| 17.49 Uhr

Borussia-Geschäftsführer Schippers
"Keine Finanzinvestoren oder private Mäzene"

Borussia Mönchengladbach: Stephan Schippers über Investoren und Mäzene
Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat Finanzinvestoren grundsätzlich eine Absage erteilt, Geschäftsführer Stephan Schippers kann sich für die Zukunft aber "strategische Partnerschaften" mit Sponsoren vorstellen.  Von Karsten Kellermann

"Ganz sicher ist, dass wir keine Anteile an einen Investor veräußern würden, um einmalig eine große Summe zu verdienen. In dem Fall könnte ich die Fans verstehen, wenn sie da nicht mitgingen. Wir sind kein Verein für Finanzinvestoren oder private Mäzene. Perspektivisch reden wir vielleicht irgendwann einmal über drei bis fünf strategische Partner, die ihr Sponsoring gesellschaftsrechtlich unterlegen wollen", sagte Schippers in einem Interview mit der Rheinischen Post (Samstagausgabe). "Alle wissen, dass wir als Borussia ein strikter Verfechter der 50+1-Regel sind, trotzdem muss man die Augen offen halten. Manche Kommerzialisierungstendenzen überspannen zweifellos den Bogen. Aber ich finde, dass es Bayern München richtig clever gemacht hat. Die Bayern haben als Klassenprimus an drei Partner Anteile zu je 8,33 Prozent verkauft, in der Summe 24,99 Prozent. Das war für die Partner das gesellschaftsrechtliche Hinterlegen eines strategischen Sponsorings", sagte Schippers.

Die Unstimmigkeiten, die es zuletzt mit der Fan-Szene gab (u.a. Stimmungsboykott der Ultras) will Schippers nicht überbewerten. Er setzt weiter auf den Dialog mit den Fans. "Wir haben eine sehr aufgeklärte Fanszene. Daran hat sich nichts geändert. Dass die Ultras wegen der zerstörten Choreo sauer waren, ist doch verständlich. Sie haben sich enorm viel Mühe gemacht, die Choreo hat Geld gekostet. Wir werden die Sommerpause nutzen, um mit allen Seiten zu sprechen", sagte Schippers.

Da sich die Borussen nicht für den Europapokal qualifiziert haben, sind die ganz großen Sprünge auf dem Transfermarkt nicht möglich. "Zum einen haben wir im Winter mit 'Kolo' schon den ersten Transfer für die neue Saison getätigt, zum anderen die Verträge mit Führungsspielern wie Lars Stindl, Tony Jantschke, Ibo Traoré, Fabian Johnson und Yann Sommer verlängert. Wenn wir uns nicht international qualifizieren und keine Schulden für Spielertransfers machen wollen, dann haben wir immer noch gute Möglichkeiten – aber Dimensionen von 30 bis 40 Millionen Euro sind unrealistisch. Wir müssen genau hingucken, wie wir uns verstärken wollen", sagte Schippers.

 
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