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Borussia Mönchengladbach
Marx: "Ich war immer stolz für Borussia zu spielen"

Fotos: Borussen lassen es auf Fan-Party krachen
Fotos: Borussen lassen es auf Fan-Party krachen FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Die letzten Minuten seiner Zeit als Berufsfußballer verbrachte Thorben Marx auf der Ersatzbank und an der Torauslinie vor der Südkurve des Borussia-Park. Zum Einsatz kam er nicht mehr. Dennoch genoss der 33-Jährige den finalen Tag seiner Karriere. Von Karsten Kellermann

Und als alles vorbei war, kamen auch die Tränen. In einem emotionalen Interview spricht Max, der seit 2009 insgesamt 99 Bundesligaspiele für Gladbach machte über seine Zeit als Borusse, seine Gefühle am Abschiedstag und die Zeit nach dem Fußball.

Wie hat es sich angefühlt: die letzten 90 Minuten, die letzte Humba?

Marx Es hat nochmal gut getan. Aber es war alles nicht ganz so einfach… (stockt, die Tränen kommen) … Es war eine lange Zeit, wenn es dann zu Ende ist, tut es schon weh.

Sie hatten Ihren Entschluss, aufzuhören, schon lange gefasst. Aber kommt dann in diesen Minuten, da wirklich alles vorbei ist, vieles nochmal hoch? Kann man sich auf so einen Moment einstellen?

Marx Ich habe versucht, mich darauf einzustellen. Wenn der Moment dann wirklich kommt, wird es einem nochmal richtig bewusst. Es ist gut, dass es jetzt so ist. Ich bin auch froh, wie alles geworden ist. Für mich ist es ein schöner Abschluss, weil wir Dritter geworden sind, das ist viel besser, als wenn wir irgendwo unten stehen würden. Alle sind zufrieden, das macht es für mich auch etwas leichter.

Für Sie hätte es noch emotionaler sein können, wenn Sie noch eingewechselt worden wären. Gelegenheiten hätte es gegeben: als Granit Xhaka rotgefährdet war und raus musste, und auch später, als Havard Nordtveit Rot sah. Waren Sie ein bisschen enttäuscht, dass Sie nicht mehr reingekommen sind?

Fotos: Borussias Mannschaft und Fans feiern gemeinsam grandiose Saison FOTO: Dirk Päffgen

Marx Für den Trainer stand von vornherein fest, dass es höchstens zum Ende hin ein paar Minuten werden. Ich habe in der gesamten Saison keine Minute gespielt, da war es für mich eigentlich klar, dass ich nicht für Granit so früh eingewechselt werde. Pippo und ich haben uns natürlich sehr gewünscht, nochmal auf dem Platz zu stehen, das hat leider nicht geklappt. Trotzdem haben wir den Tag genossen.

Gibt es einen besonderen Moment aus Ihrer Gladbacher Zeit, der Ihnen in den vergangenen Monaten, da Sie sich sicher öfter auf ihre Karriere rückbesonnen haben, im Kopf geblieben ist?

Marx Einen speziellen Moment gibt es eigentlich nicht. Natürlich war gerade die Relegationsrettung sehr speziell und emotional, und auch die erste Saison, als ich zu Borussia gekommen bin und sofort gut aufgenommen wurde, das macht einen im Rückblick dann doch glücklich. Auch die Reaktion der Fans am Samstag war toll. Da weiß ich, dass ich nicht allzu viel falsch gemacht habe.

Sie und Filip Daems haben von den Fans in den vergangenen Tagen immer wieder das Prädikat "echte Borussen" verliehen bekommen. Was bedeutet Ihnen das?

Marx Ich glaube, was die Leute anerkennen, ist unser Charakter. Wir beide haben sehr viel gespielt, aber wir saßen eben auch viel draußen. Gerade dann zeigt sich der Charakter eines Menschen. Wenn alles gut läuft, ist es leicht nett zu sein. Aber wir haben auch in der Phase, in der wir nicht so gefragt waren, der Mannschaft etwas gegeben. Das honorieren die Fans.

Sie haben in Gladbach viel erlebt: Die Relegationsrettung haben Sie schon angesprochen, Sie haben im Europapokal gespielt, nun waren Sie dabei, als die Champions League erreicht wurde. Das ist eine breite Palette.

Marx Ich habe in den sechs Jahren nochmal viel mitnehmen können und viele Erfahrungen gesammelt, auch für das weitere Leben. Auf dem Platz gab es natürlich viele spezielle Momente. Insgesamt waren die sechs Jahre hier eine superschöne Zeit, auch mal mit Tiefen, aber die gehören dazu. Ich nehme eine Menge mit.

Sie haben in 15 Jahren für drei Vereine gespielt: Hertha BSC, Arminia Bielefeld und schließlich Borussia. Sie waren also immer ein treuer Spieler. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.

Marx Für mich war immer wichtig, dass ich mich mit den Vereinen, in denen ich gespielt habe, identifiziere. Das war ganz besonders in Gladbach der Fall. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl und werden ja jetzt auch hier bleiben. Das sagt, glaube ich alles. Ich war immer stolz für Borussia zu spielen und habe das immer zu schätzen gewusst. Und ich bin froh, dass der Verein mit mir ganz zufrieden war.

Was kommt nun? Sie haben schon angedeutet, dass Sie sich vorstellen können, im Verein etwas zu machen. Gibt es da schon konkrete Pläne?

Marx Es wird so sein, dass ich bald mit einem Praktikum anfange und mir alle Bereiche anschaue. Dann kann ich schauen, was mir liegt und der Verein kann schauen, wo er mich vielleicht gebrauchen kann. Aber wir gehen das ganz locker an. Ich bin mir aber sicher, dass wir zueinander finden werden.

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