| 15.39 Uhr

Ausgeglichen seit 2011
Borussia hat die beste Bilanz gegen den FC Bayern

Borussia Mönchengladbach: Starke Bilanz gegen FC Bayern München
Patrick Herrmann schreit nach Borussias Sieg seinen Jubel heraus. FOTO: dpa, mb kno
Mönchengladbach. Erneut kassiert Jupp Heynckes seine erste Niederlage als Bayern-Trainer gegen Borussia Mönchengladbach. Während Thorgan Hazard und Patrick Herrmann statistisch mal wieder ins Auge fallen, hat Robert Lewandowskis Flaute gegen Gladbach Bestand. Von Jannik Sorgatz

Borussia schafft den Ausgleich

Igor de Camargos Siegtor gegen den FC Bayern im August 2011 wird oft als Beginn der erfolgreichen Gladbacher Neuzeit bezeichnet. Der Erfolg in München läutete auch eine Periode ein, in der Borussia gegen den Rekordmeister eine Bilanz hat wie kein anderer Bundesligaklub - nämlich eine ausgeglichene. Fünf Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen sind es jetzt, das 2:1 am Samstag sorgte für den Ausgleich. Wie schon nach seiner Rückkehr 2011 kassierte Jupp Heynckes die erste Niederlage mit den Bayern gegen Gladbach. So schließt sich der Kreis.

Beide Mannschaften enorm viel unterwegs

Auf die Laufleistung zu achten und Schlüsse daraus zu ziehen, lohnt sich in drei Fällen: Bei besonders schwachen, bei besonders starken Werten und bei eklatanten Unterschieden zwischen beiden Mannschaften. 123,5 Kilometer hatte Borussia am Ende auf dem Zähler - herausragend und mehr als sechs Kilometer über dem guten Saisonschnitt. Nur 1899 Hoffenheim und der SC Freiburg sind in der Liga mehr unterwegs. Noch deutlicher übertraf jedoch der FC Bayern seinen Schnitt mit 119,1 Kilometern. Angesichts der Ballbesitzverhältnisse sind 4,4 Kilometer eine logische Differenz. Den Bestwert des Spiels legte Lars Stindl mit 13,2 hin.

"Eisvogel" mit Glück

Thorgan Hazard war gerade erst vom FC Chelsea gekommen und vor allem erst vor vier Minuten im Spiel, als Borussia gegen den FK Sarajevo einen Elfmeter bekam. Beim Stand von 4:0 nahm sich Hazard den Ball und verwandelte sicher. Sieben weitere Male hat der Belgier seitdem Verantwortung übernommen, sechsmal traf er - so glücklich wie am Samstag aber selten. Nur gegen Peter Gulacsi von RB Leipzig ging es im Februar dieses Jahres schief, einmal in dieser Saison durfte Raffael schießen, nachdem Hazard gegen den VfB Stuttgart gefoult worden war. Doch die alte Regel dürften ihn angesichts seines Selbstbewusstseins in Zukunft nicht mehr aufhalten.

Patrick Herrmann darf durchspielen

Erstmals seit dem 19. September stand Patrick Herrmann in der Startelf. Damit war die erste Voraussetzung für ein seltenes Ereignis erfüllt. Nach 45 Minuten hatte Dieter Hecking verletzungsbedingt schon zweimal wechseln müssen, und wenn Herrmann es dann nicht geschafft hätte, dann vermutlich nie mehr. Beim Abpfiff stand er immer noch auf dem Rasen und ging beim Jubeln aus sich heraus wie wohl kein anderer Gladbacher. Die Randnotiz: Erstmals seit dem letzten Spieltag der Saison 2015/16, also seit anderthalb Jahren, spielte Herrmann in der Bundesliga durch. Im 209. Einsatz war es erst das 24. Mal für den Ein- und Auswechselkönig.

Zum Verzweifeln

Mit jedem verlorenen Zweikampf blieb Robert Lewandowski ein paar Sekunden länger auf dem Boden sitzen oder liegen. Für den Polen war es ein frustrierender Abend. Nach Heynckes' letztem Wechsel in der 68. Minute hatte er zwar einen zweiten Stürmer neben sich, allerdings trug der den Namen Kwasi Wriedt, im Sommer vom VfL Osnabrück für die U23 geholt. Die beste Chance für die Bayern hatte Lewandowski im Angriff vor dem Gladbacher 2:0 gehabt, ein Hackentrick auf engem Raum an den Pfosten, da war die Weltklasse unübersehbar. Am Ende blieb Lewandowski jedoch erneut ohne Tor, in zwölf Duellen gegen Gladbach hat er erst einmal getroffen, im Dezember 2011 für Borussia Dortmund. Gegen keine andere der 21 Mannschaften, gegen die er mindestens fünfmal gespielt hat, ist die Ausbeute des Polen so schlecht. Zum Vergleich: Gegen den FC Augsburg war Lewandowski in 13 Duellen mit 18 Toren am erfolgreichsten.

            

 
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