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Borussia Mönchengladbach
Für Gladbach zählt nur das Weiterkommen

Einzelkritik: Kein Borusse besser als 3-
Einzelkritik: Kein Borusse besser als 3- FOTO: rtr, WR/
Mönchengladbach/Lotte. Im Liga-Alltag haben Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen am Wochenende zwei Niederlagen einstecken müssen. Am Dienstagabend sind beide Teams im DFB-Pokal schon wieder gefordert. Ein Weiterkommen ist für Borussia und Bayer Pflicht. Von Karsten Kellermann

Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen haben ein gemeinsames Problem. Nun ja, vielleicht sind es derzeit auch zwei oder drei. Zum einen natürlich, dass die beiden rheinischen Klubs, die sich in den vergangenen beiden Jahren um den dritten Platz in regelrechten Endspielen gekebbelt haben, in der Bundesliga deutlich den Erwartungen und eigenen Ansprüchen hinterherschleichen. Elf Punkte haben die Borussen eingesammelt, zehn die Leverkusener. Und am Wochenende gab es in beiden Fällen doch arg deprimierende Niederlagen: Die Borussen waren beim 0:2 in München weit chancenloser als allseits erwartet, Bayers 0:3 gegen die aufstrebenden Hoffenheimer war wohl noch deprimierender.

Nun ist aber Pokal – und da haben Borussia und Bayer, man muss es so sagen, günstige Lose erhalten. Gladbach misst sich daheim mit Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart, Bayer reist zum Drittligisten Lotte. Für beide Champions-League-Teilnehmer sind das Pflichtaufgaben. "In den ersten Pokalrunden ist es oft so, dass ein Team in der eindeutigen Favoritenrolle ist, während die andere Mannschaft der Underdog ist, die wenig zu verlieren hat und die große Überraschung schaffen will", sagte Borussias Trainer André Schubert und skizzierte im zweiten Teil seiner Aussage nebenbei den Fallstrick der Angelegenheit. Den arbeitete auch Roger Schmidt, einst in Paderborn Schuberts Vermieter, heraus. "Das Spiel bei einem ambitionierten Drittligisten darf man nicht unterschätzen", sagte er.

Nur das Weiterkommen zählt

Das Wissen darum entbindet aber weder Schubert noch Schmidt von der Eindeutigkeit des Auftrags. "Im Pokal ist es wichtig, dass man weiterkommt", sagte Schubert. Denn genau genommen ist dieser Wettbewerb für Klubs wie Borussia und Bayer der einzige Weg zum Titel. "Wenn wir irgendwann in Gladbach etwas in der Hand haben wollen, wird es nur über den Pokal funktionieren. Die anderen beiden Titel sehe ich doch sehr weit entfernt von uns", sagte Eberl.

Dass vermeintlich dankbare Heimspiele auch tückisch sein können, erlebte Eberls Klubs in der Vorsaison. Bremen, damals wie heute in einer sehr problematischen Situation, kam in den Borussia-Park und siegte überraschend 4:3. "Da haben wir uns doch sehr über die Niederlage geärgert. Jetzt kommt Stuttgart nach zwei Highlight-Spielen. Wir müssen in der Lage sein, wieder die Kräfte zu bündeln und zu Hause weiterzukommen", stellte Eberl klar. Doch gerade die Highlightspiele – erst Glasgow, dann die Bayern – könnten das Problem sein: Schubert merkte zuletzt an, dass sein Team in solchen Topspielen mehr Spannkraft habe.

Vermutlich dürfte sein Kollege Schmidt das genauso sehen, was Bayer angeht. Er beschrieb jedenfalls das Mittel gegen eventuelle Überheblichkeitsanfälle. "Wir müssen uns auf das Pokalspiel einlassen. Vielleicht ist es genau das richtige Spiel, um der Favoritenrolle gerecht zu werden und einen blitzsauberen, höchst konzentrierten Auftritt hinzulegen", sagte er. Fakt ist: Ein Erfolgserlebnis käme beiden rheinischen Klubs gelegen. Denn auch erfüllte Pokal-Pflichten bringen Selbstvertrauen für die Liga.

Quelle: RP
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