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Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

Wir fassen die wichtigsten Szenen zusammen, in denen bei Gladbacher Spielen der Video-Assistent zum Einsatz kam - oder eben auch nicht.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

2. Spieltag: FC Augsburg - Borussia 2:2 (zwei Szenen)

In der siebten Minute trifft ein Schuss den ausgestreckten Arm von Jannik Vestergaard, einen Elfmeter gibt es zurecht nicht, weil sich der Däne vom Ball wegdreht. Später fordern viele Beobachter eine Rote Karte für Augsburgs Daniel Baier wegen eines Ellbogenchecks gegen Christoph Kramer. Gelb geht aber in Ordnung, weil keine eindeutige Absicht vorlag, die Aktion war eher ungeschickt.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

4. Spieltag: RB Leipzig - Borussia 2:2 (eine Szene)

Dayot Upamecano kommt in der 70. Minute im Strafraum zu spät gegen Lars Stindl und bringt ihn zu Fall. Tendenziell ein elfmeterwürdiges Foul, aber nicht so eindeutig, dass der Video-Assistent den Schiedsrichter umstimmt.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

7. Spieltag: Borussia - Hannover 96 2:1 (eine Szene)

In der Nachspielzeit legt sich Vincenzo Grifo den Ball in der Nähe der Grundlinie eigentlich zu weit vor, doch Hannovers Verteidiger Salif Sané geht ins Tackling und bringt den Borussen zu Fall. Schiedsrichter Christian Dingert entscheidet auf Elfmeter und sieht sich nach Betrachtung der Fernsehbilder in der "Review Area" bestätigt. Thorgan Hazard verwandelt nach fast drei Minuten Wartezeit zum Siegtreffer.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

10. Spieltag: 1899 Hoffenheim - Borussia 1:3 (eine Szene)

Sandro Wagner und Tony Jantschke gehen im Gladbacher Strafraum beide nach einer Ringeinlage zu Boden. Schiedsrichter Harm Osmers fragt kurz beim Video-Assistenten nach und lässt dann weiterspielen - kein Elfmeter.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

11. Spieltag: Borussia - FSV Mainz 1:1 (drei Szenen)

Jean-Philippe Gbamin scheint beim Stand von 0:0 im Rasen hängen geblieben zu sein, als er frei vor Yann Sommer nur ein merkwürdiges Schüsschen abgibt. Doch in der Zeitlupe wird klar, dass Lars Stindl ihn beim Ausholen touchiert hat. Elfmeter und Rot wegen einer Notbremse wären vertretbar gewesen, der Video-Assistent allerdings greift nicht ein. In der 39. Minute bejubelt Mainz das 2:0 nach Levin Öztunalis Schlenzer. Die Proteste halten sich in Grenzen, nur Matthias Ginter liegt am Boden. In der "Review Area" sieht Schiedsrichter Sven Jablonski, dass Borussias Defensivmann von Suat Serdar am Bein getroffen worden war - und nimmt den Treffer zurück. In der zweiten Hälfte spielt Abdou Diallo den Ball mit dem ausgestreckten Arm im Strafraum - nicht strafbar, sagen Schiedsrichter und Video-Assistent.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

12. Spieltag: Hertha BSC - Borussia 2:4 (zwei Szenen)

Gladbach führt 1:0, als Lars Stindl von der Strafraumgrenze abzieht. Karim Rekik fälscht den Ball zur Ecke ab. Die meisten Spieler stellen sich bereits auf die Standardsituation ein, als Bastian Dankert ein Signal aus der Zentrale in Köln erhält: In der Wiederholung ist zu sehen, dass Rekik mit der Hand am Ball war - die Entscheidung auf Elfmeter ist vertretbar. Der spätere Anschlusstreffer der Berliner zum 2:3 wird kontrolliert, weil Salomon Kalou scheinbar den Ball mit der Hand verarbeitet hat, es war aber die Brust.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

13. Spieltag: Borussia - FC Bayern 2:1 (eine Szene)

Manuel Gräfe entscheidet sofort auf Elfmeter, als Niklas Süle den Ball im Duell mit Thorgan Hazard an die Hand bekommen hat. Der Schiedsrichter sichert seine Entscheidung aber mit dem Video-Assistenten ab, Hazard muss ein wenig warten und verwandelt dann mit etwas Glück.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

