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Borussia Mönchengladbach
So haben die Borussen die Defensive wieder stabilisiert

Noten: Borussen komplett im Zweier- und Dreier-Bereich
Noten: Borussen komplett im Zweier- und Dreier-Bereich FOTO: dpa, dm fdt
Fußball/Bundesliga. Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass die Rädchen im Aufbauspiel und in der Arbeit gegen den Ball wieder besser ineinander greifen. Von Stefan Klüttermann

Wenn eine funktionierende Defensive die Basis einer Spielidee ist, kann das Nicht-Funktionieren selbiger schon mal zu einem Saisonstart führen, wie ihn Borussia bis zum Augsburg-Spiel hingelegt hat. 16 Gegentore in sieben Pflichtspielen waren - ja, die Chancenverwertung war auch schlecht - einfach eine zu hohe Hypothek, um Spiele zu gewinnen. Nun sind es seit dem Augsburg-Spiel zwar immer noch fünf Gegentore in vier Pflichtspielen, aber der Kopfballtreffer von Kölns Anthony Modeste war eben auch der letzte aus dem Spiel heraus, und gegen Wolfsburg gab es im 11. Versuch zudem endlich das erste Zu-Null. Borussia Defensive hat nachweislich an Stabilität gewonnen, und dafür zeichnen gleich mehrere (personelle) Faktoren verantwortlich:

Faktor Andreas Christensen Der junge Däne besticht bei seinen Einsätzen durch seine Ruhe im Spiel. In den Zweikämpfen agiert er meist überlegt, sein flaches Passspiel in die Vertikale findet auch unter Druck zielsicher den Vordermann, was die Zahl der Ballverluste im Spielaufbau und damit eine der Fehlerquellen des Saisonstarts reduziert.

Faktor Alvaro Dominguez Mit seiner Erfahrung und seiner Qualität in den Zweikämpfen tut der Spanier Borussias Defensive insgesamt und seinem Nebenmann Andreas Christensen erwartbar gut. Als starker Kopfballspieler behebt er auch hier ein Manko. Und er ist eben ein Linksfuß, was die Ballzirkulation von hinten heraus vereinfacht.

Faktor Yann Sommer In seiner überragenden ersten Saison in Gladbach hatte sich Sommer im Vereiteln von Großchancen eine Selbstverständlichkeit erarbeitet, die in diesem Maße nicht andauern konnte. Trotzdem war es auch ein Puzzlestück des missratenen Saisonstarts, dass selbst er oft chancenlos war oder "einfache Tore" kassierte. Nun aber parierte er vor allem in Stuttgart und gegen Manchester wieder einige Großchancen - eine Qualität, die Borussia braucht.

Faktor Mo Dahoud Seitdem er im zentralen Mittelfeld agiert, ist die Balance zwischen Offensivdrang und defensiver Absicherung in diesem Teil des Spielfelds wieder gegeben. Große Löcher im Rücken der Doppelsechs entstehen deutlich seltener, Dahoud harmoniert gut mit Xhaka und ist zudem ein sehr sicherer Aufbauspieler.

Faktor Fabian Johnson Johnson ist quasi der Balancespieler schlechthin, und er ist zudem ein wichtiger Kopfball-Faktor im Mitteldrittel des Platzes sowie als Anspielstation für Abschläge von Yann Sommer, quasi Juan Arangos Nachfolger in dieser Hinsicht. Fest steht: Stehen Johnson und André Hahn beide nicht auf dem Feld, holt Gladbach nach vorne hin kaum hohe Bälle.

Faktor Doppelspitze Lars Stindl und Raffael laufen als immer besser harmonierende vorderste Verteidiger viele Räume intelligent zu, ganz ähnlich, wie es Raffael in der Vorsaison mit Nebenmann Max kruse getan hatte.

Faktor Lucien-Favre-Schule Was über Jahre verinnerlicht wurde, ist auch immer abrufbar - dieses Prinzip wird in den vergangenen Spielen wieder deutlich greifbarer. Favre selbst mag nicht mehr da sein, aber die Art und Weise des gemeinschaftlichen Verteidigens hat er vielen Borussen eben jahrelang so eingetrichtert, dass sie dies komplett verinnerlicht haben. Und André Schubert ist klug genug, auf dieses Pfund aufzubauen.

Borussia spielt heute um 18.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt.

Quelle: RP
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