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Borussia Mönchengladbach
Traoré und Herrmann - die Umschulung funktioniert

Bilder vom 0:0 gegen Lazio
Bilder vom 0:0 gegen Lazio FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. André Schubert hat ein Faible für die Offensive. Das zeigt auch seine Personalauswahl. "Wir sind ein Team mit sehr vielen offensiven Leuten", sagte Borussias Trainer nach dem 0:0 im Testspiel gegen Lazio Rom. Fünf der zehn Feldspieler waren Männer mit offensiver Grundausbildung, wobei Linksverteidiger Wendt so viel Offensiv-Geist in sich hat wie der Gallier Obelix Zaubertrank. Zieht man Sechser Chris Kramer ab, gab es nur drei "echte" Defensivspieler. Von Karsten Kellermann

Die Torausbeute gegen Lazio unterstreicht den offensiven Ansatz weniger, den Borussen fehlte vor dem Tor die Konsequenz. Chancen zum Sieg gab es gegen die defensivstarken Römer durchaus. Dafür waren auch zwei verantwortlich, die sich einen Job teilten: Ibo Traoré und Patrick Herrmann. Beide sind von Haus aus Außenstürmer. Doch im von Schubert bevorzugten 3-4-3/3-5-2-Ansatz müssen sie umdenken und weiter hinten spielen. Daher sind Traoré und Herrmann derzeit Umschüler. Gegen Lazio durften sie auch "normal" auf der Außenbahn spielen, da Borussia situativ auf eine Viererkette umstellte. Flexibel sein ist angesagt.

"Sicher ist es eine Umstellung, wenn sie Außenverteidiger spielen. Aber sie machen es sehr gut", befand Torwart Yann Sommer, der in der offensiven Definition der defensiven Jobs kein Gefahrenpotenzial sieht. Schubert will viel Druck über die Flügel - und das kriegt er von Herrmann und Traoré. Beide waren gegen Rom an vielen Offensivaktionen beteiligt. Weil sie auch nach hinten seriös arbeiten, die Umschulung also funktioniert, könnte einer der beiden morgen im Champions-League-Play-off gegen Bern hinten rechts beginnen. Die natürliche Belegung des Postens wäre Fabian Johnson. Der spielte aber gegen Lazio nach der Pause hinten links. Auch das kann er gut, womit er, wie Nico Schulz, Oscar Wendt Konkurrenz macht. "Jeder hat besondere Stärken", sagt Schubert über seine bis zu zehn Außen-Alternativen. Gefühlt ist Traoré rechts die erste Option, zumal Johnson verspätet in die Vorbereitung eingestiegen ist und Herrmann angeschlagen war. Doch wird die Auswahl von den Anforderungen des Tages abhängen.

"Ibo ist auf engem Raum sehr kreativ, Flaco hat eine hohe Geschwindigkeit, die er gegen tief stehende Gegner einsetzen kann", weiß Schubert. Seine Umschulprojekte lassen sich jedenfalls gut an. Traoré und Herrmann haben offenbar Spaß daran. Das war gegen Rom zu sehen. Auch wenn der Trainer zu noch mehr defensiver Disziplin mahnte (allgemein, somit auch den Einzelnen): "Wir greifen mit viel Enthusiasmus an, mit genau so viel Enthusiasmus und Energie müssen wir verteidigen", sagte er.

Quelle: RP
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