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Borussia Mönchengladbach
Wie Basel am Xhaka­-Transfer verdient

Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler
Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler FOTO: dpa
Mönchengladbach. Wenn für den Wechsel von Granit Xhaka zum FC Arsenal demnächst rund 43 Millionen Euro nach Mönchengladbach transferiert werden, machen einige dieser Millionen am Niederrhein nur Zwischenstation. Von Stefan Klüttermann

Sie wandern quasi direkt weiter rheinaufwärts zum FC Basel, dem Verein, von dem Xhaka 2012 für neun Millionen Euro zur Borussia gewechselt war. Doch wieso profitiert Basel vier Jahre nach diesem Transfer am Weiterverkauf seines Ex-­Spielers?

Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens kommt bei Xhakas Wechsel nach London die so genannte Ausbildungsentschädigung zum Tragen, die im "Fifa­-Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern" verankert ist. Diese Regelung sieht vor, dass frühere Vereine, die den betreffenden Spieler ausgebildet haben, Geld bekommen, und zwar "bei jedem Transfer bis zum Ende der Spielzeit, in der der Spieler 23 Jahre als wird". Xhaka ist im September, also in der laufenden Saison, 23 geworden. Basierend auf einem von der Fifa festgelegten Verteilungsschlüssel steht dem FC Basel damit eine Ausbildungsentschädigung für Xhakas Lebensjahre zwölf bis 19 zu, in denen er in der dortigen Jugend ausgebildet wurde. Insgesamt müsste Borussia so drei Prozent der nun erzielten Ablösesumme weiterleiten, bei 43 Millionen Euro also rund 1,3 Millionen Euro.

Den zweiten Anteil aus der Londoner Ablöse für Xhaka erzielt der FC Basel aber nach übereinstimmenden Schweizer Medienberichten dadurch, dass er sich beim Verkauf des Spielers 2012 nach Gladbach eine Option sicherte, die ihm bei einem Weiterverkauf beteiligen würde. Von zehn bis 20 Prozent der Ablöse ist – je nach Bericht – die Rede, wobei eher das Transferplus, das Gladbach nun gegenüber der gezahlten Ablöse an Basel 2012 erzielt, als Grundlage dient. Das wären dann 34 Millionen Euro. Auf diesem für Transfers des FC Basel üblichen Wege würden so weitere 5,1 Millionen Euro (bei angenommenen 15 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung) fließen, so dass der Schweizer Meister unter dem Strich mit insgesamt knapp 6,6 Millionen Euro an Xhakas Wechsel in die Premier League profitieren würde.

Die Baseler "Tageswoche" greift bei ihrer Berechnung sogar noch deutlich höher und taxiert den Verdienst des FC Basel am jetzigen Xhaka-Weiterverkauf auf gut neun Millionen Euro. Borussia äußert sich generell nicht zu Vertragsinhalten, es darf aber getrost davon ausgegangen werden, dass der Baseler Mitverdienst in die eigene Ablöseforderung an Arsenal eingerechnet wurde.

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