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Ex-Gladbacher trumpft auf
Malli - Qualität made by Borussia

Borussia Mönchengladbach: Yunus Malli - Qualität made by Borussia
Ein Ex-Gladbacher tut Borussia weh: Malli vor dem 2:0. FOTO: dpa, pst nic
Wolfsburg. Der Zögling des Gladbach-Internats ging 2011, weil er eine vertragliche Garantie nicht bekam.

Da war sie wieder, die Geschichte vom Spieler, der gegen seinen Ex-Verein groß aufspielt. Yunus Malli führte sie beim 3:0 des VfL Wolfsburg gegen die Borussen auf. Er besorgte die schnelle 1:0-Führung, dann spielte er einen Pass zum Zungeschnalzen, einen, der am Fernseher offenbar auch Mats Hummels extrem verzückte. Der Bayern-Verteidiger teilte jedenfalls via Twitter mit, dass die Vorlage für Daniel Didavi vor dem 2:0 "einer der besten Pässe, die ich je von Yunus Malli gesehen habe" gewesen sei. "Perfekt" fand derweil der Adressat das Anspiel. Auch Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt stimmte anschließend eine Eloge auf seine Nummer 10 an, die später zudem deutlich mitwirkte am vorentscheidenden 3:0.

Borussias Sportdirektor Max Eberl wurde dann in der Mixed-Zone des Wolfsburger Stadions mit der unweigerlichen Frage konfrontiert, warum dieser famose Malli nicht in Gladbach zaubere. Schließlich war er einst Zögling der Gladbacher Nachwuchs-Akademie. Marc-André ter Stegen und er waren Mitglieder der deutschen U 17-Europameister-Mannschaft von 2009. Es gibt ein Foto, auf dem trägt ter Stegen, heute FC Barcelona und aktuell Deutschlands Nummer eins, Malli auf dem Rücken, der Jetzt-Wolfsburger hält den Siegerpokal in Händen. Glorreiche Vergangenheit.

Indes: Der gebürtige Kasseler Malli machte am Niederrhein nie ein Bundesliga-Spiel. Sein Debüt feierte er mit 19 Jahren beim FSV Mainz 05. Den Grund erläuterte Eberl in Wolfsburg. "Es gab eine Forderung für einen Vertrag, die wollten wir nicht erfüllen. Er wollte eine Garantie haben, die wir nicht geben konnten, weil wir alle Nachwuchsspieler gleich halten. Darum hat er sich für einen anderen Verein entschieden. Es gab keine sportlichen Zweifel. Dass er ein super Spieler ist, wissen wir, wir verfolgen, was er macht", sagte Eberl.

Malli wechselte 2011 nach Mainz und dann Anfang dieses Jahres für 12,5 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg (geht er aus der Autostadt ins Ausland, ist Borussia an der Ablösesumme beteiligt). Jetzt ist er dabei, richtig anzukommen. Martin Schmidt, der Malli aus gemeinsamen Mainzer Zeiten kennt, hat den fußballerischen Schöngeist in die Spur gesetzt. Der zahlt das Vertrauen mit Leistung zurück. Malli gilt als das Gesicht des Aufschwungs in Wolfsburg. So war es am Sonntag auch Qualität made by Borussia, die Gladbach besiegte.

(kk)
 
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