| 16.16 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Raffaels 50. Tor und gutes Netz im Borussia-Park

Einzelkritik: Hazard der Dreh- und Angelpunkt
Einzelkritik: Hazard der Dreh- und Angelpunkt FOTO: dpa, rwe hak
Mönchengladbach. Gegen Bremen haben Raffael und Thorgan Hazard die Tore wie schon gegen Bern untereinander aufgeteilt. Vier waren es am Ende, eines bescherte Borussias Brasilianer ein rundes Erlebnis. Doch das komplette Team zeigte einen Lerneffekt. Von Jannik Sorgatz

Sie liefen und es lief

Wir beginnen mit Statistiken, die sich auch André Schubert unmittelbar nach dem Abpfiff und wahrscheinlich schon in der Halbzeitpause angesehen hat. Nachdem in Freiburg "die Basics" vermisst worden waren, zeigte sich Borussia gegen Bremen in allen Belangen verbessert. Das begann bei einer Quote gewonnener Zweikämpfe von 58 Prozent und setzte sich fort in der Laufstatistik. "Wenn man sich die Werte anschaut, hat die Mannschaft von ersten Minute an gezeigt, dass sie es begriffen hat", sagte Schubert diesmal. "Sie hat Vollgas gegeben, Spaß gezeigt, das Ding laufen lassen und gute Tore erzielt." Tatsächlich waren die Zahlen in einigen Bereichen extrem verbessert im Vergleich zum Freiburg-Spiel, selbst wenn man die angenehmeren Temperaturen gegen Bremen berücksichtigt:

  • Gesamtdistanz: 114,1:107,3 km
  • Intensive Läufe: 617:503
  • Sprints: 203:135

Wieder in Wechsellaune

Der Rotationsschnitt ist auch für Schubert relevant. Schließlich verursacht er diese Statistik größtenteils selbst, und er, der oft auf die lange Saison und ausreichende Einsatzmöglichkeiten für jeden Spieler verweist, wird im Auge behalten, wer wie oft zum Zug gekommen ist. Vor dem Pokalspiel in Drochtersen wechselte Schubert siebenmal, vor dem Rückspiel gegen Bern sogar achtmal. Danach gab es drei Veränderungen gegen Leverkusen, eine in Freiburg und drei in Manchester. Mit gleich fünf Neuen gegen Bremen hat die Rotation wieder etwas angezogen. So kamen Jannik Vestergaard und Julian Korb zu ihren ersten Startelfeinsätzen in dieser Bundesliga-Saison. Im Schnitt verändert Schubert seine Mannschaft auf 4,5 Positionen.

Gutes Netz im Borussia-Park

Schon vor dem Heimsieg gegen Werder hatte Twitter-User @hehetzel die ultimative Erklärung parat:

Neun Siege in Folge sind es jetzt, nur 1984 (zwölf Siege) und 1987 (elf) gab es längere Serien. Das Torverhältnis beträgt 29:5, Borussia macht also fleißig Gebrauch von den Netzen und hat Glück, dass sie auch in der Champions League hängen dürfen, weil sie nur die Vereinsfarben und nicht das -logo zeigen. Nichtsdestotrotz liegen zwischen Heim- und Auswärtsbilanz immer noch Welten. 2,71 Punkte hat Gladbach in allen Bundesliga-Heimspielen unter Schubert geholt, auswärts ist es im Schnitt einer. In Kalenderjahr 2016 ist der Unterschied noch eklatanter, da punktet Borussia im eigenen Stadion mehr als fünfmal so gut.

Meister der Borussia-Werder-Liga

Passenderweise rahmen zwei Heimspiele gegen Werder Bremen die beeindruckende Serie ein. Sie nahm Anfang Februar mit einem 5:1 ihren Anfang und brachte am Samstag ein 4:1. Von 13 Duellen im Borussia-Park hat Gladbach neun gewonnen, zwei Unentschieden gab es und nur zwei Niederlagen, darunter das 3:4 im DFB-Pokal vergangenen Dezember. Dürfte Borussia immer zu Hause gegen Werder spielen, könnte sie wohl ins Titelrennen eingreifen.

Raffael macht die 50 voll

Herbert Laumen benötigte 1967 gegen Hannover sieben Minuten für einen Hattrick, Arie van Lent 2002 gegen Köln 14 Minuten. Dazwischen hätte sich Thorgan Hazard historisch einreihen können, doch Raffael hatte Nachhol- bzw. Trefferbedarf. Also schnappte er sich den Ball und verwandelte den Elfmeter zum 3:0. Es war sein erstes Ligator seit einem halben Jahr, zuletzt hatte der Brasilianer beim 3:0 gegen Frankfurt im März getroffen, so richtig war die Flaute gar nicht aufgefallen. Vor der Pause legte Raffael nach, womit er nun bei 42 Ligatoren für Borussia steht (Platz 15 in der Vereinshistorie mit Rainer Bonhof) und bei 50 in allen Wettbewerben (Platz 17 mit Christian Kulik).

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