Granit Xhaka patzen

Knapp 20 Minuten später stellte Schubert allerdings um auf eine Viererkette. Zum ersten Mal unter seiner Leitung war die Borussia vor der Pause 0:2 in Rückstand geraten. Julian Draxler in der 15. und Max Kruse in der 17. Minute trafen für die "Wölfe". War die Dreierabwehr um Havard Nordtveit, Andreas Christensen und Nico Elvedi die Ursache?

Unsere Schaubild-Analyse zeigt, dass zumindest bei den Gegentoren andere Fehler passierten. Zwei Schweizer, Elvedi und Granit Xhaka, sahen schlecht aus. Elvedi verlor die entscheidenden Zweikämpfe, wobei das banalste Allheilmittel geholfen hätte – nämlich sich nicht so verladen zu lassen. Xhaka verteidigte zweimal läppisch – einmal lief der Ball hinter seiner Hacke vorbei, einmal durfte Maximilian Arnold vorbeidribbeln. 

Anfällig war die Dreierkette in einer anderen Szene in der 3. Minute, da spielte Yann Sommer aber gut mit. Unterm Strich hatte das Spiel vier Phasen: Den Anfang mit den beiden Gegentoren, die Druckphase der Borussia bis zur Pause (mit einem Tor zu wenig), dann ein weitgehend neutralisiertes Duell mit mehr Ballbesitz für Gladbach bis zur vierten Phase nach den Einwechslungen, die größtenteils ohne Wirkung blieben. Die Anfangs-Hypothek war einfach enorm und die Chancen waren da, um die Fehler wettzumachen. So wurde es von Minute zu Minute schwieriger – und dann war das Spiel rum.

Hier geht's zur Schaubild-Analyse.

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