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Borussia Mönchengladbach
Totschlagsprozess – Ultra bricht sein Schweigen

Borussia: Ultra wegen versuchten Totschlags vor Gericht
Borussia: Ultra wegen versuchten Totschlags vor Gericht FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Im Prozess gegen einen Mönchengladbacher Ultra wegen versuchten Totschlags haben der Angeklagte und das Opfer am Dienstagmorgen ausgesagt. Am 3. November folgt der zweite von vier Verhandlungstagen.

Ein prominenter Vertreter der Mönchengladbacher Fan-Szene soll einen anderen Fan wegen einer Kleinigkeit fast umgebracht haben. Nach einer Rangelei mit dem anderen Fan habe der 29-Jährige dem Opfer "ohne rechtfertigenden Grund" mit dem Fuß ins Gesicht getreten, stellte die Staatsanwaltschaft am Dienstag beim Prozessauftakt fest. "Er nahm dessen Tod billigend in Kauf", sagte Staatsanwalt Benjamin Kluck. 

Vor dem Bundesligaspiel gegen Darmstadt 98 im Dezember 2015 soll das angetrunkene Opfer laut Anklage mit einer Lage Bier in den Händen mit dem Angeklagten zusammengestoßen sein. Dabei bekam auch die Kleidung des Angeklagten etwas ab. Daraufhin soll der Ultra den Mann gestoßen haben und, als dieser nach Gleichgewicht suchte, mit dem Fuß ins Gesicht getreten haben. Das Opfer schlug mit dem Kopf auf das Pflaster.

Der 29-jährige Angeklagte brach sein Schweigen und sagte, er habe sich gegen einen Angriff des Mannes wehren müssen. Dieser habe ihm nach dem Rempler gesagt: "Bald habe ich Deinen Posten" und ihm dann die Becher Bier über den Kopf gekippt. Der Angeklagte will nicht auf den Kopf gezielt haben, er habe ihn außerdem nicht tödlich verletzen wollen.

Das Opfer räumte ein, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Er sei vor dem Spiel mit Freunden trinken gewesen und habe im Stadion einen totalen "Filmriss" gehabt. So könne er sich weder an den Tritt, noch an die Begegnung mit dem Angeklagten erinnern. Erst in der Düsseldorfer Uniklinik setze seine Erinnerung wieder ein.

Im weiteren Verlauf des ersten Prozesstages haben noch zwei Zeugen ausgesagt, die bei dem Vorfall im Stadion dabei waren. Beide sagten übereinstimmend aus, dass der Angeklagte das spätere Opfer zuerst angegriffen habe. Während der Mann zu Boden fiel, soll der Angeklagte auf ihn eingetreten haben.

Die Verhandlung war am Dienstag zunächst direkt unterbrochen worden, weil die Richterin im Urlaub ist und die beiden vorgesehenen Stellvertreter verhindert waren. Der Anwalt des Angeklagten beantragte daraufhin, den Verteilungsplan des Gerichts überprüfen zu dürfen. Der Prozess wird am 3. November 2016 fortgesetzt, insgesamt sind vier Verhandlungstage vorgesehen. 

(irz/siev/gap/dpa)
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