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Borussia Mönchengladbach
Der "Kolo"-Transfer stellt den Kader wieder auf Null

Porträt: Timothee Kolodziejczak – Borussias einiziger Wintertransfer
Porträt: Timothee Kolodziejczak – Borussias einiziger Wintertransfer FOTO: Dirk Päffgen
Meinung | Mönchengladbach. Das ist eine harte Nuss für Borussias Fans. "Kolodziejczak" heißt der neue Verteidiger mit Familiennamen, er verdankt ihn dem Vater, der Pole ist, seine Mutter stammt aus Martinique, weswegen er einen französischen und einen polnischen Pass hat. Von Karsten Kellermann

Max Eberl brachte den Namen am Mittwoch recht gekonnt über die Lippen, doch für die Fans wird es eine Herausforderung sein, ihn beim Verlesen der Aufstellung korrekt zu rufen. Es sei denn, sie übernehmen den Brauch der Fans des FC Sevilla, die einfach sagten: "Kolo". Oder man sagt "25". Die wird er nämlich auf dem Rücken tragen.

So oder so: Timothée Kolodziejczak ist der erste Zugang der Trainer-Ära Dieter Hecking. Und er steht für das, was der Trainer als erstes tun will und muss: Stabilität ins Team zu bringen. Wer den FC Sevilla und seine Spielweise in Erinnerung hat aus den Treffen in der Champions- und Europa League, wird sich erinnern, dass die Herren aus Andalusien richtig harte Jungs sind. Nun, "Kolo" dürfte damit ganz gut beschrieben sein. Er weiß auch, wie Erfolg geht, schließlich gewann er mit Sevilla zweimal die Europa League. Früher spielte er für OGC Nizza, den Verein, den Borussias früherer Coach Lucien Favre derzeit erfolgreich betreut.

Borussia und "Kolo" wollen wieder nach oben

Die aktuelle Saison war bislang aber nicht seine in Sevilla. Darum entschied er sich nun für einen Neuanfang in Gladbach. So gesehen passen er und Borussia gut zusammen. Beide sind unbefriedigt nach Teil eins der Spielzeit, beide sind hinter dem eigenen Anspruch zurück und wollen wieder nach oben. Doch beide müssen wissen, dass der Weg lang ist. Denn erst mal gilt es, nicht weiter abzurutschen. "Kolo" soll dabei helfen, indem er dazu beiträgt, wieder stabil zu werden – das ist, stellte Hecking heraus, die Basis des Erfolgs. Neu ist das nicht. Doch Wissen und Machen sind zuweilen nicht dasselbe.

Der "Kolo"-Transfer stellt Borussias Kader wieder auf null. Denn Alvaro Dominguez, wie der Neue ein Linksfuß, der innen und außen spielen kann, und zweifacher Europa-League-Gewinner, ist weggefallen. Nun ist die Planstelle, die während der gesamten Hinrunde vakant war, wieder besetzt. Das ist richtig und wichtig, denn gerade auf der linken Seite hätte in der Hinrunde etwas Konkurrenz zuweilen gut getan. Da der junge Mamadou Doucoure auch einsteigen wird zur Rückrunde, gibt es gleich doppelten Druck auf die Etablierten. Auch das ist gut.

Ein richtiger Ansatz ist auch, weitere Transfers nichts zu überstürzen. Natürlich wäre ein Zampano für die Zentrale hilfreich. Oder auch ein Superstürmer. Doch Dieter Hecking sollte sich zunächst ein Bild machen vom vorhandenen Spielermaterial, um dann zu entscheiden, ob etwas und was nötig sein könnte. Jenseits von Neuling "Kolo" sind in Doucoure und Josip Drmic zudem quasi zwei interne Neulinge da, außerdem sind da noch ambitionierte Jungspunde. Der Kader hat unbestritten viel Qualität, wenn er komplett ist. Es ist nun an Hecking, diese wieder herauszuarbeiten. Und dann zu entscheiden, ob etwas fehlt, um wieder erfolgreich zu sein. Dank "Kolo" indes, muss er sich in Sachen Defensive wohl keine Gedanken mehr machen.

Hecking leitet erste Trainingseinheit FOTO: Dirk Päffgen
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