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Borussia Mönchengladbach
"Wir haben nicht gut verteidigt, hatten keinen Zugriff"

Einzelkritik: Viermal Note "fünf"
Einzelkritik: Viermal Note "fünf" FOTO: Dirk Päffgen
Freiburg. Tony Jantschke hat nach dem 1:3 beim SC Freiburg mit unserer Redaktion über die fehlende Kompaktheit nach der Führung, den kleinen Platz und das Champions-League-Spiel in Manchester am Dienstag gesprochen.

Herr Jantschke, macht es eigentlich noch Spaß nach Freiburg zu fahren. Sie gehören seit 2008 zu Borussia Profiteam und haben im Breisgau noch nie gewonnen.

Jantschke Ach, hören Sie mir auf damit, es ist unglaublich.

Warum geht in Freiburg nichts für Gladbach?

Jantschke Keine Ahnung, so etwas ist schwer zu erklären. Wir haben auch dieses Mal nicht gut gespielt in Freiburg. Trotzdem haben wir 1:0 geführt – nach der Pause wollten wir dann auf das zweite Tor gehen, aber auch nicht so richtig, und dann gab es Riesenlücken. Genau das will Freiburg ja, damit sie mit ihren Chips arbeiten können. Die Stürmer kommen dann zwei Schritte, die Verteidiger müssen innen bleiben, dadurch entstehen die Löcher. Wir haben nach der Pause einfach nicht gut verteidigt, hatten keinen Zugriff, haben die Kopfballverlängerungen nicht gut verteidigt. Wenn Freiburg dann das Stadion hinter sich hat und im Flow ist, ist es sehr schwer.

Der Vorteil durch die plötzliche Führung wurde also nicht genutzt.

Jantschke Genau. Wir hätten vielleicht einfach sagen sollen: Okay, wir verteidigen das, stellen und hinten hin und warten, was Freiburg uns spielerisch anbietet. Dann werden die langen Bälle für Freiburg schwieriger, weil wir viel kompakter stehen. Aber das haben wir nicht hingekriegt. Beim ersten Gegentor haben wir es nicht gebacken gekriegt, auch beim zweiten war es ein einfacher langer Ball, das dritte war dann ein persönlicher Fehler.

Es gab ja schon in der ersten Halbzeit ein paar böse Ballverluste am Strafraum.

Jantschke Stimmt. Aber das kann passieren. Wir haben in der ersten Halbzeit aber immer eine Fuß vor dem Ball oder haben dem Stürmer den Schusswinkel schwer gemacht, so dass es keine einfachen Schüsse waren. Nach der Pause hatte Freiburg dann drei, vier sehr einfache Schüsse. Das geht natürlich nicht.

Was bedeutet die Niederlage mit Blick auf die kommenden Wochen? Der Start in die zweite Phase der Saison mit sieben Spielen in 22 Tagen ist danebengegangen.

Jantschke Ach, wir hätten auch gegen Leverkusen verlieren und in Freiburg gewinnen können. Ärgerlich ist, dass wir, auch wenn Freiburg besser war, einen Punkt hätten haben können, wenn wir es cleverer gemacht hätten. Mehr als ein Punkt war aber wohl nicht drin, weil wir nicht gut gespielt haben, wie so oft hier. Mit dem Spiel Dienstag in Manchester hat das aber nicht viel zu tun. Das wird ein ganz anderes Spiel. Wir werden mal schauen, was da geht.

Nochmal zurück zu Freiburg. Wie kann man eine Serie wie die der Borussen dort erklären?

Jantschke Der kleine Platz spielt sicher auch eine Rolle, ist aber nicht entscheidend. Es tun sich ja alle Mannschaften hier schwer. Aber das ist auch so, wenn die Teams zu uns in den Borussia-Park kommen. Es gibt nun mal einen Heimvorteil. Der ist bei Freiburg gegen uns offenbar extrem. Ich werde aber, so lange ich für Gladbach spiele, versuchen, diese Serie zu knacken, das können Sie mir glauben. Einmal habe ich hier ein Unentschieden geholt, ansonsten haben wir nur vergeigt. Wäre schön, wenn sich das noch ändert. Dieses Mal waren wir dafür aber nicht gut genug.

Es ist zwar ein anderes Spiel am Dienstag. Wenn der Zugriff da aber ebenso wenig stattfindet, könnte es übel werden.

Jantschke Natürlich. Gegen gute Mannschaften kann so etwas immer passieren. Aber wir haben schon gezeigt, dass wir gegen Topteams immer gut mithalten können.

Dann ist Borussia, das, was Freiburg am Samstag war: der Außenseiter.

Jantschke Wenn Sie das so schreiben wollen…

War das 1:3 in Freiburg vielleicht ein Weckruf, der zeigt, dass nicht alles von selbst läuft?

Jantschke Ach, das glaube ich nicht. Es wurde auch gesagt, dass wir fünf Kilometer weniger gelaufen sind. Aber dafür sprinten die Freiburger weniger. Sie sind einfach eine unangenehme Mannschaft, die es jedem schwer machen kann mit ihrem Spiel. Sie geben nie auf, auch wenn sie 0:2 oder 0:3 zurückliegen, sie machen ihr Ding. Daher passiert so etwas. Mich ärgert, dass wir nicht gut gespielt und vor allem nicht gut verteidigt haben. Du kannst Ballverluste haben und mal einen Tag haben, an dem vorn nicht das gelingt, was sonst geht. Aber ich glaube einfach, dass wir normal immer in der Lage sind, gut zu verteidigen und das war in Freiburg gerade in der zweiten Halbzeit nicht so.

Karsten Kellermann sprach mit Tony Jantschke

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