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Borussia Mönchengladbach
Schippers: "Der Borussia-Park ist immer sicher"

Borussia Mönchengladbach: Stephan Schippers im Interview
Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers. FOTO: dpa, os jai
Mönchengladbach. Das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln birgt traditionell Brisanz. Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers ist aber fest davon überzeugt, dass es im Stadion zu keinen Zwischenfällen kommen wird.

Vor einem Jahr hatten Kölner Hooligans in Mönchengladbach kurz vor dem Spielende den Rasen gestürmt. Nun ist der Zaun, der die Zuschauerränge vom Spielfeld trennt, höher gestaltet worden. Damit sollen ähnliche Vorkommnisse wie am 14. Februar 2015 verhindert werden. Richtige Derbystimmung wird durch das Fernbleiben der Fans und den Verzicht auf organisierten Support allerdings auch nicht aufkommen, bedauert Schippers.

Herr Schippers, ist der Borussia-Park am Samstag beim rheinischen Derby zwischen Borussia und dem 1. FC Köln sicher?

Fragen und Antworten zum Thema Derby-Sicherheit FOTO: Dirk Päffgen

Schippers Der Borussia-Park ist immer sicher, das kann ich sagen, trotz der Bilder, die wir vor zwölf Monaten nach dem Derby gesehen haben. Wir haben im Nachgang der Geschehnisse in Abstimmung mit der Polizei damals den Gästebereich ertüchtigt. Die Umgrenzung wurde auf drei Meter erhöht und mit einer Glaswand versehen. Und im hinter dem Gästebereich gelegenen Busparkplatz haben wir die Kapazität verdoppelt, so dass alle Busse mit Kölner Fans dort Platz finden. Auf diese Weise können wir die Fanströme deutlich trennen. Insgesamt haben die Umbaumaßnahmen rund 800.000 Euro gekostet.

Die Fanströme aus Köln werden bei diesem Derby kleiner sein als sonst. Nur 2700 Tickets gingen nach Köln, nur rund 1100 wurden tatsächlich abgenommen. Ist es überhaupt noch ein Hochsicherheitsspiel?

Schippers Nach der Einschätzung des DFB und der Polizei ist es das noch. Daher ist auch kein Ausschank von Alkohol erlaubt. Doch wir werden keine Derbystimmung haben wie wir sie kennen und wie wir sie auch mögen. Denn wenn nur 1100 oder 1200 Köln-Fans da sind, kann einfach keine echte Derbystimmung aufkommen. Man hat das ja schon beim Hinspiel in Köln gesehen, wie es ist, wenn der Gästebereich weitgehend leer bleibt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, was beim letzten Derby im Borussia-Park passiert ist. Ich verstehe, dass Fans für den Erhalt der Fankultur eintreten. Aber wir müssen auch schauen, wer diese Fankultur konterkariert. Das sind diejenigen, die den Fußball als Bühne suchen, um Straftaten im Schutz einer Masse zu begehen. Das sind nicht die Hüter der Fankultur, sondern die, die den eigenen Ast – auch den der friedlichen Fans – absägen, der das heißt: Stehplätze, Gästekontingent, keine übertriebenen Zäune und so weiter.

Für eben diese Fankultur wird am Samstag demonstriert. Die Kölner tun das auf der Straße in Rheydt, die Borussen durch den Verzicht auf organisierten Support im Stadion. Müssten nicht beide Fangruppen zusammen protestieren – friedlich natürlich – um ein Zeichen zu setzen?

Schippers Das wäre sicherlich gut. Aber es ist leider nicht realistisch. Zum Standort der Kölner Demonstration kann ich nur sagen: Es gehört zu unseren Grundrechten zu demonstrieren. Warum es aber am Spieltag in Mönchengladbach passieren muss, kann ich nicht nachvollziehen. Aber eines ist doch klar: Die beste Demonstration für den Erhalt der Fankultur wären friedliche Spiele. Dann würde es keine Einschränkungen geben müssen. Wir müssen es als Fußballfamilie, egal welcher Klub und welches Fan-Lager, schaffen, Derbys friedlich zu gestalten. Denn wenn wir es nicht schaffen, schafft es eines Tages die Politik. Dann sind Spielregeln da, die keiner haben will - das müssen wir alle wissen. Und auch, dass bei den Restriktionen, die wir jetzt haben, die Ausschreitungen der Ursprung sind und nicht der DFB.

Quelle: RP
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