| 17.37 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Hoffenheim und Gladbach schätzen sich gegenseitig

Die Hecking-Tabelle
Die Hecking-Tabelle FOTO: dpa, awe hak
Mönchengladbach. Wenn sich Borussia Mönchengladbach am Samstag mit der TSG 1899 Hoffenheim misst, ist es wie der Blick zurück in die eigene Vergangenheit. Der Gegner schickt sich an, in neue Sphären vorzustoßen, rangelt sich mit Borussia Dortmund um den direkten Einzug in die Champions League. Von Karsten Kellermann

Die Gladbacher waren 2012, damals gerade dem Abstieg entronnen, ebenfalls plötzlich an der Schwelle zur Königsklasse und schafften es letztlich in die Play-offs. Die Liga staunte über die Borussen wie jetzt über Hoffenheim – und bediente sich bei ihnen. Marco Reus ging zu Borussia Dortmund, Dante zu den Bayern und Roman Neustädter zu Schalke. Trainer Favre beklagte den Verlust seiner Achse. Gleiches droht nun Hoffenheim. Niklas Süle und Sebastian Rudy werden zu den Bayern gehen, so viel ist sicher, und vielleicht entschwindet auch Nadiem Amiri, das hoffnungstragende Eigengewächs. Unter anderem soll Gladbach an ihm interessiert sein.

"Es ist doch das gängige Spiel. Hoffenheim, Köln, Frankfurt, Freiburg, alle, die plötzlich da oben dabei sind, haben Spieler, die dann den nächsten Schritt machen wollen und für andere Klubs interessant sind", sagt Borussias Trainer Dieter Hecking, der sich indes zu den Spekulationen um Amiri nicht äußert. Die Gladbacher kennen das Erfolg-Verlust-Neuaufbau-Prinzip zur Genüge. Schon in den großen 70er Jahren war es so, und es ist dabei geblieben. Mo Dahoud wird zum BVB wechseln und Andreas Christensen wohl zu Chelsea zurückkehren.

Heute jedoch sind noch all die Begabten an Ort und Stelle. Es stehen sich zwei Teams gegenüber, die ähnlich strukturiert sind, "zwei offensiv ausgerichtete Teams, sowohl Julian Nagelsmann als auch ich mögen es, wenn unsere Mannschaften den Ball laufen lassen und Fußball spielen", sagt Hecking. Er und sein Kollege schätzen die Mannschaft des jeweils anderen. "Ich schaue sie mir sehr gerne an, aber eben nicht, wenn sie gegen uns spielen. Gladbach spielt richtig guten Fußball und hat unter Dieter eine sehr gute Entwicklung genommen", sagt Nagelsmann. "Hoffenheim hat diese Saison qualitativ noch mal einen Sprung gemacht", findet Hecking.

Er hat seinem Team gleichwohl einen Auftrag erteilt: "Wir wollen mal einen Gegner aus den ersten Vier der Tabelle besiegen", sagt Hecking. Vor allem würde ein Sieg beim Liga-Dritten die eigenen Europa-Ambitionen weiter fundieren. Die Borussen haben sich nach 2012 drei weitere Mal für das internationale Geschäft qualifiziert. Das nebst all den damit verbundenen Erfahrungen (Reisestrapazen, Doppel- und Dreifachbelastung, gestiegene Erwartungen etc.) haben sie Hoffenheim voraus, und auch die Kaderstruktur für derlei Anforderungen. Für Hoffenheim ist Borussia daher eine Art Blick darauf, wie die eigene Zukunft sein könnte.

Quelle: RP
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