| 19.25 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Sommers seltene Doppel-Null und die Vertreibung aus dem Paradies

Stindl trifft nach Kraftakt von Hahn
Stindl trifft nach Kraftakt von Hahn FOTO: dpa, mb nic
Mönchengladbach. Die starke Defensivleistung war die Basis für Borussias Erfolg bei Celtic Glasgow. Torwart Yann Sommer schaffte dabei etwas, was ihm lange nicht gelungen war. Von Jannik Sorgatz

Lars Stindl schließt auf

Zu Paulo Rinks und Carsten Janckers Zeiten hätte der Bundestrainer ein Sturmduo namens Lars Stindl und André Hahn mit Kusshand genommen. Aber wir schreiben nicht das Jahr 2000, sondern das Jahr 2016, was immerhin für beide den Vorteil mit sich bringt, dass sie mit Borussia Mönchengladbach in der Champions League spielen können und nicht montags im DSF in der 2. Bundesliga. Die beiden besten Scorer der Saison fehlten in Glasgow dagegen erneut. Thorgan Hazard und Raffael hatten bislang für 13 Tore und sechs Assists gesorgt, so viele, dass sie zwangsläufig an mehreren Toren gemeinsam beteiligt waren. Stindl und Hahn waren vor dem Celtic-Spiel die Nummer drei und vier, dann legten sie sich gegenseitig die Tore auf. Nun hat Stindl zu Raffael aufgeschlossen, mit sechs Vorlagen ist er in dieser Wertung sogar die Nummer eins.

Zum ersten Mal seit 17 Monaten

Manchmal wittert man eine Besonderheit, ist sich ganz sicher und schaut trotzdem lieber nach. Dass seit einem Jahr nur Tobias Sippel auswärts zu Null gespielt hatte (2:0 in Darmstadt, 1:0 in Drochtersen), war klar. Yann Sommer hat es nun erstmals seit dem DFB-Pokalspiel auf Schalke am 28. Oktober 2015 geschafft. Und zwei Zu-Null-Spiele in Folge? Das war wirklich schon eine Weile her. Unter Trainer André Schubert stand die Null erstmals in zwei Spielen hintereinander. Zuletzt gelang das noch unter Lucien Favre beim 3:0 gegen Leverkusen und beim 2:0 gegen Bremen im Mai 2015.

Der erfolgreichste Tweet

Es war ein bisschen wie beim 1:0 durch Stindl: Eine gute Vorlage muss man erst einmal verwerten. Ein schottischer Pubbesitzer war beim Buchstabieren von "Borussia Mönchengladbach" an seine Grenzen gestoßen und hatte einfach nur "a German Team" auf die Tafel vor seinem Laden geschrieben. Borussias Social-Media-Abteilung nahm die Grätsche von der Grundlinie – um im Bild zu bleiben – humorvoll auf und schoss das Foto durch sämtliche Twitter-Beine. International heißt Borussia nun "a German Team", der entsprechende Tweet sammelte in 24 Stunden mehr als 30.000 Likes. Erfolgreicher war bislang noch keiner des Vereins.

Die größte Überraschung

Gastspiele auf der Insel sind immer auch eine Gelegenheit, das Englisch-Vokabular zu erweitern. "To be out-sung" kann mit "niedergesungen" übersetzt werden, hat aber mehr die Note eines Wettbewerbs. Reporter Andrew Smith benutzte dieses Wort im "Scotsman" und war voll des Lobes für Borussias Fans. Die hatten die legendären Celtic-Fans nämlich "out-gesungen". Als das Stadion sich schon vor dem Abpfiff zur Hälfte geleert hatte, war die "Vertreibung aus dem Paradies" perfekt. Borussia gewann nicht nur auf dem Rasen und in den sozialen Netzwerken, sondern auch auf den Rängen. Das war wohl die größte Überraschung des Abends.

Platz zwei ist plötzlich drin

Auch für die Champions League gibt es einen Tabellenrechner. Nach drei Spieltagen sind die möglichen Szenarien klar: Gewinnt Gladbach das Rückspiel gegen Celtic, müssen die Schotten sowohl gegen den FC Barcelona als auch gegen Manchester City gewinnen, um noch Dritter zu werden, und Gladbach darf gegen beide keinen Punkt mehr holen. Gewinnt Gladbach nicht nur gegen Celtic, sondern auch drei Wochen später gegen City, während City zu Hause gegen Barcelona nicht gewinnt, stünde Borussia sogar frühzeitig im Achtelfinale. Ein vermeintlich ärgerlicher Punktgewinn von Glasgow gegen Manchester vor drei Wochen eröffnet plötzlich ganz neue Möglichkeiten.

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