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Borussia Mönchengladbach
Gladbacher Ultras wollen im Derby keine Stimmung machen

Borussia Mönchengladbach: Ultras wollen keine Stimmung machen
Die Gladbacher Ultras wollen im Derby gegen Köln aus Solidarität keine Stimmung machen. FOTO: imago
Mönchengladbach. Vier Tage vor dem Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln sorgt wie schon in der Hinrunde das Thema Fanpolitik für Schlagzeilen. Während die aktive Kölner Fanszene nicht ins Stadion geht, sondern eine Demonstration in der Rheydter Innenstadt angemeldet hat, rufen die Gladbacher Ultras zum Stimmungsboykott auf.

 

Durch die Aktion solidarisieren sie sich mit dem Rivalen, wie sie am Dienstag mitteilten. Ein Derby ohne Gegenüber sei schlicht und ergreifend kein richtiges Derby, heißt es auf dem "Blog 1900". "Es wird von unserer Seite aus keinen Support geben. Auf eine Derby-Choreografie verzichten wir ebenso, wie auf die gewohnte Organisation rund um Stimmung, Vorsänger, Trommeln und (Zaun-) Fahnen", schreibt die Gruppierung "Sottocultura".

Im Hinspiel, als die aktive Gladbacher Szene nicht nach Köln fuhr, war es andersherum gewesen. Gemessen an sonstigen Derbyverhältnissen herrschte im Stadion eine fast schon gespenstische Atmosphäre. Der FC gewann 1:0 durch ein Tor von Anthony Modeste.

Aufgrund des Platzsturms Kölner Ultras beim Derby in Mönchengladbach am 14. Februar 2015 legte der DFB fest, dass das Karten-Kontingent für die Gäste beim nächsten Spiel im Borussia-Park von 5400 auf 2700 Tickets halbiert wird. Zudem sind alle Karten personalisiert. "In unseren Augen sind diese Maßnahmen, genauso wie im Hinspiel, ungerechtfertigte Kollektivstrafen nach dem Gießkannenprinzip", teilen die Gladbacher Ultras mit. Eine ganze Fanszene werde unter Generalverdacht gestellt.

Bei einer reinen Maßnahme der Ultras soll es nicht bleiben: Alle Zuschauer seien aufgerufen, sich an dem Stimmungsboykott zu beteiligen. Er richte sich auf keinen Fall gegen die Mannschaft. In Foren und sozialen Netzwerken stößt die Aktion durchaus auf Ablehnung. "Ich werde Ultras ja nie verstehen, aber das kapier' ich echt nicht", schreibt zum Beispiel ein Fan. Auf dem Blog "Mitgedacht" ist ein Pro und Contra erschienen. Auf der einen Seite gibt es Kritik an Kollektivstrafen, auf der anderen ist von einem "Bärendienst" der Ultras die Rede.

(jaso)
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