| 08.46 Uhr

Mönchengladbach
Borussen-Ikone Günter Netzer ist Schweizer

Borussia Mönchengladbach und die Schweiz teilen sich Günter Netzer
Günter Netzer ist seit 2015 Schweizer. FOTO: Andreas Endermann
Mönchengladbach. Günter Netzer nimmt es gewohnt pragmatisch. "Am 1. August kommen wir aus dem Urlaub zurück. Hauptsache, ich muss keine Rede halten", sagte er der Schweizer Zeitung "Blick". Netzer sagte diese Sätze mit Blick auf den Nationalfeiertag der Schweiz, der am Dienstag ist. Es ist auch SEIN Nationalfeiertag - denn, das kam nun heraus, die Borussen-Ikone ist seit 2015 Schweizer. Von Karsten Kellermann

"Ich habe länger in der Schweiz gelebt als in Deutschland. Meine Tochter ist hier groß geworden und spricht Schweizerdeutsch", sagte er nun der "Weltwoche". "Dieses Land hat etwas Überragendes. Jeder, der hier leben darf, ist privilegiert", ließ er wissen, und sprach von "wir Schweizer Bürger".

1977 beendete er bei Grasshopper Zürich seine Karriere, war danach Manager beim Hamburger SV. 1986 zog er mit seiner Frau Elvira nach Zürich. Und 30 Jahre später wurde er Eidgenosse. "Blick" jubelt: "Jetzt sind wir Fußball-Weltmeister!" Oh je, das wird Netzer nicht gern lesen. Denn weil er 1974 beim Turnier in Deutschland kaum spielte, nur beim 0:1 gegen die DDR, fühlt er sich nicht als Welt-Champion. Dafür aber als "zugereister, verinnerlichter und integrierter Schweizer".

Da die Schweiz beim neuzeitlichen Aufschwung der Gladbacher seit 2011 eine außerordentliche Rolle (Trainer Lucien Favre, diverse Spieler) gespielt hat, passt es wohl, dass sich Mönchengladbach und die Schweiz nun die Fußball-Legende Netzer quasi teilen.

Netzer hat nun zwar den rot-weißen Pass der Eidgenossen, doch er ist und bleibt Gladbacher. Er wurde hier geboren, lernte beim FC das Fußballspielen, trug dann bis 1973 mit seiner Spielkunst, aber auch mit seinem Anderssein zum Mythos Borussia bei.

Gerade hat ihn das englische Magazin "FourFourTwo" auf Platz 33 der 100 besten Fußballer aller Zeiten gewählt. Das macht Borussia stolz (Allan Simonsen ist übrigens die Nummer 88). Und Gladbach. Und die Schweizer. Netzer wird es ganz pragmatisch nehmen und sich denken: "Hauptsache, ich muss keine Rede halten."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach und die Schweiz teilen sich Günter Netzer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.