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Borussia Mönchengladbach
Superlativ-Woche und Wahrheiten

Hofmann und Dahoud die schwächsten Borussen
Hofmann und Dahoud die schwächsten Borussen FOTO: dpa, dan hak
Es hätte die Sechs sein können, nun sind es nur noch sechs. Statt des sechsten Platzes, auf den die Borussen mit einem Sieg hätten klettern können, sind sie nun mit ihren 32 Punkten nur sechs Punkte vom 16. Platz entfernt und damit nur drei Punkte weiter von der Abstiegszone als von den Europa-Rängen. Von Karsten Kellermann

Das zeigt die Enge in der Liga. Dass es auch hätte anders kommen können in dieser Partie, ist ebenfalls ein Fakt. Hätten Josip Drmic und oder Patrick Herrmann getroffen, dann ... haben sie aber nicht. Dafür hat beim 1:0-Sieg in Bremen kein Werderaner mehr getroffen, obwohl es möglich war, und auch in anderen Spielen schlug das Pendel pro Borussia aus. So war es auch im Pokalspiel in Hamburg. Und nun war es eben andersherum. Dass Auswärtsniederlagen Gewöhnungssache sind, ist dann schon bemerkenswert für ein Team, das lange total enthaltsam war in der Fremde.

Gleichwohl hat die Sache Konsequenzen, eben weil es so eng zugeht in der Liga. Denn plötzlich ist der für beendet erklärte Abstiegskampf keine Lichtjahre mehr entfernt, und das trotz der eigentlich wohligen Einstelligkeit. Man lerne: Fühle dich nie zu sicher im Fußball. Es wäre also gut, möglichst schnell wieder zu punkten in der Liga. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag, wenn der FC Bayern kommt.

Der FC Bayern? Der FC Bayern! Stimmt, da war doch was. Der Besuch der Bayern ist das imposante Abschlusskapitel der englischsten Wochen der Vereinsgeschichte, doch in diesem Wust von Spielen - 39 sind es bis jetzt, damit hat Borussia mehr beisammen als alle anderen Bundesligisten - ist die Partie, die sonst stets für tagelange Schnappatmung sorgte, ein wenig in den Hintergrund gerückt. Schließlich kommt vorher Schalke zum Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League. Da geht es um das Fortführen eines Titeltraumes. Und es ist Europa, auch wenn es ein Westschlager ist, den die Uefa als "Revier-Derby" anpreist.

Erst Schalke, dann die Bayern, zwei absolute Topvereine der Liga binnen kaum 70 Stunden und vor insgesamt über 100.000 Zuschauern - da darf man getrost von einer Superlativ-Woche sprechen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es Schalke 3.0 ist. Dieses Spiel ist ein Finale. In Europa ist es also die Woche der Wahrheit - und so könnte es auch auf "politischer" Ebene sein. Denn am Rande des Bayern-Spiels wird wieder das Thema "Max Eberl und die Bayern" hochkommen. Es gibt viele Vermutungen, Hinweise und Spekulationen, noch aber hat sich der FC Bayern dem Vernehmen nach nicht bei den Borussen gemeldet, um konkret zu werden im Manager-Werben. Es wäre indes nicht überraschend, weil üblich in der Branche, dass nach dem direkten Vergleich Fakten geschaffen werden, welcher Art auch immer. Doch erst mal ist Fußball. Was den angeht, hoffen die Borussen auf zwei Festspiele.

Quelle: RP
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