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Borussia Mönchengladbach
Niederlage in Hamburg – Gladbach wacht zu spät wieder auf

Hamburg - Gladbach: Einzelkritik
Hamburg - Gladbach: Einzelkritik FOTO: Dirk Päffgen
Hamburg. Borussia Mönchengladbach hat von der Dienstreise ins winterkalte Hamburg keine Punkte mitgebracht, sondern allein eine wenig erwärmende Erkenntnis: Der Schub, den sich Trainer André Schubert und seine Spieler vom beachtlichen 5:1-Kantersieg gegen Werder Bremen erhofft hatten, blieb aus. Beim HSV gab es nach einer frühen 1:0-Führung ein 2:3. Von Karsten Kellermann

So gehen die Gladbacher mit dem Gefühl einer Niederlage ins rheinische Derby gegen den 1. FC Köln am Samstag. Der Plan war sicher ein anderer. Andere Pläne wurden indes offenbar: Den Wert des Norwegers Havard Nordtveit hatte Schubert kürzlich noch einmal herausgestellt. "Ein Havard Nordtveit in dieser Form wird immer einen Platz in unserem Team haben", stellte Schubert klar. Am Sonntag in Hamburg war Nordtveits Platz hinten rechts, denn die Rolle im defensiven Mittelfeld, die er zuvor gegen Bremen innehatte, die bekam der nach seiner Rotsperre zurückehrende Kapitän Granit Xhaka.

Nordtveit ist derzeit öfter Gesprächsthema, denn sein Vertrag endet im Sommer. Wie es weitergeht, werde sich bis Ende des Monats klären, sagte Sportdirektor Max Eberl. Das jedoch gehört in die Sparte Zukunftsplanung. Aktuell bekam es Nordtveit in Hamburg mit einem Ex-Teamkollegen zu tun: Josip Drmic. Gladbach hat den Stürmer an die Hanseaten ausgeliehen, damit er Spielpraxis bekommt. Praxisbeispiele im erfolgreichen Torschuss jedoch, die sollte er indes eher nicht erleben. Dafür sollte Nordtveit sorgen.

In der 13. Minute hätte Drmic dann dem "Ex" ein Schnippchen schlagen können. Doch sein Schweizer Landsmann Yann Sommer reagierte glänzend, als er frei vor ihm auftauchte. Der von Sommer abgewehrte Ball wurde weit nach vorn geschlagen und sogleich warfen die Borussen die Kombinationsmaschinerie an: Mo Dahoud auf Lars Stindl, der auf Raffael, der schickte Thorgan Hazard, dessen Hereingabe Fabian Johnson ins Netz schob – 0:1.

Hamburg - Gladbach FOTO: dpa, chc jai

Hazard hatte schon beim 5:1 gegen Bremen ein Tor vorbereitet. Das schnelle Umschaltspiel, das die Gladbacher in dieser Situation demonstrierten, ist das Markenzeichen von Schuberts Borussia. Die Konsequenz vor dem Tor ging dem HSV zunächst ab. Nach 20 Minuten kam Drmic erneut durch, wieder jedoch scheiterte er an Torwart Sommer, der später auch einen Schuss von Aaron Hunt abwehrte. Was der HSV nicht hinkriegte, besorgte Gladbach dann selbst: Nach einer Ecke herrschte Chaos im Strafraum und am Ende fälschte Martin Hinteregger den Schuss von Gideon Jung ins eigene Tor ab (40.).

Auch in der 42. Minute waren die Gäste hinten ungeordnet. Ein langer Ball von HSV-Torwart René Adler hebelte die Abwehr aus, und Artjoms Rudnevs durfte recht frei abziehen. Er tat das gekonnt und präzise, der Ball rauschte zum 2:1 ins Tor. Binnen zwei Minuten hatte der Abstiegskandidat den Europa-ambitionierten Borussen den Schneid abgekauft.

Borussia spielte fortan leichtfüßiger nach vorn, der Ball lief gut, doch die Durchschlagskraft blieb aus. Der HSV war vor allem robust und kämpferisch. Das aber passt zur Situation der Norddeutschen. Und wenn es auf diese Weise Siege gegen Teams aus den oberen Tabellenregionen gibt (Ivo Ilicevic erzielte das 3:1 per Kopf) – bitte schön, werden sie in Hamburg sagen. Raffaels Anschlusstreffer in der 87. Minute kam letztendlich zu spät, auch wenn es in der Schlussphase in und um den HSV-Strafraum turbulent zuging.

Borussia hingegen hatte nach der frühen Führung andere Perspektiven in diesem Spiel. Die blieben im Volksparkstadion liegen, erneut gegen den HSV, der das Hinspiel 3:0 gewonnen hatte. Gern hätte Josip Drmic auch statistisch zum Sieg seines neuen Teams beigetragen. Doch all seine Bemühungen blieben ohne persönlichen Ertrag. Havard Nordtveit hatte trotzdem seine liebe Mühe mit ihm.

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