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Borussia Mönchengladbach
Der Grifo-Transfer unterstreicht die Nahrungskette

Borussia Mönchengladbach: Vincenzo Grifo unterstreicht die Nahrungskette
2015/2016 jubelte Vincenzo Grifo noch in der 2. Bundesliga. FOTO: dpa, hak
Meinung | Mönchengladbach. Fressen und gefressen werden, das klingt sehr martialisch, wenn es um den Fußball geht. Wer allerdings noch Zweifel hatte, dass es auch dort eine Nahrungskette gibt, der muss sich nur Borussia Mönchengladbach und die bisherigen Transfers für die neue Saison anschauen. Das Prinzip heißt: wegkaufen und weggekauft werden. Von Jannik Sorgatz

Mo Dahoud wechselt zu Borussia Dortmund, aus Gladbacher Perspektive die Nahrungskette rauf. Nun hat Gladbach die Nahrungskette auch nach unten hin definiert: Vincenzo Grifo, der Topscorer des SC Freiburg, kommt für eine Ablösesumme von rund sechs Millionen Euro, eine Ausstiegsklausel macht es möglich. Nicht zu verwechseln ist die Nahrungskette übrigens mit der Bundesliga-Tabelle. In dieser Hinsicht wechselt Grifo nach unten, weil seine Freiburger als Aufsteiger auf Platz sieben durchgestartet sind. Gladbach landete als Neunter dahinter.

Einen ähnlichen Weg ging im Jahr 2013 Max Kruse. Der Angreifer hatte sich mit Freiburg sogar direkt für die Europa League qualifiziert, sich wie Grifo aber schon vor dem Saisonende für einen Weggang entschieden – und spielte in seiner ersten Saison in Gladbach nicht international. Dass Kruse damals nur 2,5 Millionen Euro kostete, verdeutlicht am Rande, wie sich die Ablösesummen seitdem entwickelt haben: 2,5 Millionen von damals entsprechen sechs von heute. Ein Schnäppchen ist das immer noch, für zehn Spieler hat Borussia schon mehr Geld ausgegeben.

In Grifo bekommt sie einen Linksaußen mit gefühlvollem rechten Fuß. Nur drei Spieler haben 2016/2017 mehr Tore vorbereitet. Gladbach ist der logische nächste Schritt für Grifo, selbst ohne Europa. Dem Vernehmen nach hätte er sich auch Hertha BSC, dem Bundesliga-Sechsten, anschließen können. Doch in der Nahrungskette war mit dem Wechsel nach Gladbach noch mehr drin für den 24-Jährigen, daran ändern die vergangene Saison und der neunte Platz nichts.

Dass Spieler wie Dahoud den Klub trotz eines laufenden Vertrages und Stammspieler-Perspektive verlassen, passiert nur noch, wenn die ganz Großen anklopfen. Dazu zählt auch der BVB, Siebter der Uefa-Rangliste und Elfter der weltweiten Umsatztabelle.

 

 
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