| 15.05 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Ungewohnt viele Kandidaten für Bremen

Alle Nationalspieler wohlbehalten zurück
Alle Nationalspieler wohlbehalten zurück FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Dieter Hecking ist froh, dass die Nationalspieler unverletzt zurückgekehrt sind und die angeschlagenen Spieler wieder an Bord sind. Dadurch wird es allerdings "Härtefälle" für den 18er-Kader an der Weser geben, sagt der Trainer. Von Georg Amend

Beim Spiel in Bremen am Sonntag (18 Uhr) fehlt Borussia ein Quintett – nur noch ein Quintett. Das sind die Langzeitverletzten Tobias Strobl (Kreuzbandriss) und Laszlo Bénes (Mittelfußbruch) sowie Raúl Bobadilla (Schambeinreizung), Josip Drmic (Knie) und Mamadou Doucouré (Muskelbündelriss).

Die beiden Letztgenannten sind immerhin wieder im Mannschaftstraining, wenngleich Dieter Hecking sagt: "Ich möchte keine Prognosen abgeben, wann sie wieder voll einsteigen können. Wir arbeiten da mit äußerster Vorsicht. Josip hatten wir zum Beispiel heute komplett rausgenommen, weil er drei Tage sehr intensiv trainiert hat." Borussias Trainer ergänzt: "Josip hat in den letzten vier, fünf Monaten wie ein Wahnsinniger gearbeitet. Es ist keine leichte Verletzung, er hat ein vorgeschädigtes Knie. Aber er ist sehr positiv in der Reha gewesen und kriegt jetzt die ersten Früchte mit den kleinen Steps. Das stimmt uns positiv, dass er noch einmal zurückkommt. Wir gehen fürsorglich mit ihm um, und er hat das seinem wahnsinnigen Ehrgeiz zu verdanken."

Für die Partie bei Werder kommen beide noch lange nicht wieder infrage, dafür sind inzwischen wieder so viele Borussen einsatzfähig, dass es nicht für alle einen Kaderplatz an der Weser geben kann. "Ja, das ist so", sagt Trainer Dieter Hecking. "Wie es aussieht, wer mitfährt und wer spielt, werden wir im ruhigen Kellerraum mit dem Trainerteam durchsprechen. Dass es Härtefälle gibt, ist ganz normal." Vincenzo Grifo, der nach langer Verletzungspause beim 2:1-Sieg über Hannover 96 den Elfmeter herausgeholt hatte, den Thorgan Hazard zum Endstand verwandelte, sagte der Trainer: "Es ist gut, dass er diese Aktion gehabt hat gegen Hannover. Er war lange raus, da war es undenkbar, dass er überhaupt mitfährt, aber jetzt ist er zumindest eine Alternative."

Davon bieten sich ihm nun wieder einige, da auch die Nationalspieler unverletzt zurückgekehrt sind. Über deren Fitnesszustand ließ Hecking wissen: "Prinzipiell müssen wir unseren Nationalspielern die nötigen Pausen geben. Ich glaube, dass die mentale Frische bei ihnen wichtig ist, deswegen haben wir uns auch entschieden, ihnen einen Tag länger Pause zu geben. Das ist nicht die große Schwierigkeit."

Dass diese mentale Frische zum Beispiel bei den Schweizern Yann Sommer, Nico Elvedi und Denis Zakaria, die im Gruppen-Endspiel gegen Portugal das direkte WM-Ticket verpassten, durch diesen Rückschlag nicht gegeben ist, glaubt der Trainer nicht. "Dafür sind sie alle clever genug, dass sie das nicht hier reintragen", sagt Hecking. "Es ist für sie enttäuschend im Moment, aber sie haben noch die Chancen, sich über das Play-off zu qualifizieren."

So geht es also mit vollem Kader und frischen Kräften nach Bremen, das noch auf den ersten Saisonsieg wartet. Borussias Trainer warnt aber davor, die Aufgabe gegen die Werderaner als deshalb besonders leicht anzusehen: "Im Moment haben sie noch nicht dieses Ergebnis gehabt, aber alle Spiele waren eng. Das sieht man auch an ihrem Torverhältnis." Das lautet 3:7 nach sieben Spielen. Und Hecking ergänzt: "Immer wenn es der Elf in Bremen schlecht geht, rotten sie sich zusammen und sorgen für ein Wir-Gefühl. Das wird uns auch Sonntag erwarten. Dass wir etwas gegen den ersten Saisonsieg von Bremen haben, ist normal."

Sportdirektor Max Eberl sieht bei seinem Team angesichts des bisherigen Programms "eine sehr, sehr gute Ausbeute" und gibt als Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate aus: "Wir haben jetzt eine Phase, in der wir sagen, wir wollen stabil werden und diese gute Position, die wir jetzt haben, mindestens halten. Die Tabelle zeigt aber, das wollen zehn andere auch. Wir haben eine gute Ausgangslage geschaffen, es geht darum, diese weiter zu festigen." Dazu sollte Borussia in Bremen punkten.  

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach: Ungewohnt viele Kandidaten für Bremen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.