14. Spieltag: VfL Wolfsburg - Borussia 3:0 (eine Szene)

Grifo gibt eine Mischung aus Schuss und Pass ab, die Hazard in der 37. Minute über die Linie drückt. Der Linienrichter hebt die Fahne, Schiedsrichter Benjamin Cortus informiert sich in Köln: Hazard war einem halben Fuß im Abseits.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

15. Spieltag: Borussia - FC Schalke 1:1 (zwei Szenen)

Zum ersten Mal ärgern sich die Gladbacher so richtig über den Videobeweis. Dass Stindls Abstauber zum vermeintlichen 2:0 nicht zählt, ist in Ordnung. Bei Grifos Schuss stand er zwar nicht im Abseits, dafür aber einige Sekunden vorher, als Grifo dem Gegner den Ball vom Fuß spitzelte. Obwohl der Linienrichter gleich zwei Fehler gemacht hat (einmal nicht die Fahne gehoben, einmal zu Unrecht), stimmt am Ende die Entscheidung. Wenig später gibt es Elfmeter für Borussia, woran keine Zweifel bestehen. Strittig war die Entstehung, als Oscar Wendt an der Grundlinie Daniel Caligiuri den Ball abluchste. Schiedsrichter Sascha Stegemann ließ zunächst weiterlaufen und entscheidet nach dem Gang in die "Review Area" doch auf Foul. Mit den Regularien des VAR ist das alles vereinbar, die Borussen sind nur sauer, weil die erste Entscheidung, nicht zu pfeifen, nicht zweifellos falsch gewesen war.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

16. Spieltag: SC Freiburg - Borussia 1:0 (eine Szene)

Schon einen Spieltag später ärgert sich Borussia wieder über den Videoassistenten. In der 19. Minuten berührt Jannik Vestergaard Nils Petersen im Laufduell, der Freiburger fällt im Strafraum. Schiedsrichter Deniz Aytekin lässt zunächst weiterlaufen, dann meldet sich der Videoschiedsrichter aus Köln. Aytekin revidiert seine Entscheidung und gibt einen zumindest umstrittenen Elfmeter für die Gastgeber. Der Gefoulte selbst tritt an und trifft zum 1:0 - gleichzeitig der Endstand.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

18. Spieltag: 1. FC Köln - Borussia 2:1 (zwei Szenen)

Da die Video-Assistenten bei kniffligen Abseitsszenen ohne eine kalibrierte Linie auskommen müssen, lässt sich nicht final klären, ob Frederik Sörensen beim Freistoß von Milos Jojic, der Köln das 1:0 bringt, näher am Tor ist als der vorletzte Gladbacher. Häufig ändert sich die Lage schon erheblich, wenn das Bild ein paar Zehntelsekunden später bei der vermeintlichen Ballabgabe angehalten wird. In dem Fall ist alles in Ordnung. Dass Schiedsrichter Felix Zwayer in der 86. Minute keinen Elfmeter gibt, nachdem Jonas Hofmann unmittelbar nach seinem Schuss von Jorge Meré umgegrätscht wurde, kann indes kein Experte verstehen - zumal Zwayer sich in die "Review Area" begeben hatte.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

19. Spieltag: Borussia - FC Augsburg 2:0 (zwei Szenen)

Daniel Opare schwant, dass sein Rückpass zu kurz geraten sein könnte. Also stoppt er Raffael per Zupfer am Arm. Doch Bibiani Steinhaus zückt Gelb, obwohl Gladbachs Stürmer freie Bahn gehabt hätte. Die Entscheidung hat Bestand - sehr wahrscheinlich wäre Raffael nicht vor Torwart Marwin Hitz an den Ball bekommen. Unübersichtlich wird es kurz vor der Pause, als Daniel Baier im Sitzen sowohl mit dem rechten als auch dem linken Arm den Ball berührt, ihn am Ende sogar regelrecht vor dem einschussbereiten Thorgan Hazard stoppt. Die Entscheidung gegen einen Elfmeter, auch aus Köln, ist hier durchaus strittig - aber die Regel sieht eben nur bei Absicht ein Vergehen.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

20. Spieltag: Eintracht Frankfurt - Borussia 2:0 (zwei Szenen)

Mal wieder geht es um die Frage: Elfmeter oder kein Elfmeter? Und müsste der Video-Assistent eingreifen, nachdem Jannik Vestergaard von Kevin-Prince Boateng im Strafraum umgerissen worden ist? "Ich wurde nachher darauf angesprochen, ob ich nicht zu leicht gefallen sei. Aber ich war ja in der Luft, da hat man keinen Halt, wenn man so geklammert wird. Da ist es auch egal, dass man 100 Kilo wiegt", sagte Vestergaard später. Ziemliche Einigkeit herrscht im Nachhinein bei der Bewertung des rüden Fouls von Ante Rebic an Patrick Herrmann: Es gab Gelb, aber die große Mehrheit plädiert für Rot.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

