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Borussia Mönchengladbach
Hazard hätte die Story verändern können

Bremer Doppelschlag ist zu viel für Borussia
Bremer Doppelschlag ist zu viel für Borussia FOTO: dpa, rwe hak
Mönchengladbach. Thorgan Hazard stand beim 3:4 im Pokal-Achtelfinale gegen Bremen in der Startelf. Er bereitete das 1:0 vor, vergab aber einige gute Chancen. Von Karsten Kellermann

Thorgan Hazard hat viel Talent. Lucien Favre wollte es herausarbeiten in dieser Saison, er hatte Hazard zu seinem Hauptprojekt erkoren. Doch alles kam anders: Hazard spielte zwar zu Beginn der Spielzeit, mal im Zentrum, mal auf dem Flügel, das aber recht unglücklich in einer taumelnden Mannschaft. Dann ging Favre, und beim neuen Trainer André Schubert fiel Hazard zurück, ist nur noch Teilzeitarbeiter. "Er muss noch ein bisschen besser im Defensivverhalten werden, manchmal spielt er zu kompliziert", sagte Schubert noch am Montag.

Dienstag nun auch. Weil Hazards Kumpel Ibrahima Traoré fehlte, bekam Borussias Nummer 10 die Gelegenheit, seinen Trainer vom Gegenteil zu überzeugen. Er stand in der Startelf im Pokalspiel gegen Werder Bremen. Und der Mann, den Borussia für acht Millionen Euro vom FC Chelsea gekauft hat, spielte beim 3:4 im Achtelfinale eine Hauptrolle - indes eine, die ihm wenig gefallen wird. Zunächst bereitete er gekonnt das 1:0 durch Lars Stindl vorn, dann jedoch vergab er eine Handvoll bester Chancen. Hazard hätte mit mehr Konsequenz vor dem Tor dem Abend eine andere Geschichte geben können.

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Er spielte rechts auf dem Flügel im von Schubert wieder mal gewählten 4-4-2-System. Die Borussen kennen diese Formation und ihre Automatismen, dem durch die englischen Wochen ausgelaugten Team sollte das Stabilität geben. Auch Standards können in engen Spielen, wie es sie oft im Pokal gibt, entscheidend sein - Hazard ist da ein Spezialist. Zunächst jedoch zeigte er Feingefühl. Mo Dahoud ließ ihm an der Strafgrenze den Ball zukommen, Hazard ihn abtropfen, ganz wie im Torschusstraining gelernt - es war die perfekte Vorlage für Lars Stindl, der aus 15 Metern hart und flach zum 1:0 traf (32.). Mit seinem Assist setzte der Belgier seine produktive Serie im Pokalwettbewerb fort: Beim FC St. Pauli und bei Schalke 04 hatte er jeweils getroffen, nun machte er den Scorerpunkt. Aktionen wie diese sind wichtig für Hazard. Er muss sich zeigen und Pluspunkte sammeln.

Es war indes seine bis dahin einzige wirklich gewinnbringende Offensivaktion - und sie blieb es lange. Man spürte die fehlende Spielpraxis. Hazard mühte sich aber, Anschluss ans Spiel zu finden. In der 40. Minute versuchte er es aus der Distanz. In der 57. schickte ihn Raffael auf die Reise, Hazard rannte los in Richtung Felix Wiedwald, schoss auch am Bremer Torwart vorbei - doch der Ball prallte vom Pfosten zurück ins Spiel. Hazard warf die Arme in die Luft, haderte mit dem Schicksal. Eine Minute später fiel das 1:2. Und wieder eine Minute später verpasste Hazard im Bremer Strafraum das 2:2, sein Linksschuss flog am Pfosten vorbei. In der 65. Minute scheiterte er dann, erneut freistehend, an Wiedwald.

Branimir Hrgota glich aus, doch der Altmeister in Sachen Torproduktion, Claudio Pizarro, und Anthony Ujah besiegelten Borussias Pokalaus, an dem auch Hrgotas zweiter Treffer zum 3:4 in der Nachspielzeit nichts mehr änderte. Sie hatten vor dem Tor, was Hazard vorher gefehlt hatte: die nötige Coolness. Hazard hätte die Geschichte des Spiels komplett umschreiben können. Er tat es nicht. Das passt zu seiner bisherigen Saison: Er zeigte bei seinem Assist, was er kann, doch so recht war es nicht sein Tag.

Quelle: RP
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