23. Spieltag: Borussia - Borussia Dortmund 0:1 (zwei Szenen)

Nur die Zuschauer jubeln, nachdem Jannik Vestergaard den Ball zum vermeintlichen 1:1 ins Tor geschoben hat. Doch der Däne wusste selbst, dass er bei Weiterleitung durch Raúl Bobadilla klar im Abseits stand. Unverständlich ist, warum es so lange dauert, bis Schiedsrichter Bastian Dankert in Absprachen mit dem VAR auf Abseits entscheidet. Am Ende des Spiels geht es schon wieder um Vestergaard und wie in Frankfurt um einen nicht gegebenen Elfmeter. Trainer Dieter Hecking ärgert sich, dass Dankert sich das Reißen von Sokratis nicht einmal angesehen hat.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

25. Spieltag: Borussia - Werder Bremen 2:2 (eine Szene)

Mal wieder ertönten die genervten Gesänge aus der Nordkurve: "Ihr macht unseren Sport kaputt!" Was war passiert? Immerhin schaute sich Schiedsrichter Benjamin Cortus das Handspiel von Maximilian Eggestein nochmal in der "Review Area" an. Dann kam er zu dem Schluss, dass es nicht strafbar war, als Jonas Hofmann dem Bremer aus wenigen Zentimetern Entfernung gegen den ausgestreckten Arm köpfte. "Alles, was mit Hand auf der Linie ist und ein Tor verhindert, ist für mich Elfmeter. Aber kein Streit, da sind wir einfach unterschiedlicher Meinung", sagte Manager Max Eberl. Unterm Strich war es dann wohl eine 60:40-Entscheidung und nicht genug für einen Strafstoß.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

27. Spieltag: Borussia - TSG Hoffenheim 3:3 (eine Szene)

Worum es ging, wusste die Mehrzahl der 51.000 mal wieder nicht, als Schiedsrichter Martin Petersen in die "Review Area" ging. Josip Drmic hatte gerade für Borussia das 1:1 erzielt, sein Arm war im Spiel gewesen, doch der Schweizer schien sich sehr sicher zu sein, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war. Nach 94 Sekunden bestätigte Petersen seinen entschlossenen Jubel: keine Absicht im Spiel. Drmic hatte sein erstes Tor nach mehr als zwei Jahren und alle Borussen mal eine positive Erfahrung mit dem Videobeweis gemacht – obwohl natürlich wieder nicht kommuniziert wurde, worum es überhaupt gegangen war.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

29. Spieltag: Borussia - Hertha BSC 2:1 (zwei Szenen)

Ausnahmsweise lief alles perfekt, für die Borussia-Fans war es jedoch wieder einmal sehr unbefriedigend. Denn sie hatten umsonst gejubelt nach Patrick Herrmanns vermeintlichem Treffer zum 1:1. Der wurde - völlig korrekt - aufgrund einer Abseitsposition Thorgan Hazards - aberkannt, da war die Tormusik im Borussia-Park aber bereits erklungen. Später gab es mit Verzögerung einen Elfmeter für Borussia, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte mit 48 Sekunden Verspätung auf den Punkt. Auch das: völlig korrekt. Es stellte sich nur die Frage, ob sie das Foul an Nico Elvedi nicht direkt hätte ahnden können.

Borussia Mönchengladbach und der Videobeweis

31. Spieltag: Borussia - VfL Wolfsburg (eine Szene)

Auch das soll es geben: Borussia hat mal Glück mit dem Video-Assistenten. In der 60. Minute gegen den VfL Wolfsburg versetzt Raffael seinem Gegenspieler Maximilian Arnold einen Schlag an den Hals und tritt unten nach. Schiedsrichter Tobias Stieler hat die Szene offenbar nicht gesehen. Anschließend vergehen mehr 90 Sekunden bis zur nächsten Spielunterbrechung, es ist also massig Zeit für die Video-Assistenten, sich die Szene noch einmal anzusehen. Dass sie wohl zu dem Schluss gekommen sind, dass das Foul nicht rotwürdig war, war durchaus glücklich für Gladbach und den "Maestro".